Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Gesundheitsbranche Digitale Therapie hilft Stotterern

Die Stiftung Münch zeichnet erneut innovative Konzepte in der Gesundheitsversorgung aus: Eine digitale Therapie für Stotterer und ein Projekt, das den Nutzen von Telemonitoring bei Lungenkranken nachweist.
Kommentieren
Das Sprachtherapie-Start-up hat den Eugen-Münch-Preis für innovative Gesundheitsversorgung erhalten.
Therapie-App Speech Again

Das Sprachtherapie-Start-up hat den Eugen-Münch-Preis für innovative Gesundheitsversorgung erhalten.

MünchenRund ein Prozent der Menschen weltweit stottert – in Deutschland sind es etwa 800.000. Und überall auf der Welt machen Menschen dieselben leidvollen Erfahrungen mit ihrem Handicap: Wenn sie unvorhersehbar die Kontrolle über ihren Redefluss verlieren, schauen die Gesprächspartner hilflos weg oder lachen und spotten gar.

Mit solchen „katastrophalen Reaktionen der Umgebung” wie er sagt, kennt sich Alexander Wolff von Gudenberg aus. Der heute 60-jährige stottert seit seinem 4. Lebensjahr, lange Zeit mit heftigen Sprachblockaden. Der Facharzt für Allgemeinmedizin hat sein Handicap zum Inhalt seines Berufs gemacht, ist auf Sprach- und Stimmstörungen spezialisiert und beschäftigt sich seit vielen Jahren mit der Therapie. 2015 gründete er zusammen mit zwei Partnern die Firma Digithep und entwickelte die weltweit erste digitale Stottertherapie.

„Speechagain” heißt das Produkt, für das Wolff von Gudenberg und sein Team kürzlich den Eugen-Münch-Preis für innovative Gesundheitsversorgung verliehen bekommen haben. Der Preis wurde vom Gründer des Krankenhauskonzerns Rhön-Klinikum initiiert und in diesem Jahr zum dritten Mal verliehen

Wolff von Gudenberg hatte viele erfolglose Therapien hinter sich gebracht, bis er in den USA eine spezielle Therapie des weichen Stimmeinsatzes kennenlernte, die den Betroffenen hilft, die Sprechblockade zu überwinden. Eine israelische Firma, die eine entsprechende Software auf den Markt brachte, inspirierte ihn, das Angebot für den deutschen Markt zu verändern und weiter zu entwickeln. 1999 gründete Wolff von Gudenberg die Kasseler Stottertherapie, die seitdem mit Präsenz und Online-Intensivkursen mehr als 3000 Betroffenen geholfen hat. Die Kasseler Therapie ist so erfolgreich, dass sie es sogar geschafft hat, in die medizinische Behandlungsleitlinie für Ärzte aufgenommen zu werden.

Während die Leistung der Kasseler Stottertherapie von den Krankenkassen hierzulande meist übernommen wird, will sich Digithep mit Speechagain an Selbstzahler in aller Welt wenden. Die digitale Anwendung ermöglicht es den Nutzern, jederzeit und überall auf dem Tablet oder Smartphone üben zu können. Zunächst soll das Produkt in den USA eingeführt werden, für die weitere Expansion ist das Management-Team von Digithep in Gesprächen mit Investoren.

Der zweite Preis, den die Stiftung Münch in diesem Jahr vergab, geht an Dmitrij Achelrod für eine Forschungsarbeit im Bereich Versorgungsforschung. Der Betriebswirt konnte im Rahmen seiner Promotion am Hamburg Center for Health Economics zeigen, dass eine Begleitung via Telemonitoring bei Patienten mit der Lungenerkrankung COPD positive Auswirkungen in Bezug für die Patienten und das Gesundheitssystem hat: Medizinische Leistungen werden weniger in Anspruch genommen, die Behandlungskosten sinken und weniger Patienten sterben.

Beide Preise sind mit jeweils 20.000 Euro dotiert. Die Preisträger wurden von einer Expertenjury aus 100 Einsendungen ausgewählt. „Die prämierten Arbeiten belegen eindrucksvoll, dass Patientenorientierung und Ökonomie keine Widersprüche sind und es durch den innovativen Einsatz von Technik möglich ist, beides zu verbessern und damit das Gesundheitssystem positiv zu verändern“, betont Stephan Holzinger, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Münch.

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
Startseite

Mehr zu: Gesundheitsbranche - Digitale Therapie hilft Stotterern

0 Kommentare zu "Gesundheitsbranche: Digitale Therapie hilft Stotterern"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%