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Handelsblatt Auto-Gipfel 2020 Porsche-Chef: „Wir müssen Innovationsführer auf der Welt bleiben“

Oliver Blume fordert mehr Engagement für synthetische Kraftstoffe. Am Ende des Corona-Jahres rechnet der Porsche-Chef mit einer zweistelligen Rendite.
05.11.2020 - 15:54 Uhr Kommentieren
Die Elektrifizierung aller Porsche-Modelle treibt Blume Stück für Stück voran. Quelle: picture alliance/dpa
Oliver Blume

Die Elektrifizierung aller Porsche-Modelle treibt Blume Stück für Stück voran.

(Foto: picture alliance/dpa)

Düsseldorf Porsche-Chef Oliver Blume begrüßt die Forderungen des bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder nach einer Absenkung der Unternehmensteuern auf 25 Prozent, Verlängerung der Prämie für Elektroautos und stärkere Forschungsunterstützung. „Wenn Unternehmen leistungsfähiger werden, dann nutzt es der gesamten Gesellschaft“, sagte der Porsche-Chef am Donnerstag auf dem Handelsblatt Auto-Gipfel 2020.

„Es kommt aber darauf an, dort mit staatlichem Geld zu unterstützen, wo der Hebel am größten ist, damit wir mit unserer Industrie Innovationsführer auf der Welt bleiben.“

Porsche stehe zu den ambitionierten CO2-Zielen der EU. Der Sportwagenbauer werde die Brüsseler Vorgaben durch seine Elektrifizierungsstrategie erfüllen. Allein für die Produktion des ersten rein elektrischen Sportwagens Taycan habe Porsche 2000 neue Stellen geschaffen.

Blume brach am Donnerstag aber neben der klaren Priorisierung der Elektromobilität auch eine Lanze für synthetische Kraftstoffe. „Wir müssen auch den Blick auf die Bestandsfahrzeuge richten“, sagte Blume. Synthetische Kraftstoffe müssten im Gegensatz zu reinem Wasserstoff nicht komprimiert und gekühlt transportiert werden. Zudem könne die vorhandene Tankinfrastruktur genutzt werden.

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    Nachteil sei derzeit noch der Preis pro Liter jenseits von zehn US-Dollar. Der Porsche-Chef hofft, dass hier die Politik mit anschiebt, damit synthetische Kraftstoffe in großen Raffinerien wirtschaftlich hergestellt werden können. Auch Porsche sei da bereits mit Partnern unterwegs.

    Ganz uneigennützig ist die Forderung nicht. Synthetische Kraftstoffe könnten auch Fahrern des 911er-Porsches helfen, ihre Sportwagen auf Dauer weiterzubetreiben. 70 Prozent der jemals produzierten 911er befinden sich immer noch auf der Straße oder werden in der Garage gepflegt. Oft werden sie als Sammlerstücke bis ins hohe Alter gepflegt.

    Rendite soll zweistellig bleiben

    Einen rein elektrischen 911er wird es so schnell nicht geben. „Wir setzen beim 911er auf eine Hybridisierung“, betonte Blume. Die reine elektrische Reichweite werde nicht so groß wie bei den Limousinen ausfallen. Bei Porsche sei der Hybridantrieb aber kein Verzicht. Mit einem elektrisch aufgeladenen Turbo sollen die Zukunftsmodelle des 911er über 700 PS auf die Straße bringen.

    Grafik

    Die Elektrifizierung aller Porsche-Modelle treibt Blume Stück für Stück voran. Der kleine Sportgeländewagen Macan soll als erster 2022 rein elektrisch fahren. In den Plug-in-Hybriden sieht Blume mit den immer größeren elektrischen Reichweiten eine wichtige Brückentechnologie und keine Mogelpackung. Allerdings müsse gerade bei den Dienstwagenflotten auf die elektrische Nutzung geachtet werden. „Es ist eine übergreifende Aufgabe, das Laden von Hybriden zu fördern“, sagte Blume.

    In der Coronakrise hält sich die Volkswagen-Tochter bislang robust. „Wir haben stark an den Kosten gearbeitet und die Gewinnschwelle damit deutlich abgesenkt“, betonte Blume. Das strategische Ziel von 15 Prozent Rendite bleibe auch in der Transformation bestehen. Corona-bedingt liege die Gewinnmarge derzeit nur knapp über zehn Prozent.

    Blume zeigte sich optimistisch, dass die Rendite auch am Jahresende noch zweistellig bleibt: „Das ist absolut realistisch.“ Auf einen genauen Wert wollte er sich noch nicht festlegen. Der Sportwagenbauer profitiert vor allem vom anziehenden Markt in China. Dort liege der Absatz derzeit nur noch leicht unter Vorjahr.

    Mit Blick auf die USA sagte Blume: „Wir respektieren jede demokratische Wahl, bei der alle Stimmen ausgezählt werden.“ Er hoffe, dass die Handelskonflikte auch nach der Wahl nicht zunehmen und Porsche überall auf der Welt frei agieren kann. In den USA hat Porsche eine große Fangemeinde.

    „Das ist wie eine zweite Heimat. Allein in Kalifornien verkaufen wir 25.000 Fahrzeuge im Jahr – von 60.000 insgesamt in den USA“, sagte Blume. Porsche ist von einem freien Handel extrem abhängig, weil die Zuffenhausener in Deutschland produzieren.

    Der Porsche-Chef verwies darauf, dass es beim Sportwagenbauer keine betriebsbedingten Kündigungen gebe. Das Unternehmen hatte im Sommer durch die Coronakrise erlittene Defizite teilweise aufgeholt. Nach den ersten drei Quartalen des Jahres 2020 hat die profitabelste Marke des VW-Konzerns weltweit 191.547 Fahrzeuge an die Kunden übergeben.

    Das sind zwar immer noch fünf Prozent weniger Fahrzeuge als im Vorjahreszeitraum. Zum Halbjahr hatte der Rückstand bei den Auslieferungen allerdings noch bei zwölf Prozent gelegen.
    Wie zurzeit alle Handelsblatt-Veranstaltungen ist auch der Auto-Gipfel 2020 virtuell. Tickets gibt es unter handelsblatt-autogipfel.de.

    Mehr: Porsche verpasst wegen Corona-Ausfällen sein Renditeziel

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