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Großhandel Krisenprofiteur Würth bleibt auf Rekordkurs im ersten Halbjahr

Würth legt ein Umsatzwachstum von 20 Prozent vor. Doch Lieferengpässe und hohe Rohstoffkosten belasten die Gruppe – Preiserhöhungen sind unvermeidlich.
07.07.2021 - 06:00 Uhr Kommentieren
Nahezu verdoppelt hat sich das Betriebsergebnis: auf 520 Millionen Euro. Quelle: dpa
Würth-Gruppe

Nahezu verdoppelt hat sich das Betriebsergebnis: auf 520 Millionen Euro.

(Foto: dpa)

Stuttgart Die Würth-Gruppe befindet sich nach dem ersten Halbjahr 2021 auf Rekordkurs: Der Weltmarktführer für Befestigungs- und Montagetechnik steigerte in den ersten sechs Monaten den Umsatz um 20,9 Prozent auf 8,4 Milliarden Euro im Vergleich zum Vorjahreszeitraum 2020.

Historisch gute Zahlen hat die Gruppe demnach im April vorgelegt. Die Wachstumsrate betrug 50 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat und stieg damit auf einen Umsatz von 1,42 Milliarden Euro. Die Zahlen beziehen sich jedoch auf April 2020, als die Wirtschaft unter den Anfängen der Corona-Pandemie litt.

„Dass das Wachstum im ersten Halbjahr 2021 trotz Pandemie so positiv ausfällt, übertrifft unsere Erwartungen. Erfreulich ist, dass fast alle Geschäftsbereiche wachsen“, sagt Würth-Chef Robert Friedmann.

Nahezu verdoppelt hat sich im Vergleich zum ersten Halbjahr 2020 das Betriebsergebnis – auf 520 Millionen Euro. Dazu hat, neben dem Wachstum, auch beigetragen, dass Reise-, Konferenz- und Messekosten in insgesamt dreistelliger Millionenhöhe nicht angefallen sind. Erstmals in der Würth-Geschichte scheint 2021 ein Betriebsergebnis von einer Milliarde Euro im Bereich des Möglichen zu sein.

Allerdings mahnt Friedmann, das erste Halbjahr nicht einfach auf die nächsten Monate fortzuschreiben. „Wir dürfen diese starken Wachstumsraten nicht als Maßstab nehmen. Die aktuelle Situation ist sehr fragil. Wir müssen auf alles vorbereitet sein“, warnte der Würth-Chef.

Er blieb deshalb in seiner Prognose vorsichtig: „Aktuell gehen wir für das Geschäftsjahr 2021 von einem zweistelligen Wachstum auf ein Umsatzvolumen von rund 16 Milliarden Euro aus, nach 14,4 Milliarden Euro im Jahr 2020.“ Entscheidend werde allerdings bei den derzeitigen Engpässen die Lieferfähigkeit, sagte Friedmann. Auch Würth spüre zunehmende Einschränkungen.

Lieferengpässe und hohe Rohstoffkosten sorgen für Preiserhöhungen

Seit Ende 2020 steigt weltweit die Nachfrage nach Vorprodukten und Rohstoffen. Verschärft wird die Situation, weil Unternehmen „hamstern“ und ihre Lager füllen. Das führt zu Produktionsengpässen, Lieferverzögerungen und damit zu steigenden Herstellungs- und Beschaffungspreisen.

Die Situation potenziere sich durch Probleme innerhalb der Lieferketten, meint Friedmann. Beispielsweise trage der Corona-Ausbruch im Containerhafen von Yantian in Südchina zu weiteren Lieferverzögerungen bei. „Es sind nicht genügend Rohstoffe auf dem Markt verfügbar. Das stellt uns zum Beispiel bei Befestigungselementen, Holzverbindern, Montageschienen und Beschlägen vor große Herausforderungen.“

„Es sind nicht genügend Rohstoffe auf dem Markt verfügbar“, warnt der Würth-Chef. Quelle: dpa
Robert Friedmann

„Es sind nicht genügend Rohstoffe auf dem Markt verfügbar“, warnt der Würth-Chef.

(Foto: dpa)

Zudem drückten die immensen Preissteigerungen bei Rohstoffen und Vorprodukten auf die Marge. Friedmann kündigte weitere Preissteigerungen als unvermeidbar an. Allerdings sei es nicht möglich, die höheren Kosten voll auf die eigenen Kunden abzuwälzen.

Die Zahl der Mitarbeiter hat sich bei Würth im ersten Halbjahr 2021 um 2626 auf 81.765 erhöht. Davon arbeiten 24.971 in Deutschland. Würth beschäftigt über 33.000 Mitarbeiter im Außendienst, die Handwerks- und Industriekunden direkt besuchen. Das Netz der Niederlassungen als zweiter Vertriebskanal wurde auf 2400 weltweit ausgebaut. Das Onlinegeschäft wächst laut Friedmann ebenfalls sehr stark.

Mehr: „Wir harmonieren gut zusammen“: Wie der Unternehmer Reinhold Würth und seine Tochter die Konzernführung regeln

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