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Grundsatzentscheidung Europäischer Gerichtshof bremst Uber

Der Fahrdienst Uber wird im europäischen Markt künftig als Taxi-Unternehmen bewertet. Die Entscheidung dürfte das Geschäftsmodell in Europa kaum ändern, ist aber ein Rückschlag für den neuen Uber-Chef Dara Khosrowshahi.
20.12.2017 Update: 20.12.2017 - 11:51 Uhr 3 Kommentare
Uber: Europäischer Gerichtshof bremst US-Mobilitätsdienst Quelle: Reuters
Uber wird reguliert wie Taxi-Unternehmen

Der EuGH stuft Uber Pop als Verkehrsdienstleistung ein.

(Foto: Reuters)

Brüssel Alles sollte anders werden bei Uber. So hatte es Dara Khosrowshahi versprochen, der neue Chef und ruhige Diplomat, der auf Travis Kalanick folgte, den für seine Lust an der Provokation und am Regelbruch bekannten Uber-Gründer. Der Neue präsentierte ein scheinbar geläutertes Start-up mit neuen kulturellen Normen. Er flog höchstpersönlich dorthin, wo seine Firma mit Behörden und Gesetzgebern im Streit lag, besänftigte, beruhigte. Vor allem nach Europa, wo zuletzt die Londoner Behörden seinem Dienst verboten, im Stadtgebiet zu operieren. 

Doch die Strategie der Besänftigung ging nicht auf. Im europäischen Markt muss der amerikanische Mobilitätsdienst erneut eine Niederlage hinnehmen. Das Start-up wird in Europa nicht zu seinem ursprünglichen Geschäftsmodell zurückkehren können, Fahrten mit Privatleuten als Chauffeur zu vermitteln. Der Europäische Gerichtshof entschied am Mittwoch, dass ein solcher Dienst eine Verkehrsdienstleistung ist und entsprechend reguliert werden muss. Damit wurde der Service rechtlich mit klassischen Taxi-Diensten gleichgestellt. 

Uber argumentierte bisher, eine Online-Plattform zur Vermittlung von Fahrten zu sein und sparte sich damit eine Reihe von Lizenzen und Gebühren. Zwar ist Uber in Europa mit seinem ursprünglichen Geschäftsmodell UberPop, dem Dienst mit privaten Fahrern, weitgehend gescheitert. Der Mobilitätsservice hatte den Service nach Rechtsproblemen bereits praktisch überall im europäischen Markt eingestellt, darunter in Deutschland, Italien, den Niederlanden, Spanien oder Belgien. 

Wo Taxifahren wenig kostet – und wo es besonders teuer ist
Taxipreise
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Wer in ein Taxi am Tokioter Flughafen steigt, ist – in der Innenstadt angekommen – schon mal um 170 Euro ärmer. Wo Taxifahren am teuersten, wo es am günstigsten ist, das hat das Online-Autohaus Carspring in einer Studie herausgefunden. Sie legt den Preis für Taxifahrten in 80 Städten weltweit offen. Sich über den ungefähren Fahrpreis zu informieren, kann Abzocke vorbeugen.

Die Rangliste beruht in erster Linie auf dem Preis für eine gewöhnliche Fahrt von drei Kilometern Länge. Die Bildergalerie zeigt die fünf preiswertesten – und die fünf teuersten Taxi-Städte. Auch die deutschen Vertreter tauchen im oberen Drittel auf.

Platz 5: Mexiko-Stadt
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Der Mann auf der Motorhaube mag etwas irritieren, aber der Kult-Käfer von Volkswagen war in der mexikanischen Hauptstadt lange das beliebteste Modell für Taxis. Mittlerweile soll das laut dem Carspring-Index der Nissan Tsuru sein. Mexiko-Stadt ist unter den 80 untersuchten Orten die günstigste Taxi-Stadt Lateinamerikas. 1,36 Euro kostet hier eine drei Kilometer lange Fahrt.

(Foto: Reuters)
Platz 4: Bukarest
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Auf Uber können Kunden in 65 der 80 Städte zurückgreifen. Ende April protestierten Taxifahrer vor dem Regierungsgebäude in Bukarest gegen Online-Fahrdienstleister. Dabei sind normale Taxis schon erschwinglich. Drei Kilometer kosten 1,31 Euro.

(Foto: AP)
Platz 3: Jakarta
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Indonesische Warteschlange: 1,31 Euro müssen Taxi-Kunden für drei Kilometer aufwenden. Toyota-Modelle sind nicht nur in Jakarta hoch im Kurs...

(Foto: Reuters)
Platz 2: Mumbai
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Der Toyota Innova ist das beliebteste Modell unter Mumbais Taxiunternehmern. Schon für 1,24 Euro legt man in der indischen Hafenstadt die Drei-Kilometer-Strecke zurück.

(Foto: Reuters)
Platz 1: Kairo
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In der ägyptischen Hauptstadt kostet die Entfernung bloß 49 Cent. Kairo ist damit die mit Abstand günstigste Stadt für Taxi-Nutzer. Und in noch einer wichtigen Kategorie wird der Geldbeutel der Kunden geschont: Die Fahrt vom Flughafen beläuft sich auf 3,73 Euro. Beim Grundpreis ist Kairo (20 Cent) schlagbar: In Tunis liegt der gerade mal bei 17 Cent.

(Foto: AFP)
Platz 65: Köln
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Deutschland kommt da nicht mit. Für 9,41 Euro käme man in Kairo knapp 60 Kilometer weit, in Köln reicht das Geld nur für drei. Die Rheinländer bieten die Dienstleistung im Vergleich zu den drei anderen deutschen Millionenstädte am preiswertesten an. Die Taxi-Lobby ist stark im Mercedes-Land. Nur in zwei Metropolen ist Uber zugelassen: in Berlin und der teuersten Taxi-Stadt Deutschlands...

(Foto: dpa)

Aktuell arbeitet Uber mit Fahrern mit Beförderungsschein oder Taxi-Betrieben. Diese Unternehmen werden heute schon nach den Vorgaben für Verkehrsdienstleistungen reguliert. In einer Stellungnahme zum Urteil erklärte Uber: „Die Entscheidung wird in den meisten EU Ländern nichts verändern, wo wir bereits unter den Beförderungsgesetzen operieren.“ Man werde den Dialog mit europäischen Städten fortführen. 

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    Die Entscheidung der europäischen Richter besitzt dennoch Signalwirkung. Sie zeigt, dass es dem Start-up trotz aller Bemühungen nicht gelingt, Regulatoren und Gesetzeshüter milde zu stimmen – oder gar deren Haltung zu den eigenen Gunsten zu verändern. Besonders für Chef-Vermittler Khosrowshahi stellt das aktuelle Urteil eine schwere Niederlage dar.

    Denn wenn das Urteil das Geschäftsmodell von Uber in Europa auch nicht radikal verändern wird, rüttelt es doch am Selbstverständnis des Mobilitätsdienstes. Uber hatte sich selbst stets als „Dienst der Informationsgesellschaft“ definiert. Derartige Dienste unterliegen nicht der strengen Regulierung der Mitgliedsstaaten, wie sie für Verkehrsdienstleistungen gilt. Das Urteil dürfte darum in der Technologiebranche aufmerksam verfolgt werden. Denn erstmals legt der Europäische Gerichtshof damit fest, welche Rolle er den Dienstleistern der Plattform-Ökonomie zuschreibt.

    „Ein schwerer Schlag für den digitalen Binnenmarkt“
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    3 Kommentare zu "Grundsatzentscheidung: Europäischer Gerichtshof bremst Uber"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • GRUNDSATZENTSCHEIDUNG
      Europäischer Gerichtshof bremst Uber
      von:
      Britta WeddelingLukas Bay
      Datum:
      20.12.2017 10:02 UhrUpdate: 20.12.2017, 11:51 Uhr
      ........................

      UBER hat gelernt ...vom Weihnachtsmann und dem Weihnachtsschlitten !!!

      Der fährt auch nicht jedes Geschenk einzeln aus !

      :-))))))))))))

    • GRUNDSATZENTSCHEIDUNG
      Europäischer Gerichtshof bremst Uber
      von:
      Britta WeddelingLukas Bay
      Datum:
      20.12.2017 10:02 UhrUpdate: 20.12.2017, 11:51 Uhr

      ........................

      Europäische unerwünschte Union und dessen sich selbst ernannte Politiker haben fast alle DREI CHAUFEURE und jeweils eigene Autos oder dann AUF STAATS KOSTEN STAATSKARROSSEN !

      Wozu macht man sich dann über TAXI beim Gericht Kopfzerbrechen ???

      GEHT EUCH DAS GELD AUS UND IHR BRAUCHT SCHON TAXI ???

    • So sehr neue Technologien gut und sinnvoll sein können, so - falsch genutzt - können sie auch schaden. UBER ist so ein Fall, die qualifizierten Taxifahrer werden an den Rand gedrängt, der Kunde muss hoffen, dass der schlecht qualifizierte Fahrer ihn doch dorthin bringt, wohin er wollte. Hoffentlich verhält sich der uber fahrer korrekt und das Auto funktioniert auch - hoffentlich ohne Sicherheitsmängel!
      Zudem wird die Gesellschaft betrogen um die Sozialabgaben, evtl Steuern und vielleicht gibt es dann in Zukunft weniger unserer qualifizierten Taxifahrer. Ich schätze die Leistung dieser Menschen, die tagtäglich 24 Stunden einen zuverlässigen Dienst tun. Ich möchte nicht, dass sich ein Unternehmen wie Uber auf Kosten der Gesellschaft bereichert und nur dann Dienste anbietet, wenn Profit garantiert ist. Mit einer Denkweise an VERSORGUNGSSICHERHEIT hat Uber nichts am Hut.

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