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Großaktionäre fordern Rückabwicklung gescheiterter Fusionen – Milliardenwerte vernichtet Firmenehen vor der Scheidung

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Weitere Scheidungen werden folgen. Eine Rückabwicklung ihrer Fusion erwägen seit langem die Spitzen des niederländisch-britischen Industriekonzerns Corus, die 1999 aus British Steel und Koninklijke Hoogovens den damals größten europäischen Stahlkonzern formten. Eine Zerschlagung dürfte auch Karstadt-Quelle bevorstehen. Analysten erwarten, dass Großaktionärin Madeleine Schickedanz den Handelskonzern aufteilt, sobald ihre Familie durch die aktuellen Aktienzukäufe die 75-Prozent-Beteiligungsgrenze erreicht hat. Selbst eine Zerschlagung von Daimler-Chrysler ist noch nicht vom Tisch. Im April bemühten sich angeblich Finanzinvestoren um die Aktienpakete einiger Großaktionäre, um den Konzern anschließend zu zerlegen.

„Viele Unternehmen erkennen jetzt, dass sie einzeln effizienter sind als innerhalb eines Konglomerats“, sagt KPMG-Fusionsexpertin Martina Ecker. Der Grund aus ihrer Sicht: Eigenständig kann das Management schneller auf geänderte Marktanforderungen reagieren.

Die Beratungsgesellschaft Bain & Company kommt in einer aktuellen Studie zu alarmierenden Ergebnissen. Zwei von drei Konzernmanagern erklärten dort, die realisierbaren Synergien überschätzt zu haben. Jeder Zweite entdeckte zu spät, dass der Verkäufer das Akquisitionsobjekt trickreich herausgeputzt hatte.

Besonders eklatant gehen Wunsch und Wirklichkeit in der Kreditbranche auseinander, wie Kirsten Bremke von der Unternehmensberatung A. T. Kearney in einer Studie herausgefunden hat. „Obwohl über 80 Prozent die Steigerung der Profitabilität als Fusionsziel angaben“, sagt sie, „erreichten nur 30 Prozent tatsächlich eine deutliche Verbesserung.“ Bei der Hypo-Vereinsbank beispielsweise, berichten Insider, sollen bis heute die EDV-Systeme der einstigen Fusionspartner Bayerische Hypothekenbank und Vereinsbank nicht vollständig miteinander kommunizieren. Doch hier kam ein Konkurrent den unzufriedenen Aktionären zuvor und nutzte die fehlgeschlagene Fusion von 1998: Die italienische Unicredito übernimmt jetzt die Münchener Bank.

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