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Gewinn stabil Continental bleibt gegen den Branchentrend hochprofitabel

Vor der Strukturreform trotzt der Autozulieferer Continental den Widrigkeiten des Marktes. Der Gewinn bleibt bei hohen Investitionen stabil.
02.08.2018 Update: 02.08.2018 - 09:24 Uhr Kommentieren
Autozulieferer Continental hält Gewinn trotz Investitionen stabil Quelle: dpa
Continental AG

Der Konzern hat im vergangenen Quartal hohe Investitionen vorgenommen.

(Foto: dpa)

Hamburg Bei Continental wächst im Moment nur der Umsatz, aber nicht der operative Ertrag. Der Zulieferkonzern aus Hannover hat einen vergleichsweise hohen Auftragsbestand und muss dafür entsprechend in die Produktion investieren. Außerdem investiert Conti in Elektrifizierung und Digitalisierung. Beides drückt im Moment auf die Erträge.

Continental hat seinen Umsatz im ersten Halbjahr auf 22,4 Milliarden Euro steigern können, gegenüber dem Vorjahreszeitraum ist das ein Zuwachs von 1,6 Prozent. Der bereinigte operative Gewinn ist hingegen von 2,3 auf 2,2 Milliarden Euro zurückgegangen. Damit gab auch die operative Marge nach – von 10,6 auf zehn Prozent. Der Conti-Konzern liegt damit im Rahmen der von den meisten Börsenanalysten erwarteten Ertragsschätzungen.

Finanzvorstand Wolfgang Schäfer begründete diese Entwicklung mit hohen Investitionen in Forschung. Zudem hätten Anlaufkosten, die sich aus dem wachsenden Auftragseingang in den zurückliegenden Jahren ergäben, das Ergebnis belastet. „Die Industrie befindet sich technologisch im Umbruch. Es geht um Automatisierung, Vernetzung und Elektrifizierung. Unsere Ergebnisentwicklung reflektiert die hohen Investitionen in die Entwicklung dieser künftigen Technologien“, sagte der Finanzvorstand am Donnerstag.

In den kommenden Wochen kommt noch ein weiteres Problem dazu: die neuen Abgas- und Verbrauchsstandards nach WLTP-Norm. Bei vielen Automobilherstellern können bis zum Herbst nicht alle Modelle produziert werden, weil zum Teil die neue WLTP-Zulassung fehlt. Vom 1. September an dürfen in Europa nur noch Neuwagen verkauft werden, die nach den realitätsnäheren WLTP-Standards zugelassen worden sind.

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    Wenn die Produktion bei den Autoherstellern nicht wie gewohnt verläuft, bekommen das auch die Zulieferer wie Continental zu spüren. „Das kommende Quartal wird voraussichtlich durch den am 1. September in Kraft tretenden Prüfzyklus WLTP negativ beeinflusst werden“, betonte Finanzvorstand Schäfer. Doch bis zum Jahresende soll sich alles ausgleichen: Der hannoversche Automobilzulieferer hofft darauf, dass es in den letzten drei Monaten des Jahres eine Gegenbewegung geben wird, weil dann alle Autos die WLTP-Zulassung besitzen werden. Deshalb sieht Conti im Moment auch keinen Anlass dazu, die Jahresprognose zu verändern.

    Der Ausblick für das laufende Geschäftsjahr bleibe auch trotz des geplanten Konzernumbaus unberührt, obwohl die Verselbstständigung des Antriebsbereichs („Powertrain“) rund 350 Millionen Euro koste, die größtenteils 2018 anfielen. Hinzu kämen Steuernachteile von etwa 100 Millionen Euro, erklärte Conti.

    Demnach soll die Umsatzrendite in diesem Jahr trotz des laufenden Konzernumbaus über zehn (Vorjahr: 10,9) Prozent liegen. Im zweiten Quartal lag die bereinige Ebit-Marge bei 10,2 (Vorjahreszeitraum: 10,6) Prozent. Beim Umsatz peilt der Konzern im Gesamtjahr weiter die Marke von 47 (44) Milliarden Euro an. 2020 will Continental die 50-Milliarden-Grenze überschritten haben.

    Conti wertet es als Erfolg, dass das Unternehmen um zweiten Quartal schneller als der Markt gewachsen sei. Nach sechs Monaten belaufe sich das organische Umsatzwachstum auf 5,4 Prozent. Das Automotive-Geschäft habe im selben Zeitraum organisch 6,6 Prozent zugelegt. Damit sei es um nahezu fünf Prozentpunkte schneller gewachsen als die weltweite Produktion von Pkw und leichten Nutzfahrzeugen, die rund zwei Prozent hinzugewonnen habe. Für das laufende Geschäftsjahr rechnet der Konzern mit einem Anstieg der weltweiten Produktion von Pkw und leichten Nutzfahrzeugen in Höhe von mehr als ein Prozent.

    Immer wichtiger wird die Fertigung von Elektro- und Hybridfahrzeugen. Der Auftragseingang liege dafür im ersten Halbjahr bei einer Milliarde Euro. „Erfreulich ist der hohe Auftragseingang im Bereich Elektromobilität. Er zeugt von der Zukunftsfähigkeit unseres Produktportfolios“, sagte Vorstandschef Elmar Degenhart.

    Mitte Juli hatte Continental einen umfassenden Konzernumbau und den schon länger erwarteten Teil-Börsengang seiner Sparte Antriebstechnik beschlossen. Es soll eine Holdingstruktur gebildet werden unter der Dachmarke Continental Group, die von den drei Bereichen Continental Rubber, Continental Automotive und Powertrain getragen wird.

    Die neue Struktur wird bis 2020 realisiert und ist auch in der vergangenen Woche vom Aufsichtsrat abgesegnet werden. „Continental beabsichtigt jedoch mittel- bis langfristig nicht, die Kontrolle über das Powertraingeschäft abzugeben“, erklärte das Unternehmen im Juli. Ein Teilbörsengang der Sparte Rubber (Reifen, Industriegummi) sei aktuell nicht geplant, bleibe aber eine Option für die Zukunft.

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    Continental erklärte, die Herausforderungen in der Automobilindustrie so besser meistern und sein Wachstumspotenzial schneller und besser ausschöpfen zu wollen. Der Konzern hatte schon zu Jahresbeginn angekündigt, über einen Umbau des Unternehmens mit weltweit mehr als 235.000 Beschäftigten nachzudenken. Die Möglichkeit eines Börsengangs der Antriebssparte Powertrain, die das Geschäft mit Verbrennungsmotoren wie mit Elektroantrieben bündelt, hatte Conti-Chef Elmar Degenhart bereits auf der Hauptversammlung Ende April angedeutet.

    Die Aufgliederung großer Konzerne in rechtlich selbstständige Teile liegt im Trend. Sie erleichtert Partnerschaften mit anderen Unternehmen oder den Einstieg von Investoren über Börsengänge oder bilaterale Vereinbarungen. Auch Siemens, Volkswagen und Daimler verfolgen ähnliche Pläne.

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