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Handelsblatt CFO-Summit Wie sich die Impf-Industrie auf die Zeit nach der Pandemie vorbereitet

Impfstoff, Logistik, Maschinen: Deutschen Unternehmen kommt im Kampf gegen Corona eine entscheidende Rolle zu – auch über die Pandemie hinaus.
08.06.2021 - 17:05 Uhr Kommentieren
Kein anderer Hersteller hat bislang so viele Impfdosen an die Bundesrepublik geliefert wie Biontech. Quelle: dpa
Impfzentrum in Stuttgart

Kein anderer Hersteller hat bislang so viele Impfdosen an die Bundesrepublik geliefert wie Biontech.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Es war ein leichter Rückschlag für den Impfstoffhersteller Biontech, als er der Bundesregierung vor zwei Wochen erklären musste, dass die Impfstofflieferungen für die Kalenderwochen 23 und 24 wohl geringer ausfallen als ursprünglich geplant. Statt jeweils gut 5,1 Millionen Impfdosen würden in der laufenden Woche nur knapp 4,6 Millionen Dosen, kommende Woche gut vier Millionen Dosen geliefert, teilte das Unternehmen mit.

Verantwortlich für den Lieferrückstand seien „kleinere Verzögerungen in den Produktionsabläufen“, erklärte Finanzchef Sierk Poetting am Dienstag beim Handelsblatt CFO-Summit. Jede Charge verlasse die Produktion sofort, nachdem sie freigegeben worden sei. Die Verzögerungen dürften vor allem die Qualitätsprüfung betreffen. „Wenn eine Lieferung erst zwei Tage später freigegeben wird, führt das zu einer viertägigen Verzögerung bei der Auslieferung“, sagte Poetting.

Doch das Unternehmen will die Lieferungen noch im Juni aufholen, versprach Poetting. In den Kalenderwochen 25 und 26 dürften es dann an die sechs Millionen Impfdosen sein, die Biontech an die Bundesrepublik ausliefert.

Für das Gesamtjahr plant Biontech die Produktion von insgesamt drei Milliarden Impfdosen, wovon 300 Millionen an die EU geliefert werden sollen. 2022 sollen es mindestens 450 Millionen werden. Eine darüber hinaus gehende Erweiterung der Produktion sei derzeit nicht geplant, so Poetting.

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    Biontech gilt als eines der wichtigsten Unternehmen weltweit im Kampf gegen die Pandemie. An der Börse wird die Firma, die als relativ unbekanntes Forschungsunternehmen begonnen hat, mittlerweile mit rund 58 Milliarden US-Dollar bewertet. Allein Deutschland hat inzwischen fast 43 Millionen Impfdosen von Biontech und dem Produktionspartner Pfizer erhalten. Für das laufende Jahr 2020 rechnet Biontech damit, insgesamt drei Milliarden Impfdosen zu produzieren, zehn Prozent davon sind für die EU bestimmt.

    So wie Biontech sind auch viele andere deutsche Unternehmen an der Bekämpfung der Pandemie beteiligt. Ob Logistikdienstleister wie die Deutsche Post oder Maschinenbauer wie Körber: In nahezu jedem Segment der Lieferkette finden sich deutsche Firmen, die einen maßgeblichen Anteil daran haben, die Weltbevölkerung gegen Covid-19 zu immunisieren.

    „Wir gehen davon aus, dass wir in den nächsten Jahren ein sehr erhöhtes Transportaufkommen für Impfdosen sehen werden.“ Quelle: AFP
    Post-Finanzchefin Melanie Kreis

    „Wir gehen davon aus, dass wir in den nächsten Jahren ein sehr erhöhtes Transportaufkommen für Impfdosen sehen werden.“

    (Foto: AFP)

    Dabei rechnen viele Firmen damit, dass die Nachfrage auch nach dem Höhepinkt der Pandemie anhält – und stellen sich mit Investitionen darauf ein, dass auch in Zukunft viel Impfstoff benötigt wird. Schon jetzt hat etwa die Deutsche Post nach eigenen Schätzungen inzwischen mehr als 300 Millionen Impfdosen in 140 Länder geliefert.

    Finanzchefin Melanie Kreis betonte dabei auf dem CFO-Summit die Bedeutung von Partnerschaften zwischen Herstellern und Logistikunternehmen, „um dann eben auch die produzierten Impfstoffe möglichst schnell in alle Ecken der Welt transportieren zu können“.

    Das Virus wird bleiben

    Damit das gelingt, hat die Post kräftig in den Ausbau der bestehenden Kühl-Infrastruktur investiert. Einige Impfstoffe, wie etwa der von Biontech, müssen auf extrem niedrige Temperaturen heruntergekühlt werden, um ihre Wirkung nicht zu verlieren. Sorge, dass diese Investitionen mit dem Ende der Pandemie überflüssig werden, hat Kreis aber nicht: „Wir gehen davon aus, dass wir in den nächsten Jahren ein sehr erhöhtes Transportaufkommen für Impfdosen sehen werden“, so die Managerin.

    Kreis begründet ihre Prognose mit der Erwartung vieler Experten, dass es in Zukunft regelmäßiger Impfungen gegen das Virus bedarf, um den Schutz vor einem schweren Covid-19-Verlauf zu verlängern. Entsprechend haben auch viele Zulieferer etwa für Verpackungen zuletzt ihre Produktionskapazitäten ausgeweitet. Ein Beispiel dafür ist das Unternehmen Gerresheimer, das bei seiner Wachstumsstrategie stark auf komplexe Kunststoffverpackungen für Biotechmedikamente setzt.

    Auch Hersteller von Verpackungsmaschinen wie etwa der Hamburger Maschinen- und Anlagenbauer Körber profitieren davon. So schätzt das Unternehmen selbst, dass weltweit pro Minute rund 30.000 Corona-Impfdosen auf Körber-Maschinen verpackt werden. Für 2021 rechnet Körber damit, allein in den USA und in Europa rund 3,5 Milliarden Faltschachteln für Corona-Impfdosen zu liefern.

    Für die Unternehmen ist das nicht nur ein Beitrag zur Pandemiebekämpfung, sondern oft auch ein gutes Geschäft. So hat der Göttinger MDax-Konzern Sartorius, der Pharmaunternehmen wie Merck mit Geräten und Materialien zur Herstellung biopharmazeutischer Medikamente beliefert, kürzlich seine Mittelfristziele erhöht. 2021 erwartet das Unternehmen einen Umsatzzuwachs von 35 Prozent, vor allem wegen der hohen Nachfrage nach Produktionszubehör für Impfstoffe.

    Mehr: Welche deutschen Firmen sind führend in dem Milliardengeschäft mit Impfungen?

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