Gewinn-Ranking Porsche, Ferrari, BMW – so viel verdienen die Premiumhersteller mit jedem Auto

Premiumautos werfen auch Premiumgewinne ab – in der Regel. Doch längst nicht alle Hersteller der Oberklasse arbeiten profitabel. Eine Übersicht.
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Das verdienen Premiumhersteller wirklich mit ihren Autos

DüsseldorfDas Rennen der großen Premiumhersteller ist eng – zumindest, wenn es um die Profitabilität geht. Eine zweistellige Rendite erwirtschaften aber nur wenige Luxushersteller. Manche fahren sogar einen Verlust ein, zeigt ein Vergleich des Center of Automotive Research (CAR) der Universität Duisburg-Essen.

BMW gibt seit Jahren das gleiche Ziel aus: Zwischen acht und zehn Prozent operativen Gewinn wollen die Bayern erwirtschaften. Im ersten Halbjahr lag die operative Rendite bei 9,2 Prozent. Das war zwar deutlich schlechter, als viele erwartet hatten, aber immer noch besser als die direkte Konkurrenz.

Mit 1,2 Millionen verkauften Autos – Mini und Rolls-Royce eingeschlossen – sind die Bayern auch der größte Premiumhersteller der Welt. Der Umsatz von durchschnittlich 33.401 Euro pro Auto ist zwar niedriger als bei den meisten anderen Konkurrenten. Doch mit jedem Auto verdient BMW immer noch 3.057 Euro.

Die Marke aus Ingolstadt arbeitet in ihrer Preisklasse schon sehr profitabel und liegt auf Augenhöhe mit BMW und Daimler. Quelle: Reuters
Audi

Die Marke aus Ingolstadt arbeitet in ihrer Preisklasse schon sehr profitabel und liegt auf Augenhöhe mit BMW und Daimler.

(Foto: Reuters)

Auch Audi erzielt mit 8,9 Prozent eine solide Rendite – und das trotz Dieselkrise. Neben der Audi-Produktion kümmert sich das Unternehmen auch noch um die Luxusmarke Lamborghini, liefert Teile nach China und verkauft Motoren. Der Umsatz pro Fahrzeug ist mit 37.851 Euro hoch, der Gewinn pro Fahrzeug mit 3.347 Euro sogar noch höher als bei den beiden Konkurrenten BMW und Mercedes.

Dr. Z. ist ratlos: Der operative Gewinn der Schwaben ist im ersten Halbjahr deutlich gesunken. Quelle: dpa
Daimler

Dr. Z. ist ratlos: Der operative Gewinn der Schwaben ist im ersten Halbjahr deutlich gesunken.

(Foto: dpa)


Auch für die zuletzt erfolgsverwöhnten Schwaben ist das erste Halbjahr nicht ideal verlaufen. Mit einem operativen Gewinn von 8,7 Prozent reicht es für Daimler nur noch zu Platz drei hinter Audi und BMW. Dabei erwirtschaftet Mercedes pro Fahrzeug 38.458 Euro, obwohl die Kleinstwagen von Smart den Schnitt drücken. Ein Gewinn von 3.343 Euro pro Fahrzeug ist allerdings immer noch üppig.

Die britische Raubkatze zeigte zuletzt Schwäche: Der anstehende Brexit drückt auf den Gewinn. Quelle: dpa
Jaguar Land Rover

Die britische Raubkatze zeigte zuletzt Schwäche: Der anstehende Brexit drückt auf den Gewinn.

(Foto: dpa)

Der Brexit wird für Jaguar Land Rover zunehmend zum Problem. Mit einer operativen Rendite von nur 1,7 Prozent im ersten Halbjahr haben die Briten den Anschluss an die deutsche Konkurrenz verloren. Mit ihren 318.000 produzierten Fahrzeugen erwirtschafteten sie im Schnitt einen Umsatz von 45.652 Euro, davon bleiben allerdings nur 779 Euro hängen. Denn auch im hochlukrativen China-Geschäft kommt Jaguar Land Rover nur schleppend voran.

Global sind die Schweden solide aufgestellt. Vor allem in China sprudeln die Gewinne. Quelle: Reuters
Volvo

Global sind die Schweden solide aufgestellt. Vor allem in China sprudeln die Gewinne.

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Besser läuft es bei Volvo: Die Schweden sind mit 318.000 Verkäufen im ersten Halbjahr zwar immer noch vergleichsweise klein und erwirtschaften auch nur einen Umsatz von 30.739 Euro pro Fahrzeug. Doch ein Gewinn von 2.425 Euro pro Fahrzeug entspricht einer operativen Rendite von 7,9 Prozent Gewinn – nur knapp weniger als bei den Deutschen.

Nicht nur Wimbledon-Siegerin Angelique Kerber ist treue Porsche-Fahrerin: Die Sportwagen aus Zuffenhausen sind nicht nur teuer, sondern auch sehr profitabel für den Hersteller. Quelle: dpa
Porsche

Nicht nur Wimbledon-Siegerin Angelique Kerber ist treue Porsche-Fahrerin: Die Sportwagen aus Zuffenhausen sind nicht nur teuer, sondern auch sehr profitabel für den Hersteller.

(Foto: dpa)

Porsche gehört im ersten Halbjahr wieder einmal zu den Gewinnmaschinen der Oberklasse. Von den 91.309 Euro, die Porsche mit jedem verkauften Fahrzeug umsetzt, bleibt ein operativer Gewinn von 18,4 Prozent oder 16.780 Euro. Dabei sind die Zuffenhausener für dieses Jahr ausverkauft. Wer jetzt einen Cayenne oder Panamera kauft, muss mindestens bis März 2019 warten.

Die Aktionäre feierten Elon Musk zuletzt trotz Rekordverlusten. Der Glaube an den Durchbruch ist derzeit stärker als das Betriebsergebnis. Quelle: Reuters
Tesla

Die Aktionäre feierten Elon Musk zuletzt trotz Rekordverlusten. Der Glaube an den Durchbruch ist derzeit stärker als das Betriebsergebnis.

(Foto: Reuters)


Der Elektropionier Tesla ist bisher noch genauso visionär wie unrentabel. Mit 71.000 Fahrzeugen ist der Absatz im ersten Halbjahr zwar rasant gewachsen. Doch ebenso stark wächst der Verlust. Tesla setzt mit 66.510 Euro zwar fast doppelt so viel pro Fahrzeug um wie die Deutschen, macht aber einen Verlust von 11.000 Euro pro Fahrzeug, was einem operativen Verlust von 16,4 Prozent entspricht.

Und diese Zahlen sind sogar noch durch eine staatliche Hilfe geschönt: Tesla erhielt im ersten Halbjahr 50 Millionen US-Dollar ZEV(Zero Emission Vehicles)-Gutschrift in den USA. Damit honorieren US-Bundesstaaten – also in Teslas Fall Kalifornien – emissionsarme Fahrzeuge.

Der Levante-SUV ist für Maserati ein Glückfall. Der Absatz steigt, die Rendite bleibt solide. Quelle: AFP
Maserati

Der Levante-SUV ist für Maserati ein Glückfall. Der Absatz steigt, die Rendite bleibt solide.

(Foto: AFP)


Mit 18.000 verkauften Fahrzeugen war Maserati im ersten Halbjahr nur ein Nischenanbieter. Doch die Italiener arbeiten solide profitabel. Von den 73.444 Euro, die Maserati im Schnitt mit jedem Auto umsetzt, bleiben 4.889 Euro beim Hersteller hängen. Das entspricht einer operativen Rendite von 6,7 Prozent Gewinn.

BMW, Porsche, Ferrari – so profitabel sind die Premiumhersteller Quelle: dpa
Ferrari

Rot sind bei Ferrari nur die Sportwagen. Auch im ersten Halbjahr war keine Premiummarke profitabler.

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In der Formel 1 fährt Ferrari Mercedes hinterher. Beim Profit sind die feuerroten Sportwagen aus Italien jedoch unschlagbar. Mit 24,6 Prozent operativer Rendite ist Ferrari absoluter Spitzenreiter der Premium- und Luxushersteller. Den Absatz hielt Ferrari im ersten Halbjahr mit 5.000 Autos bewusst niedrig. Doch mit jedem verkauften Auto, das im Schnitt 279.978 Euro Umsatz erwirtschaftet, bleibt ein Gewinn von rund 69.000 Euro hängen.

So schön kann ein Verlustbringer sein. Mit jedem Auto macht die britische VW-Tochter im ersten Halbjahr einen fünfstelligen Verlust. Quelle: AP
Bentley

So schön kann ein Verlustbringer sein. Mit jedem Auto macht die britische VW-Tochter im ersten Halbjahr einen fünfstelligen Verlust.

(Foto: AP)


Allerdings sind längst nicht alle Hersteller der Luxusklasse Gewinnmaschinen. Die britische VW-Tochter Bentley hat im ersten Halbjahr zwar 164.888 Euro pro Fahrzeug umgesetzt. Doch mit jedem Auto verlieren die Briten 17.425 Euro, also noch deutlich mehr als Tesla. Der operative Verlust beläuft sich damit auf 10,6 Prozent.

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