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Hiroto Saikawa Nissan-CEO macht Aktionären wenig Hoffnung auf rasche Einigung im Streit mit Renault

Auf der Hauptversammlung warnt Hiroto Saikawa davor, dass die Beziehung zu Renault aufgelöst wird, sollte sie sich zu einem Win-Lose-Verhältnis entwickeln.
Update: 25.06.2019 - 13:43 Uhr Kommentieren
„Die Allianz war bis jetzt erfolgreich, weil wir die Unabhängigkeit des anderen respektiert haben.“ Quelle: AP
Hiroto Saikawa

„Die Allianz war bis jetzt erfolgreich, weil wir die Unabhängigkeit des anderen respektiert haben.“

(Foto: AP)

YokohamaIm Machtkampf mit Großaktionär Renault hat der japanische Autobauer Nissan seinen Aktionären wenig Hoffnung auf eine rasche Einigung gemacht. Nissan wolle zwar das seit Jahren bewährte Verhältnis erhalten, sagte Hiroto Saikawa am Dienstag auf der Hauptversammlung in Yokohama.

Wenn sich die Partnerschaft aber zum Nachteil von Nissan entwickle, könnte sie auch beendet werden. „Die Allianz war bis jetzt erfolgreich, weil wir die Unabhängigkeit des anderen respektiert haben“, sagte Saikawa. „Wenn aber die Beziehung eine Win-Lose-Beziehung wird, wird sie sich sehr schnell auflösen.“ Mit Renault-Chairman Jean-Dominique Senard wolle er Optionen der Allianz diskutieren.

Saikawa sagte zudem, dass eine Integration mit Renault „keine gute Idee“ sei. Falls nötig wolle man die Struktur der gegenseitigen Kapitalverflechtung mit Renault auf den Prüfstand stellen, um sie angesichts der harten Konkurrenz stabiler zu machen.

Senard schlug auf Nissans Hauptversammlung offenes Misstrauen entgegen. Renault wolle Nissan technologisch ausnehmen, machtpolitisch beherrschen, warfen einige Aktionäre dem Chairman vor. „Ich habe Angst, dass Nissan verschwinden wird“, meinte ein japanischer Anleger. Und ein anderer bediente sich an Ressentiments. Bei den Franzosen wisse man nicht, was hinter ihrem Lächeln stecke. „Franzosen sind wirklich verschlagen“, monierte er.

Senard stellte sich den Vorwürfen der Anteilseigner. Er wisse es sehr zu schätzen, dass die Japaner ihn als Gentleman sähen, sagte er. „Und ich will Ihnen sagen, dass ich mich nicht geändert habe“, sagte er zu den Aktionären Er bat um Entschuldigung, wenn die Japaner ihn nach all den Geschehnissen der vergangenen Wochen nun anders sehen würden. Er wolle allerdings weiterhin eine glatte Umsetzung der Allianz erreichen.

Das Verhältnis der beiden Autopartner ist in den vergangenen Monaten merklich abgekühlt, auch seit Ex-Chef Carlos Ghosn im vergangenen Jahr wegen möglicher finanzieller Verfehlungen verhaftet worden war. Der Renault-Konzern, der mehr als 43 Prozent an Nissan hält, hatte den Partner vor der Hauptversammlung unter Druck gesetzt und angedeutet, Nissans geplante neue Führungsstruktur auf dem Aktionärstreffen zu blockieren, sollte Renault nicht mehr Mitsprache bekommen.

Nissan hatte verärgert auf den Vorstoß reagiert. Saikawa räumte Ende letzter Woche allerdings Renault-Chef Thierry Bollore Sitze in seinen Nominierungs- beziehungsweise Prüfungsausschüssen ein.

Am Dienstag segneten die Aktionäre von Japans zweitgrößtem Autohersteller denn auch die neue Führungsstruktur mit einem elfköpfigen Vorstand ab. Sie bestätigten auch Saikawa im Amt. Die Stimmrechtsberater International Shareholder Services und Glass Lewis hatten den Nissan-Aktionären empfohlen, gegen die erneute Ernennung von Saikawa zu stimmen.

Mehr: Renault kann froh sein, dass die Fusion mit Fiat Chrysler geplatzt ist, meint Handelsblatt-Korrespondent Thomas Hanke. Denn ein Zusammenschluss hätte den Konzern nur auf dem Papier gestärkt.

  • rtr
  • dpa
  • mkoe
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