Handelsblatt Industrie-Gipfel 2022: „Die Handelsbarriere ist da“ – Deutsche Industrie fürchtet um Marktzugang in den USA
„Die Handelsbarriere ist da – und die Amerikaner werden von unserer Reaktion überhaupt nicht beeindruckt sein“, erklärt Rolf Najork.
Foto: HandelsblattDuisburg. Der russische Angriffskrieg auf die Ukraine, Handelskonflikte mit China und die Energiekrise setzen die Industrie zunehmend unter Druck. Die Unternehmen fordern eine europäische Antwort auf die multiplen Krisen. „Wir müssen von dieser Verhinderungsdebatte runterkommen – und wieder in technischen Chancen denken“, sagte Bosch-Geschäftsführer Rolf Najork am Donnerstag beim Handelsblatt Industrie-Gipfel in Duisburg.
Zu den Schwierigkeiten für die deutsche Industrie kommt seit August auch das Anti-Inflationsprogramm der US-Regierung. Der „Inflation Reduction Act“ (IRA) soll Unternehmen milliardenschwere Subventionen und Steuervorteile in den USA garantieren – das könnte zum Nachteil für europäische Konkurrenten werden.
Der klimapolitische Teil des Programms sieht Investitionshilfen, Steuergutschriften und Abschreibungen im Gesamtumfang von 386 Milliarden Dollar vor. Sie sollen unter anderem in den Ausbau erneuerbarer Energien, eine wettbewerbsfähige E-Auto- und Batterieproduktion und in die Wasserstoffindustrie fließen.
Bosch-Manager Najork warnt vor Subventionswettlauf
Vor allem die sogenannten Lokalisierungsvorschriften in dem Paket sorgen für Spannungen. Denn die Auszahlung der US-Subventionen ist in vielen Fällen an eine Auflage geknüpft, die betroffenen Produkte ganz oder teilweise in den USA herzustellen.