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Handelsstreit Warum die chinesischen Strafzölle Boeing besonders hart treffen

Der Flugzeugbauer Boeing könnte im eskalierenden Handelsstreit der große Verlierer sein. Für den US-Konzern ist China ein Schlüsselmarkt.
Update: 04.04.2018 - 15:54 Uhr Kommentieren
Mehr als ein Viertel der weltweiten Auslieferungen des Konzerns geht nach China. Quelle: AFP
Boeing-Produktion in North Charleston

Mehr als ein Viertel der weltweiten Auslieferungen des Konzerns geht nach China.

(Foto: AFP)

New YorkDie chinesischen Strafzölle auf US-Produkte könnten besonders den Flugzeugbauer Boeing treffen. Diesem droht ein großer Wettbewerbsnachteil gegenüber dem europäischen Konkurrenten Airbus.

Die Regierung in Peking hat am Mittwoch Gegenmaßnahmen zu den Strafzöllen angekündigt, die US-Präsident Donald Trump gegen China verhängt hat. Dazu zählt neben Sojabohnen und Autos eine Strafabgabe von 25 Prozent auf Flugzeuge zwischen 15 und 45 Tonnen, wie aus einer Mitteilung des Handelsministeriums hervorgeht.

Das sind schlechte Nachrichten für Boeing. China ist ein zentraler Markt für den Konzern. Mehr als die Hälfte der kommerziellen Flugzeuge in dem Land wurden von Boeing produziert. Im vergangenen Jahr ging mehr als ein Viertel der weltweiten Auslieferungen nach China.

Unter die Strafzölle würden auch einige Varianten der Boeing 737 fallen, dem Bestseller des Unternehmens. Das Segment der Kurz- und Mittelstreckenflugzeuge, das von der 737 und dem Airbus A320 dominiert wird, wird in den kommenden Jahren nach Schätzungen von Boeing bis zu 75 Prozent des Weltmarkts ausmachen.

Boeing-Aktien fielen am Mittwoch zum US-Börsenstart um knapp fünf Prozent. Seit Jahresbeginn haben die Papiere 12 Prozent an Wert gewonnen. Airbus-Aktien drehten nach Ankündigung der chinesischen Pläne kurzzeitig ins Plus, gaben dann aber in einem schwachen Marktumfeld wieder nach. Boeing und Airbus wollten die Entscheidung aus Peking zunächst nicht kommentieren.

„Die chinesischen Gegenmaßnahmen wirken immer noch maßvoll, da nicht alle Passagierflugzeuge betroffen sind”, sagt Jin Wei, Luftfahrtexperte beim staatlichen Thinktank China Center for Information Industry Development in Peking. „Es ist nicht im Interesse von Boeing oder den USA, Marktanteile in einem der größten Märkte an Konkurrenten abzugeben.”

China dürfte aktuellen Schätzungen zufolge bereits im Jahr 2022 die USA als größter Luftfahrtmarkt der Welt überholen. Bis 2036 sollen 921 Millionen Passagiere zusätzlich befördert werden, prognostiziert der Luftfahrtverband Iata.

Boeing hat darauf mit einem Zentrum für die Endmontage in Zhoushan reagiert. Das Werk soll im Laufe des Jahres den Betrieb aufnehmen und kann bis zu zehn Jets vom Typ 737 Max pro Monat fertigstellen. Airbus verfügt bereits über ein eigenes Werk in Tianjin.

Erst im vergangenen Jahr schraubte Boeing seine 20-Jahres-Prognose für China deutlich hoch: In dem Land sorgen Wirtschaftswachstum und eine erstarkende Mittelschicht für einen Reiseboom. China benötige bis 2036 insgesamt 7.240 neue Jets im Wert von 1,1 Billionen Dollar, hatte Boeing erst im September erklärt.

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