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Gesundheitskonzern Fresenius streicht Wachstumsprognose zusammen – Aktie verliert mehr als 15 Prozent

Ursprünglich wollte Fresenius bis 2020 jährlich um bis zu zehn Prozent wachsen. Doch der Konzern hat sich zu ambitionierte Wachstumsziele gesetzt.
Update: 07.12.2018 - 11:19 Uhr Kommentieren
Der Gesundheitskonzern rechnet nicht damit, seine Ziele für 2020 zu erreichen. Quelle: dpa
Fresenius

Der Gesundheitskonzern rechnet nicht damit, seine Ziele für 2020 zu erreichen.

(Foto: dpa)

FrankfurtDer Gesundheitskonzern Fresenius kürzt seine Mittelfristprognose. Auf Basis der derzeitigen Erwartungen für die Geschäftsjahre 2018 und 2019 rechne das Unternehmen nicht mehr damit, die anspruchsvollen Mittelfristziele für 2020 zu erreichen, heißt es in einer am späten Donnerstagabend veröffentlichten Mitteilung. Der Konzern überrascht seine Anleger mit der zweiten Gewinnwarnung binnen weniger Wochen.

Fresenius erwartet im kommenden Jahr ein organisches Umsatzwachstum im mittleren einstelligen Prozentbereich. Das Konzernergebnis wird der Prognose zufolge stagnieren. Ursprünglich wollte Fresenius bis 2020 beim Umsatz jährlich zwischen sieben und zehn Prozent zulegen und das Konzernergebnis zwischen acht und 12,6 Prozent steigern.

Der Dax-Konzern geriet wegen der gekürzten Prognose im Börsenhandel ins Straucheln. Am Vormittag notierten die Papiere von Fresenius über 15 Prozent im Minus. Die Anteilsscheine von Fresenius Medical Care gaben fast neun Prozent nach.

Die Gründe für die geänderten Wachstumsaussichten sind vielfältig. Fresenius-Chef Stephan Sturm sprach in einer Telefonkonferenz am Freitag von einem Übergangsjahr 2019. Lange war der Konzern stark gewachsen, Übernahmen wie die des spanischen Klinikbetreibers Quironsalud sorgten für immer neue Gewinnbestmarken – 2018 winkt das 15. Rekordjahr in Folge.

Zuletzt aber häuften sich die Probleme. Erst in letzter Sekunde konnte Sturm die geplante Übernahme des US-Konzerns Akorn abwenden, die als teurer Fehlschlag galt. Darüber hinaus läuft das Geschäft bei der Dialysetochter Fresenius Medical Care schlechter als erwartet. Das Unternehmen konnte seine Patientenzahlen weniger stark steigern als geplant.

Der Dialysespezialist leidet unter schwächelnden Geschäften mit Nierenerkrankungen im wichtigen US-Markt und den wirtschaftlichen Turbulenzen in Schwellenländern, wie die Hyperinflation in Argentinien. Und in den knapp 90 Privatkliniken von Fresenius Helios hierzulande, darunter Berlin, Erfurt und Wiesbaden, belastet der Trend zu ambulanten Behandlungen: Weniger Patienten bleiben über Nacht, was die Einnahmen drückt.

Auch bei Fresenius Helios, der Krankenhaustochter, sind insbesondere in Deutschland die Patientenzahlen zuletzt nicht so gewachsen wie es sich das Unternehmen erhofft hatte. Zudem wird das Geschäft durch Änderungen bei den Vergütungsstrukturen belastet.

Beim Konzernergebnis belasten Investitionen unter anderem bei der Dialysetochter FMC sowie in das Geschäft mit Biotech-Nachahmerprodukten, den so genannten Biosimilars, den Konzern.

Fresenius, die 2017 den Umsatz um 15 Prozent auf 33,9 Milliarden Euro steigern konnten und das Konzernergebnis um 19 Prozent auf 1,86 Milliarden Euro, hatte bereits im Oktober seine Geschäftserwartungen für das laufende Jahr etwas gedämpft. Der Umsatz soll nun am unteren Rand der ausgegeben Prognose um etwa fünf Prozent, das Ergebnis um etwa sechs Prozent wachsen.

Konzernchef Stephan Sturm kommentiert die Lage so: „Wir bleiben sehr zuversichtlich für den mittel- und langfristigen Wachstumskurs von Fresenius. In den letzten zwei Jahren haben wir unser Geschäftsportfolio weiterentwickelt. Das spiegelt sich in unseren jetzt formulierten Erwartungen wider.“

Übernahmen seien darin noch nicht enthalten, fügt Sturm hinzu, sie würden aber auch in Zukunft wesentlicher Wachstumstreiber bleiben. „Gestärkt durch wichtige Investitionen, die wir im nächsten Jahr vorhaben, wird Fresenius für das nächste Jahrzehnt noch besser positioniert sein.“

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