Haustarif bei Volkswagen VW-Arbeiter demonstrieren für mehr Lohn

Der deutsche Autobauer VW zahlt traditionell einen Haustarif, der über dem Branchenschnitt liegt. Eine Praxis, mit der nun Schluss sein soll. Die IG-Metall protestiert und mobilisiert ersten Widerstand.
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Rund 40.000 VW-Mitarbeiter haben am Dienstag für einen höheren Haustarif des Autobauers demonstriert. Quelle: dpa
VW-Haustarif sorgt für Ärger

Rund 40.000 VW-Mitarbeiter haben am Dienstag für einen höheren Haustarif des Autobauers demonstriert.

(Foto: dpa)

HamburgFast 40.000 VW-Beschäftigte haben nach Gewerkschaftsangaben am Dienstag vorübergehend die Arbeit niedergelegt, um den Druck in den laufenden Verhandlungen über einen neuen Haustarif zu erhöhen. Sie beteiligten sich an Informationsveranstaltungen und spontanen Aktionen.

Allein in Wolfsburg hätten mehr als 20.000 Mitarbeiter an einer Kundgebung teilgenommen, sagte ein IG-Metall-Sprecher. Betriebsratschef Bernd Osterloh forderte VW auf, sein Lohnangebot deutlich nachzubessern. „Wenn sich das Unternehmen im Tarifkonflikt nicht endlich bewegt, werden wir uns hier beim nächsten Mal mit deutlich mehr Beschäftigten wiedersehen“, sagte er.

VW will die Löhne der 115.000 Beschäftigten in Westdeutschland nicht stärker anheben als in der übrigen Metall- und Elektroindustrie. Der Wolfsburger Autobauer hatte der IG Metall unlängst das gleiche Angebot wie die Arbeitgeber zuvor in den bundesweiten Verhandlungen für die Branche unterbreitet, die parallel laufen.

Demnach sollen die Einkommen um 2,2 Prozent angehoben werden. Dies hatte Osterloh als „Frechheit“ bezeichnet. VW verdiene gutes Geld und müsse sein Lohnangebot nachbessern, forderte er.

Die Gewerkschaft handelt bei VW traditionell einen Haustarif aus. In der Vergangenheit hatten die Arbeiter in den westdeutschen VW-Werken dank ihrer Sonderstellung deutlich mehr verdient als ihre Kollegen in der übrigen Branche.

Das ist das Autoreich von VW
Bentley - Umsatz: 887 Millionen Euro - Gewinn: 95 Millionen Euro (+ 37 Millionen Euro)*
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Die britische Nobeltochter ist das Übrigbleibsel aus einer Übernahmeschlacht im Jahr 1998 zwischen BMW und Volkswagen um Rolls-Royce, in der sich die Wolfsburger am Ende durchsetzten, doch auch einen Streit um Markenrechte lostraten, der am Ende in der Scheidung der beiden britischen Marken gipfelte. Mittlerweile sind die Briten auch außerordentlich profitabel - und längst mehr als ein Imageprodukt.

*im ersten Halbjahr 2014

Seat - Umsatz: 3,9 Milliarden Euro - Verlust: 37 Millionen Euro (+ 3 Millionen Euro)
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Das spanische Sorgenkind des VW-Konzerns verkauft zwar - auch durch den Erfolg des Leon - wieder deutlich mehr Autos. Doch profitabel sind die Spanier immer noch nicht. Das Unternehmen, das in seiner Historie eine enge Beziehung zu Fiat pflegte, ist seit 1986 Teil des Markenreiches der Wolfsburger.

VW Nutzfahrzeuge - Umsatz: 4,7 Milliarden Euro - Gewinn: 280 Millionen Euro (+ 34 Millionen Euro)
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Als eigene Marke im VW-Konzern wird die Nutzfahrzeugsparte seit 1995 geführt. Mit dem Tranporter haben die Hannoveraner eines der bekanntesten Modelle des Segments im Portfolio. Doch insgesamt bewegt sich VW Nutzfahrzeuge in schwierigem Gelände: Vor allem braucht man dringend einen Großtransporter, wenn die Gemeinschaftsproduktion mit Daimler ausläuft.

Scania - Umsatz: 5,1 Milliarden Euro - Gewinn: 476 Millionen Euro (+ 12 Millionen Euro)
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Nachdem Volvo vergeblich versucht hatte, bei Scania das Steuer zu übernehmen, griff 1999 der VW-Konzern zu. Um aus Scania und MAN einen neuen Nutzfahrzeugriesen zu schaffen, zog man in diesem Jahr in Wolfsburg die Zügel an - und übernahm alle Aktien der Schweden. Bald könnte sich das Unternehmen von der Börse verabschieden.

Skoda - Umsatz: 6,0 Milliarden Euro - Gewinn: 425 Millionen Euro (+ 182 Millionen Euro)
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Die Tschechen sind einer der großen Gewinnbringer im VW-Konzern. Kein Wunder, dass der Fabia das erste Auto aus der Kleinwagenriege ist, das auf dem neuen Baukasten-System basiert. 1990 nutzte VW die Gunst der Stunde und setzte sich beim Privatisierungsverkauf gegen Renault und BMW durch. Seitdem geht es steil aufwärts für Skoda.

MAN - Umsatz: 6,7 Milliarden Euro - Gewinn: 222 Millionen Euro (+ 346 Millionen Euro)
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Die zweite Lkw-Tochter macht endlich wieder Gewinn. Doch wie es mit den Münchenern weitergeht, ist weiterhin ungewiss. Denn die Allianz mit der Konzernschwester Scania geht nur schleppend voran - zu groß scheinen die Gräben zwischen den Schweden und den Bayern.

Porsche - Umsatz: 8,2 Milliarden Euro - Gewinn: 1,4 Milliarden Euro (+ 104 Millionen Euro)
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Gewinne, Gewinne, Gewinne - der Sportwagenbauer aus Zuffenhausen fährt bei der Rendite allen anderen Autobauern davon. Mit einer Hybrid-Offensive will Porsche auch beim Verbrauch in die Spitzengruppe vorstoßen. Ihre Unabgängigkeit verloren die Schwaben im Jahr 2009 - nachdem sie ihrerseits vergeblich versucht hatte, den größeren Konkurrenten Volkswagen zu übernehmen.

Dies hat sich nach einer Sparrunde vor zehn Jahren geändert. Seitdem haben sich die Löhne schrittweise denen in der bundesweiten Metall- und Elektroindustrie angenähert. Daneben erhalten die VW-Beschäftigten – wie die Mitarbeiter bei anderen Autobauern auch – eine Gewinnbeteiligung.

  • rtr
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  • Hab ich überlesen wie viel da einer im Monat bekommt ?

  • Martinshorn steckt das Geld lieber in den Provinzclub VfL!

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