Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Handelsblatt Auto-Gipfel 2020 Daimler will Fahrzeug-Software verstärkt selbst entwickeln

Mercedes-Boss Ola Källenius will Konkurrenten wie Tesla technisch Paroli bieten. Beim Handelsblatt Auto-Gipfel kündigt er eine Software-Offensive an.
06.11.2020 - 12:04 Uhr 1 Kommentar
Neben der Digitalisierung setzt Källenius voll auf Elektromobilität. Quelle: dpa
Ola Källenius

Neben der Digitalisierung setzt Källenius voll auf Elektromobilität.

(Foto: dpa)

München Daimler ist im Umbruch. Der Stuttgarter Autobauer spart drastisch, richtet sein Kerngeschäft neu aus und streicht Tausende Stellen in den Verbrenner-Werken. Die Kunden könnten sich aber weiter trotz all der Umbauten darauf verlassen, dass alle Mercedes-Fahrzeuge auch künftig eine Kombination aus „Ästhetik und Hightech“ abbilden würden, versicherte Daimler-Chef Ola Källenius am Freitag beim Handelsblatt Auto-Gipfel. „Es ist beides bei uns: Emotion und Intelligenz“, sagte der Manager.

Um diesen Anspruch im Wettstreit aufrechtzuerhalten, will Källenius künftig viele digitale Anwendungen selbst programmieren. „Es ist ein ganz klarer Strategieschwenk, dass mehr und mehr In-House geht“, sagte Källenius in seinem Eröffnungsstatement.

Der Grund: Das Auto entwickele sich zu einem Smartphone auf Rädern weiter und sei letztlich eines der wichtigsten Produkte im Kontext des Internets der Dinge. „Wir reden vom dritten Raum“ erklärte Källenius. Neben der eigenen Wohnung und dem Büro sei das Auto jener Ort, wo sich der digitale Fortschritt gut abbilden lässt.

„Was unsere Kunden erwarten, ist, dass das Auto genauso vernetzt und eingebettet ist, wie wir es daheim oder bei der Arbeit erleben“, sagte Källenius: „In diese Richtung wollen wir mehr und mehr In-House machen.“

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    Konkret stellt Daimler in diesem Bereich schon seit einigen Jahren Hunderte von Software-Entwicklern ein. Das Ziel: Bis Ende 2024 will der Stuttgarter Autobauer ein eigenes Betriebssystem namens MB.OS für die Mercedes-Flotte programmieren.

    „Dieses System ist das Gehirn und zentrale Nervensystem des Autos“, erklärt Källenius. Die eigene Softwareplattform soll künftig die zentrale Instanz für Motor, Klima oder Infotainment sein.

    Grafik

    Mit MB.OS will Daimler nicht nur Tesla technologisch Paroli bieten, sondern auch verhindern, dass Datenkraken wie Google weiter ins Innere der Fahrzeugsoftware eindringen. „Deswegen ist es so wichtig, dass wir der Architekt von diesem Operativsystem sind – dass auch die Schnittstelle zum Kunden uns gehört“, unterstrich Källenius.

    Auch Elektromobilität im Fokus

    Auf Basis der eigenen Softwareplattform hofft der Skandinavier, künftig verstärkt wiederkehrende Umsätze und Gewinne erzielen zu können. Statt Kunden nur alle paar Jahre ein neues Auto zu verkaufen, will Daimler in den kommenden Jahren auch mit Software-Updates Geld verdienen, mit denen Mercedes-Fahrer nachträglich verbesserte Fahrassistenzsysteme oder Dienstleistungs-Abos erwerben können. Bis zu eine Milliarde Euro sollen derlei Dienste bis Mitte des Jahrzehnts zum jährlichen Betriebsgewinn beisteuern.

    Neben der Digitalisierung setzt Källenius voll auf Elektromobilität. „Wir gehen in eine massive Elektrifizierungs-Offensive mit vielen neuen Modellen“, sagte der Schwede. Bis Ende des Jahrzehnts soll der Anteil der Neuwagen, die voll- oder teilelektrisch angetrieben werden, auf mehr als 50 Prozent des Gesamtabsatzes ansteigen.

    Die Mehrzahl dieser Autos werden reine Elektromodelle sein. „Auf dem Weg zu 2030, glauben wir, dass die batterieelektrischen Fahrzeuge vom Momentum her übernehmen werden“, glaubt Källenius. Zugleich würden aber auch die Plug-in-Hybride, die neben dem Elektroantrieb auch noch einen Verbrennungsmotor an Bord haben, eine wichtige Rolle spielen.

    Besonders dort, wo die Ladeinfrastruktur in den kommenden Jahren noch Lücken aufweist, seien die Plug-in-Hybride eine emissionsarme Alternative, erklärte Källenius.

    Mehr: VW-Chef Diess verspricht schnellen Ausbau der Elektromobilität.

    Startseite
    Mehr zu: Handelsblatt Auto-Gipfel 2020 - Daimler will Fahrzeug-Software verstärkt selbst entwickeln
    1 Kommentar zu "Handelsblatt Auto-Gipfel 2020 : Daimler will Fahrzeug-Software verstärkt selbst entwickeln "

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Das Problem der Lücken bei der Ladeinfrastruktur läßt sich sehr einfach lösen. Jeder KFZ-Händler und jede KFZ-Werkstatt ab einer bestimmten Größe müssen eine bestimmte Anzahl an Ladestationen zur Verfügung stellen. Zur Not reicht auch ein einfacher Starkstromanschluß, den ohnehin jede Werkstatt hat. Damit ließen sich zumindest "Leerer-Akku-Notfälle" beheben.

    Zur Startseite
    -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%