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Gigafactory in Schanghai Tesla startet China-Offensive – mit chinesischem Billig-Kredit

Tesla will nun auch im größten Elektroauto-Markt der Welt angreifen. Dabei können sich die Kalifornier auf chinesische Finanzhilfe verlassen.
27.12.2019 Update: 27.12.2019 - 16:29 Uhr Kommentieren
Der Elektropionier will das Model 3 künftig auch in China bauen. Quelle: Reuters
Tesla in China

Der Elektropionier will das Model 3 künftig auch in China bauen.

(Foto: Reuters)

Düsseldorf Am Montag will Tesla die ersten Elektroauto-Modelle ausliefern, die außerhalb der USA gebaut wurden. Am Montag sollen die ersten 15 Exemplare des Model 3 aus der Gigafactory in Schanghai an Kunden, allesamt Tesla-Mitarbeiter, ausgeliefert werden. Das Werk in Shanghai wurde damit im Rekordtempo errichtet. Der Bau der ersten Tesla-Produktion außerhalb der USA begann im Januar, mit der Fertigung startete der E-Auto-Pionier im Oktober. 

Mit der neuen Gigafactory nahe Schanghai startet Tesla den Angriff auf den größten Elektroauto-Markt der Welt. Allein 2019 wurden in China rund 1,1 Millionen Elektroautos verkauft – deutlich mehr als in jedem anderen Land der Welt. Dass Tesla als Pionier in China kaum eine Rolle spielte, hing vor allem mit den überhöhten Preisen zusammen.

Ohne lokale Produktion war Tesla stärker als die Konkurrenz von Zöllen und Transportkosten abhängig – und geriet im amerikanisch-chinesischen Handelskrieg zwischen die Fronten. Mit der neuen Gigafactory soll sich das ändern.

Darüber hinaus ist die Gigafactory das erste Autowerk in China, das sich vollständig in der Hand eines ausländischen Unternehmens befindet. Konkurrenten wie die deutschen Autobauer setzten in China vor allem auf Joint-Ventures mit chinesischen Partnern. Das Tesla-Werk ist darum auch für die Zentralregierung in Peking ein politisches Symbol.

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    Davon profitiert der Elektropionier: Der Bau des Werks wurde – wie Tesla am Donnerstag verkündete – zu großen Teilen mit chinesischen Krediten finanziert. Ein Konsortium aus Staatsunternehmen soll Tesla ein Darlehen über 11,25 Milliarden Yuan (1,44 Milliarden Euro) gewährt haben. Mit einem Teil dieser Summe soll Tesla laut einem Bericht der „Financial Times“ einen teureren Kredit über 3,5 Milliarden Yuan abgelöst haben.

    Denn der Kredit mit staatlicher Unterstützung soll deutlich günstiger sein als die gängigen Finanzierungen in China, berichtet die Zeitung. Während Tesla den Investoren für einen Bonds, der bis 2025 läuft, zuletzt noch Zinsen von 5,8 Prozent anbieten musste, liegen die Zinsen für den chinesischen Kredit deutlich unterhalb des Leitzinses der chinesischen Zentralbank, der aktuell bei 4,15 Prozent liegt. Damit hat Tesla sogar einen Wettbewerbsvorteil gegenüber den lokalen chinesischen Konkurrenten wie Nio und Xpeng.

    Tesla-Aktie erreicht neuen Höchststand

    Im Werk nahe Schanghai sollen nach den Plänen von Tesla-Gründer Elon Musk bis zum Ende des Jahres 1000 Autos pro Woche vom Band laufen. Perspektivisch. Pro Jahr soll die Produktion auf 250.000 Autos wachsen. Der Produktionshochlauf gilt als Blaupause für weitere Werke, die Tesla weltweit plant. Nahe Berlin soll beispielsweise die erste europäische Gigafactory entstehen.

    Mit dem Start der lokalen Produktion in China kommt Tesla in den Genuss etlicher Vorteile. Von den chinesischen Behörden wurde das Model 3 auf die Liste der Fahrzeuge aufgenommen, die von der Umsatzsteuer von rund zehn Prozent befreit werden. Das lokal produzierte Model 3 soll rund 20 Prozent günstiger sein als bislang und darüber hinaus mit rund 3600 Dollar Kaufprämie gefördert werden.

    Ob die Strategie von Tesla aufgeht, hängt allerdings auch von der Entwicklung auf dem chinesischen Elektroauto-Markt ab. Nachdem die Regierung einige Förderprogramme eingestellt hatte, waren die Verkäufe von Elektroautos im November um satte 45,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr eingebrochen.

    An der Börse sind die Anleger derzeit aber optimistisch, dass die Wachstumsstrategie von Elon Musk aufgehen wird. Bereits am Donnerstag erreichte die Tesla-Aktie einen Höchststand von rund 430 Dollar. Am Freitag legt der Titel zum Handelsstart erneut zu und kostet mit 435,31 Dollar so viel wie nie.

    Mit einem Börsenwert von 77 Milliarden Dollar ist Tesla damit nicht nur der wertvollste Autohersteller aus den USA, sondern auch deutlich höher bewertet als die deutschen Premiumriesen BMW und Daimler.

    Mehr: Tesla hat sich mit Brandenburg über den Kauf des Grundstücks geeinigt, auf dem die neue Gigafactory entstehen soll. Der Baubeginn für die Fabrik soll im ersten Halbjahr 2020 sein.

    • bay
    • Bloomberg
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