Handelsbeziehungen: BASF, VW, Aldi: Deutsche Firmen investieren kräftig in China – und riskieren viel
China bleibt der „place to be“. (Fotos: BASF, Aldi-Süd, Bloomberg)
Foto: HandelsblattDüsseldorf, Berlin, Peking. Ungeachtet der wachsenden Risiken investieren deutsche Unternehmen weiter kräftig in China. In den ersten fünf Monaten des Jahres stiegen die Investitionen laut dem chinesischen Handelsministerium im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 21 Prozent.
Jüngste Beispiele: Der Chemiekonzern BASF erteilte vor wenigen Tagen die Freigabe für die entscheidende Phase zum zehn Milliarden Euro teuren Bau eines Verbundstandorts im Süden Chinas. Der Autozulieferer Hella verkündete Anfang der Woche, seine Fertigungskapazitäten mit einem neuen Lichtwerk in Changzhou nahe Schanghai auszubauen. Und der Discounter Aldi will Hunderte neue Läden in China eröffnen.
Zeitgleich mehren sich allerdings auch die Warnungen vor einer zu starken Bindung an China. „Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine zeigt die Probleme wirtschaftlicher Abhängigkeiten von autokratischen Systemen“, sagte Franziska Brantner, Staatssekretärin im Bundeswirtschaftsministerium, dem Handelsblatt. Auch das Institut für Weltwirtschaft (IfW) sieht deutsche Firmen längst auf dem Weg zu einer „gefährlichen Abhängigkeit vom Wohlwollen der chinesischen Führung“.
Man wolle die Handelsbeziehungen mit China nicht komplett abbrechen, aber Brantner mahnt: „Es gilt in Bezug auf China daher, vor allem Handels- und Lieferbeziehungen zu diversifizieren.“ Die Bundesregierung arbeitet derzeit an einer neuen Strategie, die auf eine stärkere Abgrenzung gegenüber China zielt.