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Hambacher Forst RWE will Kohleförderung deutlich drosseln

Der Energiekonzern will die Kohleförderung im Tagebau Hambach um mehr als ein Drittel zurückfahren. Einen Produktionsstopp will man abwenden.
Update: 09.10.2018 - 11:56 Uhr 3 Kommentare
Die Förderung soll um 25 bis 38 Prozent zurückgehen. Quelle: dpa
Braunkohletagebau Hambach

Die Förderung soll um 25 bis 38 Prozent zurückgehen.

(Foto: dpa)

DüsseldorfDer Energiekonzern RWE will die Braunkohleförderung im Großtagebau Hambach massiv drosseln, das bestätigte nun ein Sprecher. Das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ hatte zuvor berichtet. So sollen die Folgen des jüngsten Rodungsverbots für den Hambacher Forst durch das Oberverwaltungsgericht (OVG) Münster zeitlich gestreckt werden. Bis 2021 sei ein kompletter Produktionsstopp damit vom Tisch, so ein Sprecher.

„In einer ersten Bewertung haben wir Minderförderleistungen von etwa 10 bis 15 Millionen Tonnen Braunkohle jährlich unterstellt“, erklärte RWE. Das würde einen Rückgang der Förderung zwischen 25 und 38 Prozent der bisherigen jährlichen Menge von 40 Millionen Tonnen bedeuten.

Das OVG Münster hatte am Freitag einem Eilantrag des BUND stattgegeben, wonach das Vorkommen von Bechsteinfledermäusen im Hambacher Forst zunächst genauer geprüft werden muss. Die Unterlagen würden mehrere Kisten füllen und seien in der Kürze der Zeit nicht zu bewältigen, sagten die Richter.

In der Folge feierten am Samstag knapp 50.000 Teilnehmer das Urteil auf dem Gelände in Kerpen. Der Imageschaden für RWE ist riesig, zumal die Wiederaufnahme der Produktion selbst bei einem positiven Ausgang des Hauptverfahrens unsicher ist.

Der Essener Energiekonzern betont nun aber, dass man mit einer solchen Wiederaufnahme plane. Auch wenn die Produktion nicht komplett zum Stillstand kommt, bleibt ein Vakuum im Jahr 2020.

Noch Ende 2019 erwartet RWE den gefürchteten Dominoeffekt beim Braunkohleabbau. Die Kohlegrube hat sieben Treppenabsätze, auf denen je ein Bagger steht. Wenn der oberste Bagger aber nicht mehr weiterkommt, kommen auch die tieferliegenden Bagger bald zum Stillstand, da ansonsten die Abbruchkante zu steil wird.

RWE wird dabei die ersten fünf Sohlen im gleichen Tempo wie bislang abtragen. Doch nur die letzten beiden Stufen in knapp 70 Meter Tiefe bestehen aus der begehrten Braunkohle. Hier werden die Arbeiten dann so gedrosselt, dass das zeitliche Ende möglichst nah am Verfahrensende liegt.

„Wir haben die Förderleistung bis auf das Datum gestreckt und einen Puffer für das Jahr 2021 einberechnet“, erklärte ein RWE-Sprecher gegenüber dem Handelsblatt.

Dass dadurch auch Arbeitsplätze wegfallen, ist wahrscheinlich. Von 4.600 Arbeitsplätzen sprach CEO Rolf Martin Schmitz im Handelsblatt-Interview zuletzt. Aus der Presseabteilung heißt es, dass man das jetzt noch prüfen müsste. Man werde „betriebliche Konsequenzen ziehen und den Betrieb so anpassen, dass die Folgen für das Unternehmen und seine Mitarbeiter so weit wie möglich begrenzt werden“, erklärte RWE.

Der dreistellige Millionenverlust, den der Konzern in einer Ad-hoc-Mitteilung am Freitag bereits an seine Aktionäre verschickte, bleibt aber weiter realistisch. Die Summe sei schon damals unter Berücksichtigung einer Produktionsminderung errechnet worden.

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3 Kommentare zu "Hambacher Forst: RWE will Kohleförderung deutlich drosseln"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • @Frau Nicole Bartels: RWE ist ein Energieversorger mit der Aufgabe zuverlässig und günstig Strom und (Fern)wärme bereitzustellen und dabei Gewinn zu generieren.
    Die umgehende Stilllegung der eigenen Großkraftwerke macht kaufmännisch keinen Sinn und wäre ohne entsprechenden Ersatz auch nicht im allgemeinen Interesse (ich möchte nicht nachts auf eine Petroleumlampe angewiesen sein...)
    Wenn die Behauptungen von Neutrino-Energy auch nur ansatzweise realistisch wären, würde garantiert in diese Richtung geforscht werden. Angesichts des notwendigen Aufwands, um überhaupt Neutrinos zu detektieren, erscheinen mir diese als Energiequelle eher uninteressant zu sein. ( https://en.wikipedia.org/wiki/Neutrino_detector ).

    @Frau Hein Bloed: Die Kursentwicklung ist für die wirtschaftliche und finanzielle Situation eines Unternehmens belanglos. Selbst wenn sich die Marktkapitalisierung von RWE halbieren würde, bliebe das Eigenkapital davon unbeeinflusst.

  • Warum kann man solche Gewinngierigen Energielöwen nicht auffordern, Abbau stoppen und in neueste Forschungsergebnisse zu investieren? Neueste Forschung bietet Alternativen - Neutrino-Energy wäre die Lösung vieler Komplikationen und vor allem Emissionsfreie Energy als UNENDLICHE RESSOURCE für die mobile, dezentrale Haushaltsenergie und für die Elektromobilität. Dazu liegen spannende,internationale Forschungsergebnisse und Patente der Berliner Neutrino Energy Group bereit. Es werden demzufolge keine Grosskraftwerke und Stromtrassen mehr benötigt, weil Billionen von Neutrinos mit der Solaren Strahlung weltweit strömen und in Energie gewandelt werden können durch Haushaltsgeneratoren und PowerCubes. Damit wird ein revolutionärer Systemwandel einsetzen, ähnlich wie in den 90iger Jahren weg von der FestnetzTelefonie zur Mobiltelefonie, was ja heutzutage bereits kinderleicht erscheint. Allerdings, solange wir unseren Strom mit der Verbrennung fossiler Brennstoffe und Atomkraft herstellen, rauchen die Abgase und Schadstoffe aus den Schornsteinen und es bleibt bei der Tatsache, dass Lobbyisten aus Politik und Wirtschaft wollen weiterhin den milliardenschweren Gewinn, der sich die nächsten Jahre noch aus der Verstromung der Bodenschätze ergibt, reinholen. Bis die letzten Öl-, Kohle- und Gasreserven ebenso teuer wie umweltschädlich verfeuert worden sind und unzählige weitere Menschen bei den geopolitischen Konflikten darum ihr Leben gelassen haben oder dann, wenn durch Millionen Tonnen weiterer CO² und anderer Abgase sich die Erderwärmung so weiter beschleunigt, dass die Auswirkungen für unser Klima noch dramatischer werden. Das der Erhalt der Umwelt vor der Profitgier der Energiekonzerne und anderer Partizipanten nachhaltiges Gehör findet ist eher unwahrscheinlich. Die Bevölkerung muss Aufstehen und neue Investionen von Politik und Wirtschaft fordern, denn alte Machtstrukturen verhindern den Fortschritt.

  • Zur Dimension:

    die angekuendigte Kuerzung der Foerdermenge entspricht etwa 10% der Gesamtdeutschen Braunkohlefoerderung.
    Kaufpreis: etwa € 1 Millionen

    https://de.blog.ecosia.org/1m-hambach/

    Der RWE Aktienkurs ist einer Woche um etwa 20% abgerauscht.

    Als Greenpeace den Ossidreck kaufen wollte (minus € 2 Milliarden) lehnte Vattenfall ab. Nun hat Leag kein Geld um die Schliessung zu bezahlen:

    https://www.freiepresse.de/nachrichten/wirtschaft/wirtschaft-regional/gutachter-leag-fehlen-noch-milliarden-fuer-revier-sanierung-artikel10331961

    Wieviel hat RWE nun zum Abschreiben?

    Lt Suchmaschine hat RWE ein Gesamtvermögen von 108,9 Milliarden USD (2015)

    Bei 20% Aktienwertverlust in der letzten Woche sind das rd € 20 Milliarden Verlust in einer Woche ... sicher kann uns die HB Redaktion detailiert aufklaeren.

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