Händlerproteste in Korea Klassenkampf bei Porsche

Porsche ist für den VW-Konzern eine Gewinnmaschine. Doch in Südkorea protestieren nun die eigenen Händler gegen die Sportwagenschmiede aus Zuffenhausen. Sie fühlen sich zu schlecht bezahlt.
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„Die Gewerkschaft sei eine Krebszelle, die herausgeschnitten werden müsse.“ Quelle: Reuters
Porsche-Autohaus in Seoul

„Die Gewerkschaft sei eine Krebszelle, die herausgeschnitten werden müsse.“

(Foto: Reuters)

DüsseldorfKeine Warnwesten, keine Trillerpfeifen – wenn Porsche-Händler protestieren, dann mit Stil. Im Anzug demonstrierten rund 60 südkoreanische Händler am vergangenen Donnerstag vor der Zentrale der Händler-Organisation Stuttgart Sports Cars (SSCL), die in Korea die Sportwagen der Schwaben vertreibt. Sie fühlen sich schlecht bezahlt, klagen über die Arbeitsbedingungen.

Die Eskalation hat aber noch einen weiteren Grund: es geht um den Einfluss der Gewerkschaft bei den Porsche-Händlern. Zuletzt waren vier Angestellte, darunter auch der örtliche Gewerkschaftschef, entlassen worden – vor allem wegen ihrer Arbeit in der Arbeitnehmervertretung, behaupten die Protestierenden.

Erst im Mai 2014 hatten sich die Angestellten organisiert, nachdem es wegen unvergüteter Überstunden und schlechter Bezahlung immer wieder zu Meinungsverschiedenheiten mit der SSCL gekommen war. „Nachdem wir die Gewerkschaft gegründet haben, bedrohte uns der SSCL-Chef Graeme Hunter“, berichtet ein Händler in der „Korea Times“. „Die Gewerkschaft sei eine Krebszelle, die herausgeschnitten werden müsse.“ Am Ende habe das Unternehmen die vier Vertreter der Gewerkschafft geschasst mit dem Vorwurf, sich persönlich bereichert zu haben.

Vor allem die schlechte Bezahlung soll einer der Gründe für die Gründung der Gewerkschaft gewesen sein. Statt einer Basisbezahlung vergütet Porsche die örtlichen Händler mit rund einem Prozent Provision. Wegen des verschärften Wettbewerbs in Korea hätten Händler einen Teil der Provision an den Kunden weitergegeben. Manche hätten so nur umgerechnet rund 100 Euro im Monat verdient, klagt ein Händler in der „Korea Times“. Die Händler seien bereit, auch eine Woche zu streiken, um ihre Forderungen durchzusetzen.

Für Porsche wäre das eine schlechte Nachricht, denn eigentlich laufen die Geschäfte in Südkorea gut. Im vergangenen Jahr erwirtschaftete der schwäbische Sportwagenbauer dort einen Gewinn von umgerechnet 11,4 Millionen Euro, bei einem Umsatz von 225,5 Millionen Euro. Der Absatz hat im Jahresvergleich um 26 Prozent auf rund 2600 Fahrzeuge zugelegt.

Perfekt für die Flucht aus dem Alltag
Das feuerrote, das teure rote Spielmobil
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Entgegen anderslautender Gerüchte im Internet ist dieser rassige Cayman GT4 nicht Stückzahl-limitiert. Porsche wird ihn so lange bauen, wie man Nachfrage verzeichnet. Also so, wie beim Boxster Spyder. Die sehr spezielle Konfiguration des Sondermodells und sein selbstbewusster Preis von mindestens 86.000 Euro werden wohl ganz von selbst für eine Limitierung sorgen.

Da ahnt man schon, was einen erwartet
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Fertig für eine kleine Flucht aus dem Alltag? Für Menschen mit Benzin im Blut bietet schon die geöffnete Tür des Cayman GT4 Anlass zur Vorfreude. Die Bestuhlung stammt, wie auch andere Zutaten, aus Porsches größeren Sportmodellen 911 GT3 und RS.

Leichtbau mit einem Augenzwinkern: Öffnerschlaufen aus Gurtband
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Porsche verzichtet bei dem Wagen zwar auf ordentliche Türöffner, steigert das pure Fahrvergnügen besonders Leistungshungriger aber durch feine Zutaten: Das Fahrwerk kommt vom Carrera 911 RS und der Mittelmotor kommt aus dem Heck des aktuellen Neunelf S. Im Interieur treffen sich Alcantara, Leder und Carbon mit orange-roten Ziernähten.

Nicht nur Indisch-Rot macht neugierig
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Der Cayman lockt Freunde rassiger Fahrzeuge mit schwarz lackierter Sport-Auspufffanlage und Klappensteuerung, 20-Zoll-Felgen, Frontspoiler, Heckdiffusor und mächtigem Flügel für viel Abtrieb an der Hinterachse. Als besonderes Schmankerl gibt es ihn ausschließlich mit Sechsgang-Handschaltung.

Breitbau beim Lufteinlass, den so genannten Airblades
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Der Cayman GT4 ist ein Auto mit Taille und Hüfte. Und die runder und etwas breiter, aber auch agressiver gewordene Karosse spielt ihre Reize gekonnt aus.

Die neue Optik zeichnet das breite Grinsen des Fahrers nach
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Temposchweller werden gerne mal von der unteren Frontlippe geküßt. Auch die Einfahrt über steile Tiefgaragenrampen erfordert etwas Vorsicht. Schließlich ist der GT4 werksseitig bereits ordentlich tiefer gelegt.

Auffälliges Leitwerk
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Für Abtrieb am Heck sorgt ein gewaltiger Flügel auf dem Kofferraumdeckel. Wer dessen Stellung, etwa für Rundstreckenrennen, verändert, muss aber gleichzeitig den Frontdiffusor richtig anpassen. Eine Operation für echte Enthusiasten. Düe dürfen sich auch am Sportfahrwerk zu schaffen machen, das hat Porsche extra so vorgesehen.

  • bay
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