Glyphosat „Die Verteufelung ist abenteuerlich“

Am Mittwoch könnte es zur Entscheidung über die Zukunft des Unkrautvernichters Glyphosat in der EU kommen. Das Europäische Parlament fordert ein schrittweises Verbot. Die Industrie ist sauer und spricht von einem Skandal.
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Die EU-Länder sollen über einen Vorschlag der Kommission abstimmen, die das umstrittene Mittel um weitere fünf bis sieben Jahre zulassen will. Quelle: dpa
Glyphosat

Die EU-Länder sollen über einen Vorschlag der Kommission abstimmen, die das umstrittene Mittel um weitere fünf bis sieben Jahre zulassen will.

(Foto: dpa)

DüsseldorfNormalerweise geht es in den Sitzungen des so genannten PAFF-Ausschusses auf EU-Ebene um wenig aufsehenerregende Themen: etwa um die Zulassung neuer Saaten. Am Mittwoch aber steht bei dem Ausschuss in Brüssel eine richtungsweisende Entscheidung auf der Tagesordnung: Es geht um die Neuzulassung des Pflanzenschutzmittels Glyphosat.

Die EU-Länder sollen über einen Vorschlag der Kommission abstimmen, die das umstrittene Mittel um weitere fünf bis sieben Jahre zulassen will. Bislang hatte die Brüsseler Behörde hier zehn Jahre angestrebt. Ende 2017 läuft die Lizenz aus. Offen ist, ob es tatsächlich zu einer Abstimmung kommt. Klar ist aber, dass es für die Vorlage der Kommission keine qualifizierte Mehrheit geben wird. Frankreich und Italien wollen mit Nein stimmen, kleinere Länder wie Österreich wollen sich enthalten.

Entscheidend ist, wie sich Deutschland in der Abstimmung verhält. Beobachter gehen davon aus, dass auch die Bundesregierung sich der Stimme enthalten wird. Dafür sprechen die Fakten. Der Riss in der Glyphosat-Frage ist tief: Das SPD-geführte Umweltministerium ist gegen eine neue Lizenz und hat erst am Montag noch sein „Nein“ betont. Das CSU-geführte Landwirtschaftsministerium will eine weitere Zulassung.

In dem seit nun mehreren Jahren schwelenden Streit hat sich die Regierung deswegen bei allen bisherigen Abstimmungen enthalten. In einer Jamaika-Koalition dürfte dieser Riss noch tiefer sein. Für die Grünen ist das Thema Glyphosat überlebenswichtig. Die Anhänger einer ökologisch orientierten Landwirtschaft kämpfen seit Monaten massiv gegen das Mittel.

Eine Zustimmung zur einer unbegrenzten neuen Freigabe wäre für die Grünen nicht machbar. Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter warnt die amtierende Bundesregierung vor einem solchen Schritt und fordert eine Verschiebung der Abstimmung in Brüssel. Das allerdings wird schwierig, weil bis Mitte November eine Entscheidung gefällt werden muss. Bis dahin dürft eine Jamaika-Koalition noch nicht stehen.

Glyphosat ist das meist verwendete Unkrautvernichtungsmittel der Welt. Es ist hochwirksam, billig und wird daher in der Landwirtschaft im großen Stil eingesetzt. Kritiker unterstelle dem Mittel gesundheitsgefährdende Wirkung und verweisen, darauf, dass es unter Krebsverdacht steht.

Keine Bestätigung bei Untersuchungen
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3 Kommentare zu "Glyphosat: „Die Verteufelung ist abenteuerlich“"

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  • https://amerika21.de/2017/03/171325/gyphosat-argentinien-krebs

    Die Lösung aus Sicht der Chemieriesen wäre doch folglich, den Menschen in den nächsten 2 Generationen ebenfalls gentechnisch zu verändern und gegen Glyphosat immun zu machen.
    Aber derzeit gibt es einige Regionen in der Welt, in denen Glyphosat intensiv angewendet wird und es dort seitdem zu schweren Erkrankungen kommt. Alles natürlich Zufall.

  • Wieviel hat die Chemie-Industrie dem HB für diesen tendenziösen Artikel wohl gezahlt, oder kennen sich die Eigner? Bei solchem Journalismus krieg ich Pickel. Wahrscheinlich war es eine Anzeige der Industrie. In dem Fall entschuldige ich mich.

  • Ein Kompromiß könnte sein:

    Glyphosat wird für fünf Jahre ausschließlich für die Landwirtschaft zugelassen - in engen Grenzen.

    Für den Privatgebrauch wird Glyphosat EU-weit ganz verboten, genauso wie der Verkauf in den Garten- und Baumärkten (viele Baumärkte verzichten schon jetzt freiwillig auf den Verkauf!!).

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