Heckler & Koch Führungswechsel beim G36-Hersteller

Nach der Debatte um das Bundeswehr-Sturmgewehr G36 bereitet der Waffenhersteller Heckler & Koch einen Wechsel der Geschäftsleitung vor. Erster Arbeitsauftrag: Die Unternehmenskommunikation verbessern.
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Der Oberndorfer Waffenbauer Heckler & Koch stand zuletzt wegen angeblich unzureichender Treffgenauigkeit seines Sturmgewehrs G36 in der Kritik. Quelle: dpa
G36-Panne

Der Oberndorfer Waffenbauer Heckler & Koch stand zuletzt wegen angeblich unzureichender Treffgenauigkeit seines Sturmgewehrs G36 in der Kritik.

(Foto: dpa)

OberndorfDer Waffenhersteller Heckler & Koch bereitet mitten in der Debatte um das Sturmgewehr G36 einen Wechsel in seiner Geschäftsführung vor. Nicola Marinelli wird ab sofort das operative Geschäft übernehmen, wie das Unternehmen am Mittwoch in Oberndorf (Baden-Württemberg) mitteilte. Im Laufe des Jahres soll er dann von Gesellschafter Andreas Heeschen den Vorsitz der Geschäftsführung übernehmen.

Heeschen hatte sich im Frühjahr in die Leitung eingeschaltet, nachdem Niels Ihloff im Februar fristlos gekündigt worden war. Heeschen will sich künftig um strategische Fragen in der Geschäftsführung kümmern. Der Mehrheitseigner war mit einer Investorengruppe 2002 bei Heckler & Koch eingestiegen.

Gemeinsam mit Marinelli will Heeschen die Unternehmenskommunikation und Transparenz verbessern. Heckler & Koch hatte sich lange Zeit durch Verschwiegenheit ausgezeichnet, war zuletzt auch wegen der Debatte um das G36 aber auf die Medien zugegangen. Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) hatte im April erklärt, dass das Sturmgewehr wegen Präzisionsproblemen keine Zukunft in der Bundeswehr habe – zumindest nicht in der aktuellen Konstruktion.

„Mit Herrn Marinelli gewinnen wir einen branchenerfahrenen Experten, der bestens mit dem Marktumfeld, wehrtechnischen Produkten und der Abwicklung von wehrtechnischen Projekten sowohl für die Bundeswehr als auch die alliierten Armeen vertraut ist“, so Heeschen. Marinelli bringt Erfahrungen von Rheinmetall und Thyssen-Krupp mit.

Das sind die Alternativen zum G36
Sturmgewehr G36
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Das G36 hat bei der Bundeswehr keine Zukunft mehr. Das hat Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen klargestellt. Eine Untersuchung im Auftrag der Ministerin hatte ergeben, dass die Treffgenauigkeit des G36 bei hohen Temperaturen und im heißgeschossenen Zustand massiv leidet. Die Bundeswehr hat seit den 90er-Jahren knapp 180.000 Exemplare des Sturmgewehrs beschafft.

Sturmgewehr G3
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Das G36 hatte das G3 abgelöst, das über Jahrzehnte Standardwaffe der Bundeswehr war. Auch dieses Modell stammte vom Hersteller Heckler & Koch. Bis heute zählt das G3 zu den weltweit verbreitesten Waffen.

Heckler & Koch in Oberndorf
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Auch der Nachfolger des G36 dürfte von dem Hersteller aus Baden-Württemberg kommen. Denkbar wären etwa die Modelle HK416 oder HK417.

SA80
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Großbritannien hat die SA80-Serie in den 80er-Jahren als Standardwaffen eingeführt. Produziert wurde sie zunächst von der Armee selbst, später von BAE Systems. Doch auch dieses Sturmgewehr erwies sich als untauglich für den Wüsteneinsatz. Pikant: Das britische Verteidigungsministerium hat Heckler & Koch mit der Modernisierung des SA80 beauftragt.

M-16
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Das aus den USA stammende M-16 zählt ebenfalls zu den weltweit meistgenutzen Sturmgewehren. Die Waffe wird von Colt's Manufacturing und in Lizenz auch in Belgien von FN Herstal gefertigt und gehört in vielen Nato-Staaten, aber auch in Asien und in Israel (Bild) zum Standard.

Steyr AUG
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Aus Österreich stammt das Steyr AUG, das seit den 80er-Jahren genutzt wird. Hersteller ist die Firma Steyr Mannlicher. Auch hier gibt es eine große Vielfalt an Modellen.

Kalaschnikow AK-74
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Wohl kaum eine Option für die Bundeswehr wäre ein Sturmgewehr aus russischer Produktion. Die Kalaschnikow AK-74 ist Nachfolger des legendären AK-47, gilt aber als veraltet.

  • dpa
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