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Getriebespezialist Möglicher Milliardendeal: Verkauf von Siemens-Tochter Flender rückt näher

Für den Getriebehersteller gibt es Interessenten aus der Private-Equity-Szene, obwohl offiziell ein Börsengang geplant ist. Eine Entscheidung könnte womöglich schnell fallen.
21.10.2020 Update: 22.10.2020 - 13:25 Uhr Kommentieren
Der Münchener Konzern könnte den Milliardenzukauf Flender nun direkt an einen Investor veräußern. Quelle: Reuters
Siemens-Zentrale

Der Münchener Konzern könnte den Milliardenzukauf Flender nun direkt an einen Investor veräußern.

(Foto: Reuters)

München Bei Siemens rückt ein potenzieller Verkauf des Getriebeherstellers Flender näher. „Da ist momentan Dynamik drin“, hieß es in Finanzkreisen. Nach Informationen des Handelsblatts aus Industriekreisen könnte ein möglicher Verkauf auf der Aufsichtsratssitzung am 11. November beschlossen werden. Noch sei aber keine finale Entscheidung getroffen.

Nach einem Bieterwettkampf hatte der damalige Siemens-Chef Klaus Kleinfeld im Jahr 2005 rund 1,2 Milliarden Euro für das Bocholter Unternehmen gezahlt. Doch heimisch wurde der Getriebehersteller im Münchener Konzern bis heute nicht. Offiziell hat Siemens zwar einen Flender-Börsengang im kommenden Jahr angekündigt, hält sich aber auch andere Optionen offen.

Derzeit verhandelt Siemens mit mehreren Private-Equity-Interessenten über einen Flender-Verkauf. Nach Informationen von Bloomberg sind noch Carlyle und Brookfield Asset Management im Rennen. Der Technologiekonzern wollte die Marktspekulationen nicht kommentieren.

Flender stellt unter anderem Getriebe für die Windkraftindustrie her. Vor wenigen Wochen wurde zudem die Einheit Siemens Wind Energy Generation in das Unternehmen integriert, die auf elektrische Antriebskomponenten wie Generatoren spezialisiert ist. Flender kommt nun auf etwa zwei Milliarden Euro Umsatz und hat 8500 Mitarbeiter.

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    Die operative Performance Flenders war lange unbefriedigend, zudem passt das Unternehmen nach der Abspaltung der Energieaktivitäten nicht mehr so recht in die neue Siemens AG. Diese konzentriert sich auf Digitalisierung und Automatisierung der Industrie, auf die Intelligente Infrastruktur rund um Gebäudetechnik und die Bahntechniksparte Mobility.

    Daher hatte Siemens Flender zunächst verselbstständigt und im Frühjahr einen Börsengang angekündigt. Der offizielle Fahrplan sieht vor, dass die Siemens-Aktionäre auf der Hauptversammlung im Februar den IPO im Zuge eines Spin-offs beschließen. Diesen Weg war Siemens bereits bei der neuen Siemens Energy gegangen. Die Aktien des neuen Unternehmens wurden an die Siemens-Anteilseigner vergeben.

    Beim direkten Verkauf an einen Investor könne man sich organisatorisch „einigen Aufwand sparen“, sagte ein Branchenkenner. Als Interessent gilt auch Finanzinvestor Triton, der in diesem Jahr bereits den Getriebehersteller Renk von Volkswagen übernommen hatte. Triton will Renk nun von der Börse nehmen.

    Die Noch-Siemens-Tochter hat in diesem Jahr den Bau einer neuen Getriebe-Produktionsstätte in Australien angekündigt. Quelle: Flender Presse
    Getriebespezialist Flender

    Die Noch-Siemens-Tochter hat in diesem Jahr den Bau einer neuen Getriebe-Produktionsstätte in Australien angekündigt.

    (Foto: Flender Presse )

    Als Preis für Flender sind 1,5 bis zwei Milliarden Euro im Gespräch. Damit würde Flender laut Finanzkreisen mit dem etwa Acht- bis Neunfachen des operativen Gewinns von gut 200 Millionen Euro bewertet. Sollten die Verhandlungen zu keinem befriedigenden Ergebnis führen, könnte Siemens die Börsenpläne weiterverfolgen.

    Mit der Trennung von Flender schließt Siemens eine Serie von Portfolio-Umbauten erst einmal ab. Der scheidende Konzernchef Joe Kaeser hatte den Konzern radikal umgebaut. Er brachte die Medizintechnik unter dem Namen Healthineers an die Börse. Vor wenigen Wochen folgte die Energietechnik.

    Flender wäre nun die nächste und wohl vorerst letzte größere Abspaltung. Roland Busch, der am 1. Oktober die Verantwortung für das operative Geschäft übernommen hat, stellte bereits klar, dass er die verbleibende Siemens AG zusammenhalten will. „Würde ich ausschließlich auf den Kapitalmarkt hören, könnte ich die Firma in 20 Teile zerlegen. Dann hätten die Investoren ihren Einsatz maximiert – nur wäre nichts mehr übrig von Siemens“, sagte er der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ („FAS“). Siemens habe nun ein klares Profil.

    Busch will nun mit Innovationen und mehr Kundennähe vor allem das organische Wachstum vorantreiben. Für größere Akquisitionen wäre der Spielraum auch begrenzt. Die Tochter Healthineers übernimmt gerade den US-Krebstherapiespezialisten Varian für 16 Milliarden Dollar. Damit handelt es sich um die mit Abstand größte Übernahme der Siemens-Geschichte. Die Verschuldung von Siemens ist durch den Megadeal deutlich gestiegen.

    Mehr: Warum Private Equity boomt.

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