Heidelberg Cement Baustoffkonzern hebt Dividende kräftig an

Heidelberg Cement blickt verhalten auf das laufende Jahr. Für 2015 kann der Baustoffkonzern jedoch einen Gewinnsprung präsentieren. Die Dividende wird kräftig angehoben.
Update: 17.03.2016 - 13:55 Uhr
Der Baustoffkonzern hat dank der Euro-Schwäche 7 Prozent mehr umgesetzt. Quelle: dpa
Heidelberg Cement

Der Baustoffkonzern hat dank der Euro-Schwäche 7 Prozent mehr umgesetzt.

(Foto: dpa)

HeidelbergDer Baustoffkonzern Heidelberg Cement blickt nach einem starken Gewinnanstieg vorsichtig auf das laufende Jahr. Die Risiken in der Weltwirtschaft hätten im Vergleich zum Vorjahr deutlich zugenommen, sagte Vorstandschef Bernd Scheifele am Donnerstag. Umsatz, operatives Ergebnis und Überschuss sollen moderat zulegen, was einem Anstieg von fünf bis zehn Prozent entspreche. Die bevorstehende Übernahme des italienischen Rivalen Italcementi im Volumen von 3,7 Milliarden Euro ist da noch nicht hineingerechnet.

Vor einem Jahr hatte Scheifele sich eine Prognose von mehr als zehn Prozent zugetraut - und bei stagnierendem Umsatz ein operatives Gewinnplus von 16 Prozent geschafft. Der auf die Gruppe entfallende Nettogewinn stieg um zwei Drittel auf 800 Millionen Euro. Die Aktionäre sollen nun eine Rekorddividende von 1,30 Euro nach 75 Cent im vergangenen Jahr bekommen. Damit habe die Ausschüttung aber ein Plateau erreicht, sagte Finanzchef Lorenz Näger. Ein derart starker Anstieg sei vorerst nicht mehr zu erwarten. Anteilseigner freuten sich trotzdem: Die Aktie legte in der Spitze mehr als drei Prozent zu.

So verschachtelt sind die Dax-Konzerne
Platz 10: Daimler (327 voll konsolidierte Gesellschaften)
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Der Stuttgarter Automobilriese konzentriert sich seit einigen Jahren wieder voll auf das organische Wachstum in seinem Kerngeschäft mit hochwertigen Autos und Lkws. Die Zahl der konsolidierten Konzerngesellschaften ist in den letzten Jahren leicht geschrumpft.

Platz 9: RWE (341)
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Der Essener Energiekonzern, dem die Erträge aufgrund der Energiewende wegbrechen, sucht auf allen Ebenen nach Einsparpotenzial. Dabei hat man auch die gesellschaftsrechtliche Struktur entdeckt. Die Zahl der GmbHs und AGs im RWE-Reich soll deutlich sinken

Platz 8: Continental (344)
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Der Automobilzulieferer gehört mit 344 konsolidierten Firmen zwar noch zu den Top-10 der Dax-Konzerne, befindet sich aber bereits deutlich auf dem Weg zu übersichtlicheren Rechtsstrukturen. Seit 2010 ist der Konsolidierungskreis bereits um ein Fünftel geschrumpft.

Platz 7: Linde (535)
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Der erfolgreiche Industriegase-Konzern wirkt mit seiner rechtlichen Struktur relativ kleinteilig. Das dürfte unter anderem daran liegen, dass viele seiner Onsite-Anlagen, die auf dem Gelände von Kunden laufen, als eigenständige Gesellschaften betrieben werden. Nicht zuletzt die Übernahme von Lincare in den USA hat dafür gesorgt, dass sich der Konsolidierungskreis in den letzten vier Jahren um rund ein Zehntel vergrößerte.

Platz 6: Thyssen-Krupp (546)
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Der Stahl- und Maschinenbaukonzern gehört gemessen an der Zahl der Einzelfirmen und auch in Relation zum Umsatz zu den komplexeren Firmen im Dax. Der Trend geht aber bereits deutlich in Richtung einfacherer Strukturen, bedingt auch durch Desinvestitionen. Vor vier Jahren hatte der Konzern noch 150 Firmen mehr konsolidiert.

Platz 5: Siemens (604)
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Auch Siemens gehört nach wie vor zu den relativ komplexen Großkonzernen, obwohl sich der Münchner Elektro-Riese in den letzten Jahren bereits verkleinert hat, etwa durch die Abspaltung von Osram. Angesichts von mehr als 600 Firmen im Konzern dürfte aber noch Spielraum zur Vereinfachung bestehen.

Platz 4: Heidelberg Cement (744)
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Deutschland größter Baustoffkonzern hat die Zahl seiner Konzerngesellschaften in den letzten Jahren bereits deutlich reduziert, bewegt sich mit 744 Einheiten aber immer noch in der Spitzengruppe. Die hohe Zahl ist dabei nicht untypisch für den Baustoffsektor; Konkurrenten wie Lafarge haben noch größere Konsolidierungskreise. Vor allem das Transportbeton-Geschäft wird über viele kleine lokale Gesellschaften betrieben.

Der starke Gewinnanstieg war der Euro-Schwäche und den niedrigeren Energiekosten zu verdanken. Aber auch jahrelange Sparprogramme tragen Scheifele zufolge Früchte. In den vergangenen drei Jahren sparte der Konzern rund 850 Millionen Euro. Die operative Marge verbesserten die Kurpfälzer im vergangenen Jahr um gut einen Prozentpunkt auf 19,4 Prozent. Mit der Eingliederung von Italcementi – nach Zustimmung aller Kartellbehörden voraussichtlich im zweiten Halbjahr – wird die Rendite allerdings niedriger ausfallen. Der Zementhersteller aus Bergamo hatte bei einem Umsatz von 4,3 Milliarden Euro vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen eine Marge von 14,8 Prozent.

Die Heidelberger, die in der Branche als kostengünstigster Baustoffproduzent gelten, wollen die Rendite bei Italcementi nach oben schrauben. „Wir sehen gute Möglichkeiten, die Marge zu verbessern“, sagte Scheifele. Die Italiener hätten zu viel investiert, sodass die Werke moderner und besser als die eigenen seien. „Das Problem ist nur, damit verdienen sie kein Geld, das müssen wir ändern“, sagte Scheifele.

Verstärkt um Italcementi kann Heidelcement auch weiter mithalten als Rivale der viel größeren schweizer-französischen Konkurrenz Lafarge-Holcim nach ihrer Elefantenhochzeit. Mit den Italienern zusammen hätte Heidelcement im vergangenen Jahr einen Umsatz von 17 Milliarden Euro gehabt, ein Drittel mehr als ohne sie. Die Heidelberger bleiben künftig weltweit die Nummer eins bei Zuschlagstoffen wie Sand und Kies, zweitgrößter Zementhersteller und drittgrößter Betonproduzent.

  • rtr
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