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Gewinnwarnung Autokrise schlägt durch: Zulieferer Continental kassiert Umsatz- und Ergebnisziel

Der Autozulieferer und Reifenhersteller bekommt die Krise in der Autoindustrie zu spüren. Der Aktienkurs des Dax-Konzerns gibt nachbörslich deutlich nach.
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Der Dax-Konzern hat seine Geschäftsziele kassiert. Quelle: dpa
Continental-Reifen

Der Dax-Konzern hat seine Geschäftsziele kassiert.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Continental muss sich auf ein hartes zweites Halbjahr einstellen. Weil die weltweite Produktion von Pkw und leichten Nutzfahrzeugen in diesem Jahr um fünf Prozent sinken dürfte, statt der maximal erwarteten drei Prozent, rechnet der Zulieferer nur noch mit einem Umsatz von 44 bis 45 Milliarden Euro, wie der Dax-Konzern aus Hannover am Montagabend in einer Pflichtmitteilung bekanntgab. Bislang waren rund 45 bis 47 Milliarden Euro prognostiziert worden. Auch bei der Ebit-Marge nimmt der Konzern eine Anpassung vor. Sie solle bei rund sieben bis 7,5 Prozent liegen. Der Free-Cash-Flow werde in einer Bandbreite von 1,2 bis 1,4 Milliarden Euro erwartet, statt 1,4 bis 1,6 Milliarden.

Damit passt Continental nach zwei überraschenden Gewinnwarnungen im Vorjahr auch 2019 seine Prognosen an. Genau das wollte der Konzern eigentlich verhindern, indem er dazu übergegangen ist, ein Zielintervall statt eines genauen Prozentwertes für die weitere Geschäftsentwicklung anzugeben.

Für das zweite Halbjahr sei man weniger optimistisch als zuvor, erklärte Continental-Finanzvorstand Wolfgang Schäfer. „Grund dafür ist der fortlaufende Abwärtstrend der Automobilproduktion in Europa, Nordamerika und insbesondere in China. Auch die weiter ungelösten Handelskonflikte tragen zu wirtschaftlicher Unsicherheit bei.“ Die Aktie verlor nachbörslich auf der Handelsplattform Tradegate um 4,5 Prozent.

Branchenexperten rechnen bereits seit Wochen mit Ergebniskorrekturen in der Zulieferer-Branche. Analysten des Investmenthauses Evercore gehen sogar von einer länger anhaltenden Ergebnisdelle bei Continental aus. Demnach steht auch das Konzernziel den Umsatz bis 2020 auf 50 Milliarden Euro zu erhöhen, auf wackeligen Beinen.

Auf Basis dieser Umsatzprognose hat Continental seinen Investitionsplan aufgestellt. Diese Investitionen müssen nun nicht über Nacht eingestellt werden, da der Konzern auf einem soliden finanziellen Fundament bauen kann. So ist das Eigenkapital im Vorjahr auf über 18 Milliarden Euro angewachsen, die Nettofinanzschulden dagegen auf unter 1,7 Milliarden Euro gesunken, wodurch die sogenannte Gearing-Ratio, also das Verhältnis von Schulden zum Eigenkapital, unter die Zehn-Prozent-Marke gefallen ist. Doch die Investitionen werden wegen der sinkenden Einnahmen relativ gesehen nun teurer für den Konzern, was im Umkehrschluss bedeutet, dass Continental die Kosten senken muss.

Für das Unternehmen ein unpassender Zeitpunkt, versucht es sich doch gerade an einem kostenintensiven Umbau der Konzernstruktur an dessen Ende eine Holding entstehen und die Antriebssparte Vitesco, ehemals Powertrain, an die Börse gebracht werden soll. Aus Konzernkreisen heißt es, dass die kurzfristigen konjunkturellen Herausforderungen den Umbauplan nicht gefährden würden.

Christian Ludwig vom Bankhaus Lampe ist weniger optimistisch: „Der Umbau dürfte allein wegen des Börsengangs von Vitesco zu einem Problem werden“, sagt er. „Ich sehe derzeit nicht, wie Continental die Antriebssparte im kommenden Jahr zu einem vernünftigen Preis an die Börsen bringen will.“

Während Continental bei zwei der drei Megatrends der Autobranche – das autonome Fahren und der Vernetzung – gut aufgestellt ist, könnte sich während der konjunkturellen Schwächephase ausgerechnet die Elektromobilität und damit die Antriebssparte Vitesco als Sorgenkind erweisen.

So erzielte Vitesco 2018 einen Umsatz von 7,7 Milliarden Euro. Die darin enthaltenen Umsätze, die mit Produkten für die E-Mobilität generiert wurden, lagen bei lediglich 170 Millionen Euro und verursachten einen Verlust von 300 Millionen Euro. Oder anders gesagt: Continental verdient mit der Elektromobilität bislang kein Geld.

Mehr: Fast ein Jahrzehnt ging es in der Autoindustrie immer nur aufwärts. Nun kippt die Konjunktur, und viele Zulieferer klagen über scharfe Einbrüche.

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1 Kommentar zu "Gewinnwarnung: Autokrise schlägt durch: Zulieferer Continental kassiert Umsatz- und Ergebnisziel"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Wenn ich hier immer wieder von "überraschenden Gewinnwarnungen" lese, dann frage ich mich, welche Experten da schreiben... Was ist daran überraschend nach dem brachialen, von der Politik losgetretenen, abrupten Wechsel zur E-Mobilität?!

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