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Herstellerverband Pkw-Absatz fällt im Mai in der EU um mehr als 50 Prozent

In jedem der 27 Märkte in der EU ist die Zahl der Neuzulassungen zweistellig eingebrochen. Im Vergleich zum Vormonat ist es dennoch eine Verbesserung.
17.06.2020 Update: 17.06.2020 - 11:40 Uhr Kommentieren
In jedem der 27 EU-Märkte wurden zweistellige Rückgänge bei Pkw-Neuzulassungen verzeichnet. Quelle: dpa
Mitarbeiter in einem Opel-Werk

In jedem der 27 EU-Märkte wurden zweistellige Rückgänge bei Pkw-Neuzulassungen verzeichnet.

(Foto: dpa)

Brüssel Europas Automarkt fasst nur langsam Tritt: Nachdem viele EU-Länder im Mai ihre Beschränkungen zum Schutz vor dem Coronavirus gelockert haben, schlugen die Autobauer zwar gut 300.000 Wagen mehr los als am historischen Tiefpunkt im April. Im Vergleich zum Vorjahr halbierten sich die Neuzulassungen in der Europäischen Union aber auf 581.000 Fahrzeuge, wie der Herstellerverband Acea am Mittwoch in Brüssel mitteilte.

Für Juni rechnen Experten mit einer weiteren Erholung. Wegen der ab Juli in Deutschland greifenden Mehrwertsteuersenkung dürften viele Verbraucher aber abwarten. Die Wirkung des Konjunkturpakets der Bundesregierung auf die Autoindustrie sei ohnehin überschaubar, meint Peter Fuß von der Unternehmensberatung EY. „Es wird in großem Umfang Mitnahmeeffekte geben, aber kaum neue Kaufimpulse.“

Anders sei die Wirkung der staatlichen Maßnahmen in Frankreich, wo auch der Kauf von Dieseln und Benzinern gefördert werde. „Die französische Kaufprämie wird den gewünschten Effekt haben, also kurzfristig zahlreiche Menschen zum Neuwagenkauf animieren“, glaubt Fuß. Selbst wenn es sich dabei zum Teil um vorgezogene Käufe handele, werde dies der Branche über die schweren Sommermonate helfen.

Boom bei E-Autos

Der höhere staatliche Zuschuss für Elektroautos werde dazu führen, dass deren Neuzulassungen weiter stiegen, ist der Autoexperte überzeugt. „Der Preisnachlass beim Kauf eines Elektroautos ist mit 9000 Euro in Deutschland inzwischen tatsächlich enorm.“ Dadurch halbiere sich der Preis von günstigen E-Mobilen fast, mögliche Rabatte von Händlern eingerechnet. Das Interesse der Käufer werde dadurch zweifellos zunehmen.

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    Allerdings sei das Angebot an verfügbaren Batteriefahrzeugen noch begrenzt. Hinzu komme, dass steigende Verkäufe nicht notwendigerweise auch höhere Gewinne bedeuteten. „Die Autoindustrie verdient mit Elektroautos derzeit kaum Geld. Bei Verbrennern ist die Marge erheblich größer - aber die werden nicht gefördert“, erklärt Fuß.

    Durch die Senkung der Mehrwertsteuer auf 16 von 19 Prozent ab Juli erhalten aber auch die Autos mit Verbrennermotoren einen Preisnachlass. Bei einem Neuwagen zum Preis von 30.000 Euro sind das immerhin 900 Euro.

    Im Mai kletterten die Neuzulassungen von rein batteriegetriebenen Fahrzeugen in den fünf größten Ländern Westeuropas um ein Viertel. Der Absatz von Plug-in-Hybriden, die neben einem Elektroantrieb auch einen Verbrenner an Bord haben, stiegen sogar um 59 Prozent. Massive Einbußen verzeichneten hingegen Benziner und Diesel-Fahrzeuge, deren Verkäufe nach Berechnungen von EY in Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Italien und Spanien um fast zwei Drittel einbrachen.

    Mehr: Autoabsatz in der EU bricht im April um 76 Prozent ein.

    • rtr
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