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Greensill-Insolvenz Britischer Premier Johnson macht Hoffnung auf Liberty-Steel-Rettung

Der Mutterkonzern GFG Alliance des Milliardärs Sanjeev Gupta ist durch die Greensill-Pleite schwer in Bedrängnis. Doch nun könnte der britische Staat einspringen.
01.04.2021 - 17:59 Uhr Kommentieren
Großbritanniens Wirtschaftsminister ist nach eigener Aussage im Austausch mit dem britischen Stahlhersteller. Quelle: Reuters
Liberty Steel

Großbritanniens Wirtschaftsminister ist nach eigener Aussage im Austausch mit dem britischen Stahlhersteller.

(Foto: Reuters)

London Der britische Premierminister Boris Johnson hat sich hoffnungsvoll geäußert über Gespräche zwischen der Regierung und dem in Schwierigkeiten geratenen Stahlhersteller Liberty Steel. Dessen Mutterkonzern GFG Alliance schuldet dem insolventen Finanzdienstleister Greensill Capital mehrere Milliarden Euro. Greensill-Gläubiger hoffen darauf, von dem nach eigenen Angaben international bislang profitablen Stahlkonzern einen Teil ihres Gelds wieder zurückzubekommen.

Unternehmenschef Sanjeev Gupta sucht daher verzweifelt nach Investoren, um die rund 5000 Arbeitsplätze bei Liberty Steel und anderen Stahlwerken von GFG Alliance in Großbritannien zu erhalten. Einen Antrag auf eine 170 Millionen Pfund schweres Rettungspaket hatte die Regierung bereits abgelehnt mit der Begründung, die Unternehmensstrukturen seien undurchsichtig. Für die Regierung ist die Angelegenheit heikel, weil sich auch kürzlich herausgestellt hatte, dass Ex-Premierminister David Cameron als Lobbyist für Greensill bei der Regierung um Unterstützung geworben hatte.

Trotzdem macht Johnson nun wieder Hoffnung. Wirtschaftsminister Kwasi Kwarteng sei in täglichem Kontakt mit der Unternehmensführung, sagte Johnson am Donnerstag vor Journalisten. Die Stahlindustrie sei ein wichtiges nationales Gut. „Wir brauchen eine starke Stahlindustrie. Ich bin sehr hoffnungsvoll, dass wir eine Lösung finden“, so Johnson. Gupta hingegen betonte im Gespräch mit der BBC, er habe auch anderweitige Refinanzierungsangebote.

Von der Greensill-Insolvenz sind auch mehrere Dutzend Kommunen in Deutschland betroffen, die in den deutschen Ableger des Unternehmens, die Bremer Greensill-Bank, investiert hatten. Sie wollten Negativzinsen vermeiden und entschieden sich, auch auf Vermittlung von Finanzdienstleistern. zur mehr oder weniger kurzfristigen Geldanlage bei der Greensill Bank, die etwas bessere Zinssätze anbot als Wettbewerber.

Doch das vermeintlich gute Geschäft wurde zum Flop. Nun zittern sie um ihr Geld.

Mehr: Streit über Verantwortung nach der Greensill-Pleite

  • dpa
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