Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Gewinnwarnung Continental kassiert erneut Prognose – Aktie bricht ein

Der Autozulieferer muss erneut seine Prognose nach unten korrigieren. Die Gewinnwarnung drückt die Continental-Aktie tief ins Minus.
Update: 22.08.2018 - 15:00 Uhr Kommentieren
Continental kassiert erneut Prognose – die Conti-Aktie rutscht ab Quelle: dpa
Continental

Der Autozulieferer warnt vor sinkenden Gewinnen.

(Foto: dpa)

DüsseldorfDer Autozulieferer Continental gerät wegen gestiegener Kosten und geringerer Umsatzerwartungen immer mehr aus der Spur und senkt erneut seine Ziele. Der Dax-Konzern aus Hannover kündigte am Mittwoch an, die bereinigte operative Rendite (Ebit-Marge) werde in diesem Jahr bei mehr als neun Prozent liegen. Bisher hatte der Vorstand um Konzernchef Elmar Degenhart eine Marge von mehr als zehn Prozent in Aussicht gestellt.

Der Umsatz werde bei rund 45 Milliarden Euro statt der bisher erwarteten rund 46 Milliarden liegen. Die angepeilten Ziele für die Sparte Powertrain, die an die Börse gebracht werden soll, würden nicht erreicht.

Die Papiere des Autozulieferers und Reifenkonzerns brachen in der Spitze um 14 Prozent ein, der Handel wurde bei hohen Umsätzen mehrfach angehalten. Es war für Continental der größte Kurssturz seit fast zehn Jahren Dies zog auch die Papiere der Autohersteller ins Minus.

Vor allem zwei Entwicklungen seien nun entscheidend für die verringerte Umsatzprognose gewesen. Das Erstausrüstungs-Geschäft in der Autozuliefersparte liege in Europa und China unter den Erwartungen, hinzu kamen schwächere Geschäfte mit Reifen in diesen Regionen. Zusätzlich stiegen die Entwicklungskosten im Zuliefergeschäft wegen des hohen Auftragseingangs – im ersten Halbjahr erreichte der Eingang der Bestellungen das Rekordniveau von mehr als 20 Milliarden Euro.

Höhere Kosten verbuchte Conti aber auch in der Antriebssparte wegen der Umstellung auf Systeme für Hybrid- und reine Elektroautos. Im dritten Quartal erwartet das Unternehmen Erlöse von insgesamt rund 11 Milliarden Euro, das bereinigte operative Ergebnis soll bei mehr als 700 Millionen Euro liegen.

Es ist bereits die zweite Gewinnwarnung binnen weniger Monate. Im April hatte Conti wegen neuer Abgasprüfverfahren seine Gewinnprognose für das erste Halbjahr um 150 Millionen Euro gekappt.

Der Konzern hatte erst Anfang August seine Prognose bekräftigt, da aber schon wegen Entwicklungskosten aufgrund des wachsenden Auftragseingangs etwas vorsichtigere Töne angeschlagen. Zu dem Zeitpunkt hoffte das Management noch auf einen Schlussspurt zum Ende des Jahres, um seine Ziele zu erreichen. Warum sich die Aussichten nun binnen kurzer Zeit deutlich eingetrübt haben, blieb zunächst unklar.

„Es kann sein, dass das der Beginn einer schlechteren Konjunktur ist“, sagte Frank Schwope von der NordLB. Auch die Analysten von Berenberg sehen Anzeichen, dass sich die Autokonjunktur eintrübt. Das träfe die Branche mitten in einer Phase, in der sie massiv in die Elektromobilität, autonomes Fahren und neue Mobilitätsdienste investiert und dringend auf Einnahmen angewiesen ist.

Der Einbruch der Conti-Aktie könne auch mit der Unsicherheit vieler Anleger wegen des bevorstehenden Konzernumbaus zusammenhängen, vermutet Autoanalyst Schwope. „Keiner weiß, ob das alles glatt geht.“

Mitte Juli hatte Continental einen umfassenden Konzernumbau und den schon länger erwarteten Teil-Börsengang seiner Sparte Antriebstechnik beschlossen. Es soll eine Holdingstruktur gebildet werden unter der Dachmarke Continental Group, die von den drei Bereichen Continental Rubber, Continental Automotive und Powertrain getragen wird.

Die neue Struktur wird bis 2020 realisiert. Ein Teilbörsengang der Sparte Rubber (Reifen, Industriegummi) sei aktuell nicht geplant, bleibe aber eine Option für die Zukunft. Continental erklärte, die Herausforderungen in der Automobilindustrie so besser meistern und sein Wachstumspotenzial schneller und besser ausschöpfen zu wollen.
Mit Material von dpa und Reuters

Continental im Sturzflug – „Prognosen-Korrektur verschreckt Investoren“

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
Startseite

Mehr zu: Gewinnwarnung - Continental kassiert erneut Prognose – Aktie bricht ein

0 Kommentare zu "Gewinnwarnung: Continental kassiert erneut Prognose – Aktie bricht ein"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.