Geschäftsprognose Salzgitter sieht kaum Wachstum beim Stahl

Der Konzern will mit einer breiteren Aufstellung auf die veränderte Klimapolitik reagieren. Für Zukäufe stehen bis zu 500 Millionen Euro zur Verfügung.
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BraunschweigDeutschlands zweitgrößter Stahlkocher Salzgitter rechnet wegen der EU-Klimavorschriften in seinem Kerngeschäft kaum noch mit Zuwächsen. "Das Wachstum des Konzerns wird eher nicht in der deutschen und europäischen Stahlerzeugung stattfinden, sondern in den anderen Unternehmensbereichen", sagte Vorstandschef Heinz Jörg Fuhrmann am Donnerstag vor den Aktionären in Braunschweig. Dies sei eine "Zwangsfolge" der Klimapolitik. Salzgitter wolle sich daher breiter aufstellen: "Wir sagen Ja zur Diversifikation."

Der Konzernchef schloss dabei Übernahmen weiter nicht aus. Vorrang habe jedoch internes Wachstum. "Das bedeutet nicht, dass wir echte Gelegenheiten an uns vorbeiziehen lassen würden", betonte Fuhrmann seinem Redemanuskript zufolge. Der Salzgitter-Chef hatte kürzlich bereits von konkreten Verhandlungen in einem Fall gesprochen, aber keinen Namen genannt. Grundsätzlich wolle sich der Konzern in den Bereichen Röhren, Handel und Technologie verstärken. Für solche Zukäufe könne Salzgitter bis zu 500 Millionen Euro aufbringen.

Die europäische Stahlindustrie hatte jüngst gravierende Nachteile durch die europäischen Klimaschutzgesetze gegenüber der ausländischen Konkurrenz beklagt. In einem Schreiben an die EU-Staats- und Regierungschefs sowie das Europäische Parlament hatte die Branche den Emissionshandel kritisiert, der ihrer Ansicht dazu führen wird, dass Investitionen in Länder mit niedrigeren Umweltstandards verlagert werden. Das Schreiben war auch von den Chefs von ThyssenKrupp und Salzgitter unterzeichnet worden.

Die jüngst erhöhte Geschäftsprognose für Salzgitter bekräftigte Fuhrmann. Demnach erwartet der Konzern in diesem Jahr einen Vorsteuergewinn von bis zu 150 Millionen. Davor hatte der Vorstand mindestens 100 Millionen Euro in Aussicht gestellt.

  • rtr
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