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Fresenius Kabi

Die Infusionstochter des Dax-Konzerns wächst weiterhin stark. Der Umsatz legte um sieben Prozent auf knapp 1,8 Milliarden Euro zu.

(Foto: Fresenius)

Gesundheitskonzern Fresenius hält nach soliden Zahlen an den Zielen fest – die Blitzanalyse

Die Geschäfte des Gesundheitskonzerns Fresenius laufen besser als noch zum Jahresstart erwartet. Fresenius wächst in allen vier Unternehmensbereichen.
29.10.2019 - 08:31 Uhr Kommentieren

Frankfurt üDer Gesundheitskonzern Fresenius hat am Dienstagmorgen seine Zahlen für das dritte Quartal vorgelegt. Die wichtigsten Fakten in Kürze:

  • Der Umsatz ist vor Sondereinflüssen um acht Prozent auf 8,8 Milliarden Euro gestiegen.
  • Der operative Gewinn (Ebit) erhöhte sich um zwei Prozent auf 1,15 Milliarden Euro.
  • Das Konzernergebnis stieg um zwei Prozent auf 445 Millionen Euro.

Der Dax-Konzern ist im dritten Quartal in allen vier Unternehmensbereichen gewachsen. Organisch legte Fresenius um fünf Prozent zu. Durch die Aufwertung des Dollars gegenüber dem Euro sorgten Währungseffekte für einen positiven Einfluss von zwei Prozent.

Auch beim Gewinn gaben die Währungseffekte Auftrieb. Währungsbereinigt ging der operative Gewinn um ein Prozent zurück. Das Konzernergebnis stagnierte, unter anderem wegen erhöhter Investitionen.

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Standort erkennen

    Fresenius ist im Gesundheitsmarkt breit aufgestellt: Neben der ebenfalls im Dax notierten Dialysetochter Fresenius Medical Care (FMC) ist das Unternehmen mit Fresenius Kabi im Bereich Infusionen und Flüssigmedikamente tätig. Zum Konzern gehört auch der Klinikkonzern Fresenius Helios mit Geschäft in Deutschland und Spanien. Außerdem ist Fresenius mit Vamed im Bereich Krankenhausdienstleistungen aktiv.

    Fresenius präsentiert die Quartalszahlen vor Sondereinflüssen. Dazu gehört unter anderem der Verkauf des Ärztenetzwerks Sound durch die Dialysetochter FMC im vergangenen Jahr. Dieser Effekt schlägt im dritten Quartal kaum zu Buche, macht sich allerdings in den Neun-Monats-Zahlen deutlich bemerkbar. Der Umsatz von Fresenius war von Januar bis September 2018 inklusive Sound mehr als 500 Millionen Euro höher, außerdem steigerte der Verkauf den operativen Gewinn um 830 Millionen Euro.

    Das fällt positiv auf

    Umsätze legen zu: Die Kliniktochter Helios wächst insbesondere in Deutschland wieder schneller. Das organische Umsatzwachstum lag im dritten Quartal bei fünf Prozent. Allerdings trug ein Sondereffekt durch eine Umgruppierung von Umsätzen ein Prozentpunkt zu dieser Entwicklung bei. Insgesamt wuchs Helios in Deutschland und Spanien um sieben Prozent auf 2,2 Milliarden Euro Umsatz.

    Auch die Infusionstochter Fresenius Kabi wächst weiterhin stark. Der Umsatz legte um sieben Prozent auf knapp 1,8 Milliarden Euro zu. Stagnierende Umsätze in Nordamerika konnten durch stark wachsende Umsätze in der Region Asien-Pazifik sowie in Lateinamerika ausgeglichen werden.

    Die Dialysetochter Fresenius Medical Care konnte ebenfalls organisch um fünf Prozent zulegen. Bereinigt um den Verkauf vom Ärztenetzwerk Sound und den Zukauf NX Stage wuchs Fresenius Medical Care um acht Prozent auf 4,4 Millionen Euro.

    Das fällt negativ auf

    Gewinne unter Druck: Der operative Gewinn (Ebit) sank bei der Kliniktochter Helios im dritten Quartal deutlich, und zwar um zehn Prozent auf 183 Millionen Euro. Bei Helios in Spanien belasteten höhere Kosten für Zeitarbeitskräfte, was zu einem Rückgang des Ebit um fünf Prozent führte, bei Helios Deutschland schlugen Investitionen im Zusammenhang mit regulatorischen Anforderungen zu Buche. Der operative Gewinn ging um neun Prozent auf 130 Millionen Euro zurück.

    Bei Fresenius Medical Care sinkt die Ebit-Marge von 14,6 auf 13,7 Prozent, unter anderen auch wegen einer Anpassung der Zahlen durch gerichtlich eingeklagte Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Und auch der Wachstumsmotor Kabi liefert im dritten Quartal einen mit drei Prozent nur unterproportional steigenden operativen Gewinn, woran das stagnierende Nordamerikageschäft maßgeblichen Anteil haben dürfte.

    Allerdings hat Kabi in den USA in den vergangenen Monaten und Jahren immer wieder von den Lieferengpässen bei Wettbewerbern profitiert. Diese Situation scheint sich jetzt zu ändern.

    Was jetzt passiert

    Fresenius hat das Jahr 2019 zum Jahr der Investitionen erklärt und will das Geschäft durch Wachstum in neue Märkte und Geschäftsfelder ausbauen. Im Klinikbereich etwa steht der Ausbau des ambulanten Angebots an. Hier ist Fresenius Medical mit dem Erwerb des Heimdialyse-Anbieter NX Stage einen deutlichen Schritt vorangekommen.

    Auf Basis der guten Entwicklung der ersten neun Monate 2019 sowie der guten Aussichten für das restliche Geschäftsjahr bestätigt Fresenius den Umsatz- und Ergebnisausblick für 2019. Der Konzernumsatz soll währungsbereinigt um vier bis sieben Prozent steigen. Das Konzernergebnis soll währungsbereinigt stagnieren.

    Mehr: In den USA hat der Konzern wegen der Vorwürfe bereits eine Strafe gezahlt. Nun wird auch in Deutschland gegen Verantwortliche bei FMC ermittelt.

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