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Großes Umsatzpotential Bayer-Konzern erwirbt Krebsmittel

Der Pharma- und Chemiekonzern Bayer baut sein Krebsmittelgeschäft aus. Von der norwegischen Firma Algeta habe der Konzern Rechte an dem Wirkstoff Alpharadin erworben, teilte Bayer am Donnerstag mit. Die Unternehmen wollen die Substanz künftig gemeinsam entwickeln und vermarkten. Alpharadin wird zur Behandlung von Knochenmetastasen eingesetzt.

Reuters/te lFRANKFURT. Algeta erhält im Gegenzug einmalig 42,5 Mio. Euro von Bayer. Abhängig vom Erreichen festgelegter Entwicklungs- und Vermarktungsziele winken der norwegischen Firma insgesamt bis zu 560 Mio. Euro an erfolgsabhängigen Zahlungen. Nach Markteinführung sollen die Norweger zudem umsatzabhängige Lizenzgebühren in prozentual zweistelliger Höhe erhalten.

Der Kurs der Algeta-Aktien schoss nach der Nachricht in Oslo um gut 60 Prozent in die Höhe. Die im Dax notierte Bayer-Aktie zog am Donnerstagvormittag zunächst um 1,3 Prozent auf 42,60 Euro an, verlor im Tagesverlauf aber wieder leicht. „Alpharadin ist ein vielversprechender Wirkstoff in der Krebs-Pipeline von Bayer“, schrieb Analyst Peter Spengler von der DZ Bank in einem Kommentar.

Alpharadin ist ein Radiopharmazeutikum, das auf der Wirkung von Alpha-Strahlung basiert. Nach Angaben der Firmen bewirkt es eine hochspezifische Bestrahlung von Knochenmetastasen, indem sehr konzentrierte Strahlendosen direkt gegen Tumorzellen gerichtet werden. Das Umgebungsgewebe soll dabei einer sehr geringen Strahlung ausgesetzt sein. Zurzeit wird der Wirkstoff in einer zulassungsrelevanten Studie bei 750 Patienten mit Prostatakrebs getestet, die auf eine Hormonbehandlung nicht mehr ansprechen und bei denen sich bereits Knochenmetastasen gebildet haben.

Dieses und weitere künftige Therapiegebiete zusammengenommen traut Bayer der Substanz einen Umsatz von bis zu mehreren Hundert Millionen Euro pro Jahr zu. Algeta-Chef Andrew Kay hält, alle künftigen Behandlungsfelder eingerechnet sogar Spitzenumsätze von 1,3 bis 1,9 Mrd. Dollar für möglich. Mögliche weitere Einsatzgebiete für das Mittel sind Knochenmetastasen bei Brust-, Lungen-und Nierenkrebs.

Bayer hat im vergangenen Jahr rund 10,7 Mrd. Euro Umsatz im Geschäft mit verschreibungspflichtigen Arzneimitteln gemacht, davon 885 Mio. Euro im Bereich Onkologie. Wichtigstes Medikament ist Nexavar, das im vergangenen Jahr 462 Mio. Euro Umsatz erzielte und sehr stark wächst. Nexavar hat die Zulassung für die Behandlung von bestimmtem Nieren- und Leberkrebs und wird zudem in fortgeschrittenen klinischen Studien für den Einsatz gegen Brustkrebs und gegen Tumore in der Schilddrüse untersucht. Zudem erforscht Bayer verschiedene andere Krebsmedikamente in frühen klinischen Studienphasen.

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