Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Gigafactory Neues Tesla-Werk: Warum Berlin-Brandenburg etablierte Auto-Regionen ausgestochen hat

Elon Musk hat Berlin-Brandenburg als Standort für seine Gigafactory gewählt. Die Region ist kein typischer Autocluster, hat aber andere Vorzüge.
13.11.2019 - 16:24 Uhr Kommentieren

Tesla plant Bau seiner vierten Gigafactory bei Berlin

Frankfurt Tesla baut sein neues deutsches Werk nicht an einem der Automobilstandorte in Niedersachsen, Baden-Württemberg oder Bayern – sondern ausgerechnet am Pannen-Flughafen BER bei Berlin.

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) hat dafür eine originelle Begründung: „Wir haben den Rohstoff der Zukunft, wir haben erneuerbare Energien in Brandenburg“, sagte er.

Tatsächlich dürften andere Faktoren weitaus wichtiger gewesen sein. Erneuerbare Energie gibt es in Deutschland danke der Offshore-Windparks nämlich vor allem an der Küste – und auch die Nordseestadt Emden war als Standort im Gespräch.

Die Entscheidung für den Raum Berlin zeigt vielmehr, dass auch in der Automobil-Branche diejenigen neuen Standortfaktoren wichtiger werden, die das Berliner Wirtschafts-Comeback der vergangenen Jahre befeuern. Schließlich soll letztlich Musk selbst das letzte Wort bei der Standortauswahl gehabt haben. Ihm dürfte Berlin als Metropole ein Begriff gewesen sein – anders als die Alternativen im Norden oder im Saarland.

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    Dabei hat Berlin eigentlich einen offensichtlichen Nachteil: Anders als etwa in Niedersachsen gibt es dort kaum eine gewachsene Szene von Automobilzulieferern. Dafür hat die Hauptstadt andere Qualitäten: Sie lockt die begehrten jüngeren IT-Fachkräfte und bietet Netzwerke für Expats.

    Berlin hat das Zeug, Tesla-Fachkräfte zu begeistern

    Für den Standort am Berliner Flughafen sprechen vor allem weichere Standortfaktoren: Der künftig viel stärker globalisierte Tesla-Konzern wird seine Manager deutlich leichter für eine Auslandsstation in Deutschland begeistern können, wenn der Standort in Berlin statt etwa in Emden liegt.

    Zudem können Mitarbeiter aus den USA problemlos direkt zum Werk fliegen – ebenfalls ein wichtiges Argument. Darüber hinaus bietet der Berliner Arbeitsmarkt sowohl Zugang zu den umworbenen Top-ITlern als auch zu weniger qualifizierten Arbeitskräften, da die Arbeitslosenquote mit 7,8 Prozent verglichen mit anderen Bundesländern relativ hoch ist.

    Diese Faktoren haben auch die deutschen Autohersteller erkannt. Ihre Projekte für neue Mobilitätsservices haben sie fernab der Konzernzentralen in Berlin angesiedelt. BMW und Daimler steuern von hier und von Hamburg aus ihre frisch zusammengelegten Now-Unternehmen wie Free Now (MyTaxi) und Share Now (Car2Go, Drive Now). Volkswagen lässt die Software für seinen Ridesharing-Versuch ebenfalls in den beiden größten deutschen Städten entwickeln.

    Die umworbenen Entwickler für solche IT-Projekte, die sich ihren Arbeitgeber oft aussuchen können, leben häufig bereits in Berlin – und lassen sich nur schwer nach Stuttgart oder gar Wolfsburg locken. Volkswagen bewirbt im Ringen um solche Top-Leute derzeit auffällig am Berliner Hauptbahnhof die Möglichkeit, per ICE von Berlin nach Wolfsburg zu pendeln. Einfacher ist es da, die Jobs direkt in Berlin anzubieten.

    Denn Konkurrenten am Jobmarkt sind bereits vor Ort: Der Kartendienst Here, auf den die deutschen Autohersteller setzen, hat ebenfalls ein großes Büro in Berlin. Dazu kommt eine Reihe von Start-ups wie die Online-Spedition Sennder und der E-Roller-Anbieter Tier.

    Ein echtes Automotive-Cluster ist Berlin trotz solcher Unternehmen im Vergleich zu Niedersachsen, Baden-Württemberg und Bayern allerdings nicht – denn dafür fehlt der Region der industrielle Kern in der Branche.

    Allerdings: Mit dem Wandel hin zu Elektromobilität müssen sich die Zulieferer sowieso völlig neu aufstellen. Sie könnten Tesla also nach Berlin folgen. Dazu gehört auch Siemens: Der Konzern, der sich mit Elektrotechnik bestens auskennt, will mit 600 Millionen Euro die traditionsreiche Westberliner Siemensstadt wieder zu einem bedeutenden Konzernstandort machen. Da drängt sich nun eine enge Partnerschaft mit Tesla geradezu auf.

    Mehr: Die Deutschen haben die erste Runde der E-Mobilität verschlafen, dafür kommen sie nun entschieden auf den Markt. Dieser Schwenk ist dem Tesla-Chef nicht entgangen.

    „Unter Umständen könnte Tesla eines Tages bei einem deutschen Unternehmen landen“

    Startseite
    Mehr zu: Gigafactory - Neues Tesla-Werk: Warum Berlin-Brandenburg etablierte Auto-Regionen ausgestochen hat
    0 Kommentare zu "Gigafactory: Neues Tesla-Werk: Warum Berlin-Brandenburg etablierte Auto-Regionen ausgestochen hat"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    Zur Startseite
    -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%