Google Auto-Chef John Krafcik Zetsches neuer Gegenspieler

Der Automanager John Krafcik soll die selbstfahrenden Fahrzeuge von Google auf die richtige Spur bringen. Der erfahrene Auto-Veteran will mit seinen Technik-Kenntnissen nun die Platzhirsche der Branche herausfordern.
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Der 53-jährige Automanager war zuvor unter anderem Ingenieur bei Ford und führte das US-Geschäft des südkoreanischen Herstellers Hyundai. Quelle: dpa
John Krafcik

Der 53-jährige Automanager war zuvor unter anderem Ingenieur bei Ford und führte das US-Geschäft des südkoreanischen Herstellers Hyundai.

(Foto: dpa)

New YorkJohn Krafcik ist einer der wenigen Top-Manager, der sich in der alten und der neuen Autowelt auskennt. Der 53-Jährige hat bei Ford und Hyundai Karriere gemacht und wechselte im vergangenen Jahr zum Online-Portal TrueCar, das Autokäufern mit ausgetüftelter Datenanalyse zum besten Preis verhilft. Genau damit kann er nun bei Google punkten.

Der Technologie-Konzern aus dem Silicon Valley macht Krafcik zum Chef für das Projekt mit selbstfahrenden Autos. Ende des Monats soll er in der Konzernzentrale im kalifornischen Mountainview anfangen. Seine Mission ist klar: Krafcik soll die Technologie kommerzialisieren und die richtigen Partner dafür an Bord holen.

„Ich kann es kaum abwarten“, schwärmt Krafcik. „Diese Technologie kann tausende Leben retten, Millionen von Menschen mobiler machen und sie befreit uns von den vielen Dingen, die wir beim Fahren frustrierend finden.“

Seine Schritte werden auch von den deutschen Autobauern genau verfolgt werden. Krafciks Ernennung kommt kurz vor dem Start der Automobilmesse IAA in Frankfurt, bei der auch Google und der iPhone-Hersteller Apple vertreten sein werden. Längst sind Autobauer auf der ganzen Welt in den Kampf um die ersten selbstfahrenden Autos mit eingestiegen.

Daimler-Chef Dieter Zetsche hat schon im Januar auf der Elektronikmesse CES einen Prototypen für ein autonom fahrendes Auto vorgestellt. Der japanische Hersteller Toyota hat erst Anfang des Monats eine 50 Millionen Dollar schwere Investition in selbstfahrende Autos und künstliche Intelligenz angekündigt.

Es ist das erste Mal, dass Google einen offiziellen Chef für das ambitionierte Projekt benennt. Die selbstfahrenden Autos sind bislang noch Teil von Googles Zukunftslabor Google X. Eine Sprecherin deutete jedoch an, dass die Autos zu einem späteren Zeitpunkt in ein eigenes Unternehmen ausgegliedert werden könnten. Der IT-Konzern hat erst vor wenigen Wochen einen umfangreichen Umbau angekündigt, bei dem unter dem Namen „Alphabet“ die vielen Projekte in einem Konglomerat zusammengefasst werden.

Kugelförmige Google Autos im Testbetrieb

Dafür muss Krafcik auch die richtigen Partner finden. Google hat wiederholt betont, die Autos nicht selbst bauen zu wollen, sondern auf die Expertise von erfahrenen Herstellern zurückzugreifen. Und er kennt sich in der Autoindustrie bestens aus. Von 2008 bis 2013 war er Amerikachef des südkoreanischen Herstellers Hyundai und hat das Unternehmen mit Rekordabsätzen durch die Finanzkrise gesteuert. Besonders gut kam sein Rückgabe-Programm an. Er versprach den Käufern, dass sie die Autos zurückgeben können, falls sie innerhalb eines Jahres ihren Job verlieren sollten.

Ein smarter Assistent für Android
Entwicklerkonferenz Google I/O 2015
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Auf der Entwicklerkonferenz I/O in San Francisco stellte Google eine neue Version seines Smartphone-Betriebssystems vor. Android M soll Nutzern den Zugriff auf Informationen erleichtern, die in den Kontext passen.

Android Pay
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Google will das Smartphone zum Portemonnaie machen. Nutzer sollen mit dem System Android Pay nicht nur auf Websites und in Apps, sondern auch in Geschäften zahlen können – ähnlich wie man es von Apple Pay kennt. Zahlreiche Firmen wollen es vom Start weg unterstützen, von McDonald's bis Nike.

Unterwegs bezahlen
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Mit dem Bezahl-Service Android Pay wird Google nicht selbst zur Bank – der Konzern kooperiert mit Zahlungs-Abwicklern wie Mastercard oder Visa. Alle Smartphones ab der Android-Version 4.4 (Lollipop) mit der Nahfunk-Funktion NFC sollen kompatibel sein.

Google Cardboard
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Faszinierende virtuelle Realität: Die neue Brille Cardboard zog viele Besucher in ihren Bann. In das faltbare Gestell aus Pappe kann man sein Smartphone stecken – die Software soll Nutzer dann in eine dreidimensionale Welt eintauchen lassen. Auf der Konferenz zeigte Google die zweite Cardboard-Generation.

Günstige Anschaffung
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Nutzer können die Papp-Brille für kleines Geld kaufen oder auch selbst bauen – Google hat eine Anleitung auf seine Website gestellt. Der Konzern hofft auch, dass das System vermehrt in Schulen zum Einsatz kommt.

Google Jump
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Gemeinsam mit Action-Kamera-Spezialist GoPro stellte Google das Jump-System vor. Damit soll man Videofilme herstellen, in denen man sich umsehen kann – dafür sorgen 16 aneinandergereihte Kameras. Die Aufnahmen lassen sich mit Brillen wie Google Cardboard ansehen.

Neue Fotoplattform
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Google hat eine neue Fotoplattform vorgestellt. Nutzer können ihre Bilder kostenlos und ohne Speicherbegrenzung hochladen und von anderen Geräten auf die Dateien zugreifen. Die Software erkennt und verschlagwortet die Motive selbst – so lassen sie sich nach Personen oder Orten sortieren.

Zuvor machte Krafcik Karriere bei Ford. Beim zweitgrößten US-Autobauer war er unter anderem für die Produktentwicklung für verschiedene SUVs verantwortlich. Krafcik hat an den Eliteuniversitäten Stanford und am Massachusetts Institute of Technology Maschinenbau und Betriebswirtschaft studiert. Er gilt als großer Fan von Datenanalysen und als Verfechter der sogenannten Schlanken Produktion, die alle überflüssigen Arbeitsschritte durch intelligente Organisation ersetzt.

Die Google-Autos werden derzeit in Mountain View und in Austin im US-Bundesstaat Texas getestet. Insgesamt hat die Flotte der kleinen, kugelförmigen Fahrzeuge mehr als 1,6 Millionen Kilometer auf öffentlichen Straßen zurückgelegt, teilte der Konzern mit. Doch es bleibt viel zu tun.

„Wir müssen noch einiges darüber lernen, wie Leute unsere Fahrzeuge wahrnehmen und wie sie diese Technologie in ihr Leben und in ihre Gemeinden integrieren wollen“, heißt es. Dazu könnten unter Krafcik auch Pilotprogramme gestartet werden. Die Vision: Eines Tages sollen die Autos ihre Passagiere per Knopfdruck von Punkt A zu Punkt B fahren.

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  • Porsche Chef hatte m.E. Recht , als er sagte, das selnstfahrende wird sich nicht etablieren. Doch es müssen immer Überraschungen und Neuigkeiten her, um das öffentliche Interesse an den Firmen und am Produkt wach zu halten. Vielleicht möchte man auch ablenken von dem Versagen, eine leistungsfähige Batterie für E - Autos zu erfinden. Das gesamte E Projekt ist in den Kinderschuhen, unreif zum Gebrauch!

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