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Gewinn bricht ein Der A400M zieht Airbus zu Boden

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Das Auftragsbuch ist prall gefüllt
Das bietet der Jumbokiller
Airbus A350
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Bisher krönte die Lufthansa ein neues Flugzeugmodell für die Langstrecke mit besserem Service. Wenn die Linie am Donnerstag in München ihren Airbus A350 vorstellt, geht es anders als beim Jumbojet Boeing 747-8 und dem Airbus A380 vor allem ums Sparen für den Kampf mit effizienteren Fluglinien. Dank der ein Viertel niedrigeren Betriebskosten fliegt der A350 pro Kunde so günstig wie der Airbus A380, allerdings mit 300 Kunden statt wie der Superjumbo mit gut 500 Passagieren, die sich meist nur mit Kampfpreisen locken lassen. Das brachte dem A350 den Namen Jumbokiller ein. Wenn er am 10. Februar den Liniendienst von München ins indische Delhi aufnimmt, soll er vor allem gegen Golfairlines wie Emirates antreten. Den zweiten der 25 bestellten A350 schickt die LH nach Boston gegen die Langstrecken-Billigflieger wie Norwegian.

(Foto: Lufthansa)
Verzögerung beim Bau
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Lufthansa wollte ihren ersten Airbus A350 bereits Anfang 2016 fliegen. Doch die bei neuen Modellen üblichen technischen Probleme sorgten zuerst für eine mehrmonatige Verzögerung. Dann verschob die verspätete Lieferung der Innenreinrichtung den Start. Doch der Lufthansa-Verzug ist vergleichsweise harmlos: Als Qatar Airways 2004 als erster von bislang 43 Kunden bestellte, erwartete sie ihre erste Maschine in 2010 – und bekam sie erst 2015. Airbus wollte als A350 zunächst eine Art neu motorisierter A330 verkaufen, die aber wegen der deutlich effizienteren Boeing 787 kaum einer haben wollte. Inzwischen erwies sich der Fehlstart als Segen für Airbus. Dank der Verspätung vermied der Konzern beim A350 die Technikpannen, die Boeings Dreamliner mehr als zehn Milliarden Euro verteuerten – und konnte den alten Entwurf dann erfolgreich als A330neo vermarkten.

(Foto: Lufthansa)
Enge Verwandtschaft zum A330
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Laien mögen den A350 kaum vom Vorgängermodell A330 unterschieden können. Fachleute erkennen ihn an drei Merkmalen: Beim Start ist der A350 nur halb so laut, hat längere Cockpitfenstern mit der Verdickung am Ende und vor allem andere Flügel. Die haben – anders als die spitz auslaufenden Tragflächen des Boeing Dreamliners 787 – ein „Winglet“ genanntes, nach oben geschwungenes Flügelende. Zusammen mit dem niedrigeren Gewicht durch den hohen Anteil leichterer Verbundwerkstoffe (rund 50 Prozent) drückt das den Spritverbrauch im Vergleich zum Vorgänger um ein Viertel. Damit braucht der fast 67 Meter lange Jet voll besetzt keine drei Liter Kerosin, um einen Passagier 100 Kilometer weit zu fliegen. Und er erreicht aus Deutschland nonstop fast alle Teile der Welt – außer Ostaustralien und Neuseeland.

(Foto: Lufthansa)
Sitzplan mit viel Economy
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Dass es Lufthansa bei ihrem A350-900 mehr um Effizienz als um Glamour geht, zeigt spätestens ein Blick auf den Sitzplan. Mit knapp 320 Plätzen bleibt der zwar unter den technisch möglichen 400 Sesseln. Doch die Bestuhlung ist deutlich enger als bei früheren Jets. Während beim A380 die Economy Class noch gut die gleiche Fläche einnahm wie die Nobelabteile First, Business und Premium Economy zusammen, hat die Holzklasse hier in etwa doppelt so viel Raum. Für das Lufthansa-Premium-Gefühl sollen darum ein paar Neuerungen sorgen. Kern ist ein größeres Unterhaltungsangebot und die neue Lufthansa Companion App. Mit der können sich Passagiere bereits bis zu sechs Wochen vor Abflug Playlists mit ihren Favoriten im Unterhaltungsprogramm zusammenstellen und diese dann an Bord auf ihrem Bildschirm abspielen.

(Foto: Lufthansa)
Neue Sitze mit dünnen Lehnen
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Beim neuen A350 gibt es nicht nur verhältnismäßig mehr Fläche in der Holzklasse. Es gibt auch neue Sitze in leicht unterschiedlichen Blautönen statt dem bisher üblichen Einheitsgrau. Und es vor allem viel mehr davon: Damit die bis zu 262 Stühle auch reinpassen, sind die Rückenlehnen etwas dünner. Dank einer neuen körperfreundlichen Form sollen sie jedoch eher bequemer sein als ihre Vorgänger. Das verspricht zumindest die Lufthansa. Wer trotzdem mehr Beinfreiheit will, sollte sich die richtigen Plätze aussuchen: Es ist in jedem Fall die Reihe 27 und bei der engeren Bestuhlung die Reihe 11 sowie der Variante mit der größeren Business Class die Reihe 16 sowie die Sitze 18H und 18C. Für die Entspannung soll zudem ein neues Lichtsystem sorgen. Dabei sollen entspannende Blautönen das Einschlafen fördern und vor der Landung ein warmes Rot beim Aufwachen helfen.

(Foto: Lufthansa)
Gewinnbringer Premium Economy
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Mit nur 21 Plätzen in drei Reihen ist die Premium Economy genannte Abteilung zwischen der Holzklasse und der Business im Vergleich zu anderen Flugzeugmustern relativ klein. Doch sie ist – gemessen am Umsatz pro Quadratmeter Flugzeugboden – inzwischen meist der profitabelste Teil der Maschine. Sie spricht sowohl anspruchsvolle Touristen an wie Geschäftsreisende, die zum Zeichen der Sparsamkeit (und ihrem Arbeitgeber zur Freude) nicht mehr Business Class buchen – und trotzdem nicht allzu gerädert ankommen wollen. Darum liegen die Preise der Premium Eco im Schnitt näher an der Business als an der Touristenklasse. Dagegen sind Kosten und Platzbedarf näher am Holzabteil als an der Nobelsektion. Darum prüfen nun auch alle Golfairlines, die Klasse einzuführen – auch wenn sie darüber lange die Nase gerümpft haben.

(Foto: Lufthansa)
Renovierungsbedürftige Business Class
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Für einen glaubwürdigen Premiumanspruch hätte Lufthansa beim A350 am besten ihre inzwischen fast fünf Jahre alte Business Class durch eine neue und bessere ersetzen können. Doch das wollte sie nicht. Die heutige Geschäftsklasse hat zwar endlich ein flaches Bett. Doch um möglichst wenig von dem teuren Platz zu verschwenden, stellen die Lufthansa-Planer ihr Nobel-Gestühl schräg entweder als V in der Mitte oder als schiefes H am Rand. Das ist zwar bequem. Aber wer am Fenster sitzt (oder bei der Boeing 747-8 in der Mitte der Mitte), muss immer noch über den Nachbarsitz steigen. Bei den meisten anderen Fluglinien haben dagegen alle längst auch ohne Turnübung einen direkten Weg auf den Gang. Immerhin wirbt die Lufthansa damit, dass sie ihren teuersten A350-Gäste nun auch einen Selbstbedienungsbereich für Erfrischungen bietet.

(Foto: Lufthansa)

Während die Sparte für Passagierflugzeuge mit Zuwächsen glänzte, musste Airbus in seinen übrigen Geschäftsbereichen Rückgänge hinnehmen. Das Rüstungssegment verbuchte ein Umsatzminus von neun Prozent und fuhr im Gegensatz zum Vorjahr einen Betriebsverlust ein. Die Helikoptersparte verkaufte zwar mehr Hubschrauber als vor Jahresfrist, dennoch sackte der Umsatz aufgrund weniger einträglicher Modelle leicht ab, der operative Gewinn schmolz gar um gut ein Viertel.

Das Unternehmen lieferte 688 Verkehrsflugzeuge aus – so viele wie nie zuvor. Die Zahl der Neubestellungen für Zivilflugzeuge überstieg trotz schwächerer Nachfrage die Produktion, das Auftragsbuch ist prall gefüllt.

Für das kommende Jahr sagte Enders voraus, mehr als 700 Passagierjets auszuliefern. Der bereinigte Betriebsgewinn (Ebit) werde von zuletzt knapp vier Milliarden um etwa fünf Prozent zulegen, obwohl der Auftragseingang zuletzt um 15 Prozent zurückgegangen war.

Erst kürzlich hatte die Panne des A400M bei der ersten Dienstreise mit Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen Schlagzeilen gemacht. Die Maschine war mit einem Hydraulikschaden an einem der vier Triebwerke in Kaunas liegen geblieben. Die Ministerin und ihre Delegation mussten mit einer 50 Jahre alten Transall zurückfliegen. Eigentlich sollen die A400M die Transall-Flugzeuge ersetzen.

Der A400M zählt zu den problematischsten Rüstungsprojekten der Bundeswehr. Insgesamt sind hat die Bundesregierung 53 Maschinen bei Airbus bestellt. Von den acht ausgelieferten Maschinen ist derzeit nur noch eine einsatzbereit - drei befinden sich in Reparatur, drei in planmäßigen Inspektionen, ein Flugzeug wird derzeit modernisiert.

Die gesamte A400M-Flotte absolvierte nach Unternehmensangaben bislang mehr als 15.000 Flugstunden. Das Programm sei eines der größten Verteidigungsprojekte in Europa und beschäftige dort mehr als 40.000 Menschen. Das A400M-Programm habe im Unternehmen oberste Priorität. Man habe im vergangenen Jahr große Fortschritte erzielt, was die Qualität und Anzahl der ausgelieferten Flugzeuge angehe.

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18 Kommentare zu "Gewinn bricht ein: Der A400M zieht Airbus zu Boden"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Wenn man clever ist kauft man die Flugzeuge bei den Russen.
    Wenn man auf unsere Medien und Politiker hört, dann müssen wir sowieso irgendwann wieder in Russland einfallen. Da ist es doch nur geschickt, wenn unsere Flieger in der Nähe der Ersatzteile landen.

  • Da sollte man doch unbedingt an eine Volksaktie denken die man vorzugsweise nur an Arbeitnehmer verkauft !

  • ....und so fragt sich der technisch besessene Bürger.....wie kann das.....das ein Technik-High-Light.....auf das Europa stolz sein sollte......nur mit Krankheiten behaftet ist......und zum Fliegen überhaupt keine Möglichkeit besteht.......und herauskommt....wie in anderen Gewerken europäischer Gemeinschafts-Produktion.....ein hoher Prozentsatz Ausfälle registriert werden müssen....und man sich fragt.....sind es Knebel-Verträge.....also der Billigste solls machen.....oder Unfähigkeit dahinter steht?.....hat man keine Lust mehr......über diese Dramen zu lesen......und ein Ausweg aus dem Dilemma unmöglich ist.....weil Dieses ein weiterer Baustein zur Auflösung der EU-Zone sein würde....sicher nicht der Entscheidende.....aber einer unter Vielen....und so ist nicht abzusehen....wie es weiter geht......ist auch hier die Axt am Europa-Stamm angelegt......sind die Äste auf denen die einzelnen europäischen Staaten sitzen......vielfach schon ohne Blätter sind.....bedeutet..... keine Sauerstoff-Aufnahme mehr......und die Folge der Ast-Abbruch......und ....schon bald.......der ganze Stamm umkippen wird......

  • ....und so fragt sich der technisch besessene Bürger.....wie kann das.....das ein Technik-High-Light.....auf das Europa stolz sein sollte......nur mit Krankheiten behaftet ist......und zum Fliegen überhaupt keine Möglichkeit besteht.......und herauskommt....wie in anderen Gewerken europäischer Gemeinschafts-Produktion.....ein hoher Prozentsatz Ausfälle registriert werden müssen....und man sich fragt.....sind es Knebel-Verträge.....also der Billigste solls machen.....oder Unfähigkeit dahinter steht?.....hat man keine Lust mehr......über diese Dramen zu lesen......und ein Ausweg aus dem Dilemma unmöglich ist.....weil Dieses ein weiterer Baustein zur Auflösung der EU-Zone sein würde....sicher nicht der Entscheidende.....aber einer unter Vielen....und so ist nicht abzusehen....wie es weiter geht......ist auch hier die Axt am Europa-Stamm angelegt......sind die Äste auf denen die einzelnen europäischen Staaten sitzen......vielfach schon ohne Blätter sind.....bedeutet..... keine Sauerstoff-Aufnahme mehr......und die Folge der Ast-Abbruch......und ....schon bald.......der ganze Stamm umkippen wird......

  • Wären unsere Politikernieten so konsequent wie Trump, dann hätten Sie Airbus ultimativ aufgefordert, diesen Plieitenvogel sofort abzuholen und erst wieder zu erscheinen, wenn das Material in Ordnung ist.

    Putin lacht sich doch krumm bei dem Gedanken, was unsere viel gelobte Bundeswehr so im Bestand hat.

  • Pannenflieger, BER, Migranten Chaos, Energiewende, permanante Euro-Rettung, Ukraine, Brexit, alles Beispile unserer Spitzenpolitiker bei der Arbeit.
    Wenn man selbst zu bloed ist haette man wenigstens die Flieger bei jemanden bestellen koennen der mehr davon versteht, also den USA.

  • Ein kleiner Vorgeschmack dessen, wenn politische Nieten in der EU weiter auf den Spleen verfallen sollten, Rüstungsprojekte zu "europäisieren".

    Lockheed und Boeing zeigen in Sachen Effizienz, wo's langgeht.

  • Die einen sind hochgeschätzt und öffentlich geachtet, die anderen werden drangsaliert und gesellschaftlich geächtet.

  • Einzige Ausnahme ist der demokratisch gewählte US-Präsident Donald Trump, den man zum kollektiven Feindbild erklärt hat und in jeder Talkshow und in jedem noch so kleinen Schmierenblatt durch den Kakao zieht. Schön, wenn ich jeden Morgen aufs neue erfahre, wer das abgrundtief Böse ist. Und ist es nicht gerade Trump, den man öffentlich niederschreibt, dann muß Putin in die Presche springen, wie mich das ankotzt.
    Plasberg, Will, Illner und Co schalte ich schon gar nicht mehr ein, weils mich nur noch ankotzt!

  • Herr Joachim Löwensteiner22.02.2017, 09:09 Uhr
    Bin mir da nicht ganz so sicher. Erstens sieht man, das man nicht allein ist. In USA und in GB hat sich der Wind schon gedreht. Andere Europäische Länder folgen. Zweitens werden die Kommentare auch von den Zeitungsmachern gelesen, wenn auch nicht jeder. Sie können also hinterher nicht sagen, sie hätten es nicht geahnt. Der Tenor ist doch allen Onlinemedien, die noch Kommentare erlauben, der gleiche. Der Frust ist groß und der Frust sitzt tief. Das wird Folgen haben.
    Zweitens ist es fast schon amüsant, zu sehen, welche Kommentare gelöscht werden. Daran sieht man, wie angefaßt die Medienwelt schon ist.

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