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Hohe Investitionen „Sie werden viel Geld verlieren“ – Autoindustrie droht Einbruch der Margen

Volkswagen, Daimler und andere Konzerne investieren bis 2022 Hunderte Milliarden Euro in mehr als 200 Elektromodelle. Das drückt die Profitabilität.
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E-Auto-Revolution scheitert an Kapazität der Hersteller

DüsseldorfEgal, ob kleiner Kompakter oder großer Geländewagen: Der Stuttgarter Autohersteller Daimler will in den nächsten vier Jahren alle Fahrzeugsegmente elektrifizieren. Doch das hat seinen Preis. „Mehr Elektroautos sind gut für die CO2-Bilanz, aber nicht so gut für die Konzernbilanz – jedenfalls vorübergehend“, warnte Daimler-Chef Dieter Zetsche seine Aktionäre bereits im April vor sinkenden Erträgen.

Aber nicht nur die Eigentümer des Mercedes-Herstellers müssen sich auf magere Jahre einstellen – in der gesamten Autoindustrie drohen die Margen wegzubrechen.

Das legt eine Studie von Alix Partners nahe, die dem Handelsblatt exklusiv vorliegt. Die Berater haben für ihren „Global Automotive Outlook 2018“ die Bilanzen von mehr als 300 Autoherstellern und -zulieferern ausgewertet, Dutzende Experten interviewt und hundert Verbraucher befragt. Das Ergebnis: „Die Hersteller planen, bis 2022 über 200 neue E-Modelle auf den Markt zu bringen. Sie werden dabei viel Geld verlieren“, heißt es in der Untersuchung.

Investitionen bringen zunächst keine Einkünfte

Der Grund: Zunächst stehen den Mehrausgaben für die Entwicklung von autonomen Fahrsystemen und Elektroantrieben keinerlei Einkünfte gegenüber. Es geht dabei um gigantische Summen. Alleine im vergangenen Jahr investierten die 13 weltgrößten Autohersteller rund 200 Milliarden Euro.

Die Folge: Erstmals seit 2013 ging die Gewinnspanne vor Zinsen und Steuern (Ebit) der 25 größten Autohersteller – darunter Größen wie Volkswagen, Toyota oder GM – im vergangenen Jahr leicht zurück und erreichte nur noch sechs Prozent. Das ist ein Minus von 0,3 Prozentpunkten im Vergleich zum Jahr davor und markiert eine Wende nach fünf Jahren, in denen die Ebit-Margen stetig angestiegen waren. Jetzt trüben sich die Aussichten aber zunehmend ein.

„In den nächsten Jahren wird die Autoindustrie gezwungen sein, weltweit Hunderte von Milliarden Euro auszugeben, um die Transformation ihrer Branche zu bewältigen“, erklärt Elmar Kades. Der Autoexperte von Alix Partners prophezeit, dass sich die Investitionen in Elektroantriebe für viele Anbieter erst sehr spät oder gar nicht rechnen werden.

„Bei vielen Modellen sind vergleichsweise niedrige Absatzzahlen zu erwarten. Hinzu kommen Unsicherheiten im Hinblick auf Standards, Regulierung und Technologie“, so Kades. Sein Fazit: „Autohersteller benötigen viel Geld und einen langen Atem.“

Zu dem Wandel vom Verbrenner hin zu Elektroantrieben gebe es aber keine echte Alternative. Denn Diesel und Benziner verlieren wegen der verschärften Abgasmessungen und Grenzwerte zunehmend an Bedeutung. Insbesondere beim Selbstzünder dürften die Marktanteile laut Prognose von Alix Partners einbrechen.

Demnach wird der Diesel bis 2030 zum „Nischenprodukt“ und in den Ländern Westeuropas nur noch für einen Markanteil bei Pkw-Neuzulassungen von etwa fünf Prozent stehen. Zum Vergleich: 2017 lag der Dieselanteil bei neu zugelassen Pkw in Westeuropa noch bei mehr als 40 Prozent.

Das Wachstum des Automarkts ebbt ab

Was die Situation verschlimmert: Das Wachstum in der globalen Autoindustrie ebbt merklich ab. In den vergangenen sieben Jahren boomte das Geschäft, im Schnitt betrug die jährliche Zuwachsrate in der Branche 3,8 Prozent. Bis 2025 dürfte das Wachstum aber auf einen Durchschnittswert von 2,3 Prozent pro Jahr sinken.

In Deutschland schrumpft der Markt voraussichtlich sogar um ein Prozent pro Jahr. „Der Kampf um Marktanteile unter den Fahrzeugherstellern wird wohl noch härter“, prophezeit Kades. Zumindest für Autokäufer ist das eine positive Entwicklung. „Sie dürfen sich künftig über noch mehr Rabattaktionen freuen“.

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