Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Hauptversammlung BMW-Elektrostrategie in der Kritik: „Halbherziges Bekenntnis zur E-Mobilität reicht nicht“

Den Aktionären geht der Wandel zur Elektromobilität nicht schnell genug. Konzernchef Oliver Zipse kündigt an, in Zukunft mit weniger Rohstoffen auszukommen.
12.05.2021 Update: 12.05.2021 - 15:56 Uhr Kommentieren
Der Konzernchef setzt künftig auf mehr Nachhaltigkeit in der Produktion. Quelle: dpa
BMW-Chef Oliver Zipse

Der Konzernchef setzt künftig auf mehr Nachhaltigkeit in der Produktion.

(Foto: dpa)

München Der BMW-Konzern will künftig den Ressourcenverbrauch deutlich senken. Das kündigte Konzernchef Oliver Zipse am Mittwoch auf der virtuellen Hauptversammlung an: „Wir müssen unsere Fahrzeuge vom ersten Tag der Entwicklung auf Nachhaltigkeit ausrichten: den Materialeinsatz für ihre Herstellung reduzieren und vor allem die Wiederverwendung und das Recycling von Anfang an mitdenken“, sagte er. Das sei angesichts steigender Rohstoffpreise „nicht nur ein ökologisches, sondern auch ein ökonomisches Gebot“.

Konkret arbeite der Autobauer daran, bei den Modellen der „neuen Klasse“ ab 2025 mehr recycelten Stahl, Kunststoff oder Aluminium zu verwenden. Zudem soll bis 2030 der Ausstoß von Kohlendioxid in der Produktion um 80 Prozent und in der Zulieferkette um bis zu 20 Prozent gesenkt werden.

Zipse hatte erst vor wenigen Wochen angekündigt, „das grünste Elektroauto“ der Branche zu bauen. Der seit 2019 amtierende Konzernchef ist unter Druck: Zum einen sind Wettbewerber wie Tesla und Volkswagen derzeit schneller bei der Einführung neuer Elektroautos. BMW wird deshalb an der Börse deutlich schwächer bewertet als die Konkurrenten.

Zum anderen drohen die rasant steigenden Rohstoffpreise die Gewinnmargen aufzufressen. Allein für dieses Jahr beziffert Finanzvorstand Nicolas Peter die Mehrbelastungen bei Vormaterialien auf bis zu eine Milliarde Euro. BMW fürchtet insbesondere deutlich höhere Kosten für die Beschaffung von Stahl, Rhodium und Palladium.

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    Dennoch gehen die BMW-Manager davon aus, 2021 Absatz und Gewinn kräftig steigern zu können. Nach dem Einbruch im Corona-Jahr 2020 geht es derzeit steil bergauf: Die ersten drei Monate dieses Jahres waren die absatzstärksten der Firmengeschichte. Der Absatz im April habe zehn Prozent über dem Niveau von 2019 gelegen, dem letzten Jahr vor Ausbruch der Pandemie. Getrieben wird der Boom vor allem von der Nachfrage in China – mittlerweile verkauft BMW fast jedes dritte Auto in Asien.

    Investoren geht die Elektrifizierung nicht schnell genug

    Investoren sehen den BMW-Kurs dennoch kritisch. Das gilt insbesondere für die Strategie, erst ab 2025 mit der „neuen Klasse“ voll auf Elektromobilität zu setzen. Janne Werning von Union Investment warnt: „Ein halbherziges Bekenntnis zur Elektromobilität reicht im aktuellen Elektro-Hype nicht, um an der Börse erfolgreich zu sein.“

    Grafik

    Die Konkurrenz aus Wolfsburg und Stuttgart ziehe BMW beim Aktienkurs davon. „An der Börse wird die Zukunft gehandelt und die scheint BMW abhandengekommen“, sagte der Fondsmanager.

    BMW hofft auf die Wende in diesem Jahr. Mit der Elektrolimousine i4 und dem Oberklassen-SUV iX kommen im Herbst zwei neue Elektromodelle auf den Markt. Beide Autos sollen bis zu 600 Kilometer Reichweite haben und bilden den Auftakt zur Elektrifizierung der bestehenden Modellpalette.

    Zudem hält der Autobauer als Alternative zu Batterie-Fahrzeugen an der Wasserstoff-Technologie fest und will im kommenden Jahr eine Kleinserie auf den Weg bringen. Zipse sagte auf der virtuellen Hauptversammlung, 2022 solle ein X5 mit Brennstoffzelle vorgestellt werden. „Ein wirtschaftlich attraktiver Serieneinsatz kann sich zu einem späteren Zeitpunkt ergeben, abhängig von den Rahmenbedingungen, was unter anderem die Verfügbarkeit von grünem Wasserstoff angeht.“ Die Münchener arbeiten bei Brennstoffzellen mit Toyota zusammen. Zipse sagte, es bestehe mittel- und langfristig Potenzial für die Technologie im Langstreckeneinsatz, weil das Tanken schneller gehe.

    Der Halbleitermangel spielt dagegen bei BMW eine geringere Rolle als bei vielen anderen Autobauern. Zipse sagte, sein Unternehmen habe das nötige Material fristgerecht bestellt. „Wir erwarten, dass die Lieferanten entsprechend der vertraglichen Vereinbarungen liefern werden.“ Allerdings wurde die Produktion in einzelnen Werken zeitweise dadurch beeinträchtigt, dass der Wintersturm in Texas sowie ein Großbrand bei einem Chipwerk in Japan das Chip-Angebot zusätzlich verknappt habe.

    Mit Agenturmaterial

    Mehr: BMW im Bilanzcheck: Warum ist der Konzern so wenig wert?

    Startseite
    Mehr zu: Hauptversammlung - BMW-Elektrostrategie in der Kritik: „Halbherziges Bekenntnis zur E-Mobilität reicht nicht“
    0 Kommentare zu "Hauptversammlung: BMW-Elektrostrategie in der Kritik: „Halbherziges Bekenntnis zur E-Mobilität reicht nicht“"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    Zur Startseite
    -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%