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Glyphosat-Streit Bayer-Chef Baumann beruft sich auf Rückendeckung des Aufsichtsrats

Glyphosat-Klagen und der Groll der Anleger machen es Bayer derzeit schwer. Unternehmenschef Baumann weist alle Schuld von sich.
Update: 24.03.2019 - 15:58 Uhr 1 Kommentar
„Wenn es darum geht, Unsicherheiten zu bewerten, neigt die Börse zu Übertreibungen.“ Quelle: Reuters
Werner Baumann

„Wenn es darum geht, Unsicherheiten zu bewerten, neigt die Börse zu Übertreibungen.“

(Foto: Reuters)

FrankfurtDer wegen der Übernahme des Glyphosat-Herstellers Monsanto kritisierte Bayer-Chef Werner Baumann wehrt sich gegen den Vorwurf, sein Unternehmen habe die Risiken des Milliarden-Zukaufs unterschätzt. Der Vorstand habe die Transaktion sehr sorgfältig geprüft und dabei auch externe Berater hinzugezogen, sagte Baumann der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“. Der Vorstand habe die volle Rückendeckung des Aufsichtsrats, sagte Baumann auf die Frage nach einem Rücktritt.

In zwei US-Prozessen wurde der Unkrautvernichter Glyphosat als Ursache für Krebserkrankungen gesehen, daraufhin brach der Aktienkurs ein. Baumann verteidigte den milliardenschweren Kauf des umstrittenen US-Saatgutkonzerns gegen die wachsende Kritik. „Der Monsanto-Kauf war und ist eine gute Idee“, sagte der Chef des Agrarchemie- und Pharmaunternehmens.

Anleger fürchten allerdings schwer kalkulierbare Milliardenrisiken durch mögliche Schadenersatz- und Vergleichszahlungen. Der Aktienkurs von Bayer, der sich gerade erst ein wenig berappelt hatte, ging wieder auf Talfahrt: Minus 12,5 Prozent schlugen in der vergangenen Woche zu Buche.

Damit wurden weitere Milliarden Euro an Börsenwert vernichtet. Der Höchstkurs von gut 140 Euro datiert aus dem Jahr 2015, seither geht es bergab - zuletzt auf etwa 60 Euro. Vor einem Millionenurteil einer Geschworenenjury im ersten großen Glyphosatprozess im vergangenen August waren es noch mehr als 90 Euro gewesen.

Die Klagewelle in den USA war infolge des Urteils so richtig ins Rollen gekommen. Bis Ende Januar wurden Monsanto in den USA glyphosatbezogene Klagen von etwa 11 200 Klägern zugestellt. Bayer weist die Vorwürfe eines Krebsrisikos von Monsantos Unkrautvernichtern zurück und beruft sich auf zahlreiche Studien.

Die Abschläge an der Börse infolge der Gerichtsschlappen hält Baumann für stark übertrieben: „Wenn es darum geht, Unsicherheiten zu bewerten, neigt die Börse zu Übertreibungen.“ Die gute Verfassung des Unternehmens, die hervorragenden Wachstumsperspektiven, die Ertragskraft - all das sehe er „nur sehr unvollständig im derzeitigen Börsenwert gespiegelt“, sagte der Bayer-Chef. Den Ärger der Aktionäre verstehe er aber.

Beschwichtigen dürfte das die Anleger kaum. Auf der Hauptversammlung Ende April wird sich der Bayer-Manager harscher Kritik stellen müssen. So bezeichnete Christian Strenger, Gründungsmitglied der Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex, den Monsanto-Kauf jüngst in einem dem „Manager Magazin“ vorliegenden Brief als „den größten und schnellsten Wertvernichter der Dax-Geschichte“. Strenger fordert demnach, Baumann und seinen Vorstandskollegen die Entlastung zu verweigern.

Gedanken an einen Rücktritt weist Baumann von sich: „Der Vorstand hat die volle Rückendeckung des Aufsichtsrats.“

Für mögliche Schadenersatzzahlungen in den USA habe Bayer bisher keine Rückstellungen gebildet. In einem ersten Fall war Monsanto zu 78 Millionen Dollar Schadenersatz verurteilt worden. Eine Hochrechnung dieser Summe auf die insgesamt erwarteten 11.200 Klagen gehe völlig an der Realität vorbei, sagte Baumann. Bayer hat Berufung gegen das erste Urteil eingelegt.

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  • rtr
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1 Kommentar zu "Glyphosat-Streit: Bayer-Chef Baumann beruft sich auf Rückendeckung des Aufsichtsrats"

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  • Natürlich ist H. Baumann schuld an diese Miesere. Schließlich wird er dafür bezahlt, dass so etwas nicht passiert.
    Mitschild hat natürlich auch der Aufsichtsrat.
    Letztendlich aber m u s s H. Baumann gehen. Er bringt alle anderen Vorstandsvorsitzende
    in Verruf. Also Tschüss.........