Hochtief-Hauptversammlung „Ich bitte Sie, heute gegen ACS zu kämpfen“

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"Drittklassige Firma übernimmt eine erstklassige"
Der künftige Vorstandsvorsitzende der Hochtief AG, Frank Stieler. Quelle: dapd

Der künftige Vorstandsvorsitzende der Hochtief AG, Frank Stieler.

(Foto: dapd)

Der Appell verhallt. "Hier übernimmt eine drittklassige Firma eine erstklassige", ruft ein Kleinaktionär kurz darauf. „Verlogenheit“, wirft ein anderer ACS vor. Schließlich hätten die Spanier immer beteuert, nicht nach der Mehrheit von Hochtief greifen zu wollen. „Ich sehe in ACS eine Heuschrecke“, ruft sich der Redner mit Lederjacke und Lesebrille in Rage. Hochtief werde am Ende verhökert. Applaus.

"Ich bin seit Kriegsende Mitglied der Hochtief-Familie", ruft ein älterer Aktionär mit brüchiger Stimme. "Eine richtige Ruhrgebietsfamilie". Dann habe man ACS als Mitglied willkommen geheißen. "Und jetzt machen Sie unsere Familie kaputt!"
Verbissen kämpfen die Aktionäre, aber es ist ein aussichtsloser Kampf. Noch am Morgen hatte die Hochtief-Führung nach einem neunmonatigen Kampf gegen die Spanier endgültig die Waffen gestreckt. Aufsichtsratschef Bremkamp verzichtete auf eine Kampfabstimmung um die Neubesetzung des Gremiums, weil ACS mit seinem inzwischen 43 Prozent schweren Aktienanteil und einer satten Versammlungsmehrheit alles niederstimmen könnte.

Nun erhalten die Spanier im Aufsichtsrat doppelt so viel Macht. „Welche Auswirkungen das auf Hochtief haben wird, werden die nächsten Monate und Jahre zeigen“, so Bremkamp am Morgen. Auch er, der wie Dr. Lü erbittert gegen die Übernahme gekämpft hatte, muss nun gehen.

Der neue Chef, Vorstand Frank Stieler, wird es übrigens erstmal nicht leicht haben. Der Jurist gilt als ein Manager von Gnaden der Spanier, und das bekommt er von jedem dritten Redner um die Ohren gehauen. Aktionärsschützer Tüngler bringt es auf den Punkt: „Sprechen Sie mit spanischem Akzent?“

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2 Kommentare zu "Hochtief-Hauptversammlung: „Ich bitte Sie, heute gegen ACS zu kämpfen“"

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  • Das Dilemma ökonomisch-neutraler Gedanken im Kontrast zu emotionalen Ansichten ist betroffen. Viele sehen das gar nicht. Ein schöner Artikel dazu steht unter:
    http://www.celadoor.com/wp_2011_0040.html

  • Es gibt nur ein Land der Welt, wo so etwas möglich ist, nur ein Land, dass sich selbst kaputt macht: Die Bundesrepublik Deutschland
    Fehlt nur noch, dass ACS wegen Infrastruktursubventionen der EU an Spanien sich solange über Wasser halten konnte. Über die „BAFin“ braucht man nichts mehr zu sagen.

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