Honda Airbag-Skandal wird teurer als gedacht

Honda muss wegen des Airbag-Skandals mit deutlichen Zusatzkosten rechnen. Die Bilanz des Autobauers für das Geschäftsjahr 2014/15 wird wohl nachträglich mit mehr als 300 Millionen Euro belastet.
Update: 12.06.2015 - 14:50 Uhr Kommentieren
Honda wird mit am stärksten von dem Skandal um defekte Airbags des Zulieferers Takata in Mitleidenschaft gezogen. Quelle: AFP
Rückrufwelle

Honda wird mit am stärksten von dem Skandal um defekte Airbags des Zulieferers Takata in Mitleidenschaft gezogen.

(Foto: AFP)

Tokio/FrankfurtDer Airbag-Skandal wird für Honda noch kostspieliger als bislang gedacht. Der drittgrößte japanische Auto-Hersteller teilte am Freitag mit, in der Bilanz für das Geschäftsjahr 2014/15 wohl nachträglich zusätzliche Kosten in Höhe von umgerechnet 324 Millionen Euro verbuchen zu müssen. Ein Konzern-Sprecher sagte, wegen US-Rechnungslegungsvorschriften müssten die Aufwendungen in das vergangene Geschäftsjahr einfließen, das am 31. März endete. Noch im Juni werde es die genauen Zahlen geben. Nach bisherigen Daten war der operative Gewinn bereits um 13 Prozent zum Vorjahr gefallen.

Honda wird mit am stärksten von dem Skandal um defekte Airbags des Zulieferers Takata in Mitleidenschaft gezogen. Das Problem kann dazu führen, dass die Luftkissen, die eigentlich für mehr Sicherheit im Fahrzeug sorgen sollen, unkontrolliert explodieren und dabei Metallteile herumschleudern. Sechs Menschen kamen im Zusammenhang mit den fehlerhaften Airbags ums Leben, alle in Honda-Autos.

Immer neue Pannen sorgen für Rückrufe
Takata
1 von 37

Beim größten Rückruf in der US-Automobilgeschichte hat der japanische Zulieferer Takata wegen defekter Airbags den Rückruf von insgesamt fast 34 Millionen Autos in den USA veranlasst. Das Unternehmen verdopple damit die Anzahl der in die Werkstätten beorderten Fahrzeuge, teilten die US-Behörden am Dienstag mit. Takata räumte demnach erstmals ein, dass die in elf Automarken eingebauten Airbags des Unternehmens fehlerhaft sind. Von der Rekord-Rückrufaktion in den USA sind laut US-Verkehrsminister Anthony Foxx elf Hersteller betroffen: BMW, Fiat, Chrysler, General Motors, Ford, Mazda, Mitsubishi, Nissan, Subaru, Toyota und vor allem Honda.

Hyundai Sonata
2 von 37

Toyota und Nissan rufen im Mai 2015 wegen Problemen mit Airbags weltweit etwa 6,5 Millionen Fahrzeuge zurück. Die Luftkissen des Zulieferers Takata sollen wegen eines möglichen Defekts vorsichtshalber ausgetauscht werden. Es gehe erneut um die Gasgeneratoren, mit denen die Airbags aufgeblasen werden. Berichte über Unfälle oder Verletzungen habe es nicht gegeben, teilten sowohl Toyota als auch Nissan mit.

Toyota bestellt knapp fünf Millionen Fahrzeuge wieder ein, darunter die Modelle Corolla und Vitz. Nissan holt rund 1,56 Millionen Autos in die Werkstätten.
Seit 2008 sind bereits mehr als 20 Millionen Fahrzeuge mit Takata-Airbags von Rückruf-Aktionen betroffen, darunter auch Autos von Herstellern außerhalb Japans wie BMW und Ford.

Smart Fortwo
3 von 37

Anfang Mai 2015 ruft Daimler in China 19.000 Autos in die Werkstätten. Betroffen sind rund 10.500 Fahrzeuge der Mercedes-Benz A- und B-Klasse sowie rund 8500 kompakte Stadtautos Smart Fortwo. Bei der A- und B-Klasse handele es sich um ein Problem mit der Seitenwelle, sagte ein Daimler-Sprecher. Dadurch könne das Fahrzeug nicht mehr lenkbar sein. Fälle, in denen das passiert sei, seien aber noch nicht bekannt. Die Kunden würden vorsorglich benachrichtigt. Beim Smart entspreche die Verschraubung an einer Lenkung nicht den Vorgaben. Das habe zwar keine Auswirkungen auf die Lenkbarkeit, das Problem werde aber vorsorglich ebenfalls behoben.

Daimler
4 von 37

Daimler hat am 16. Februar in Deutschland und China den Rückruf von 150.000 Fahrzeugen wegen möglicher Sicherheitsprobleme gestartet. Untersuchungen hätten ergeben, dass sich unter Umständen Auto-Teile lösen und ein Feuer verursachen könnten, teilte die zuständige chinesische Aufsichtsbehörde am Montag mit.

Daimler bestätigte die Rückrufaktion. In China seien 127.000 Fahrzeuge betroffen, in Deutschland rund 22.000 Autos. Informationen über weitere Länder lägen noch nicht vor, sagte ein Daimler-Sprecher. Bei den Fahrzeugen könnten Sicherheitsrisiken nicht ausgeschlossen werden. Bislang gebe es aber noch keine Berichte über Unfälle oder Schäden.

Der Fehler liege bei einer Dichtung an einer Trennwand im Motorraum, sagte der Sprecher. Es bestehe die Gefahr, dass diese sich löse. Betroffen seien zwischen 2012 und 2014 hergestellte Fahrzeuge der CLS- und der E-Klasse. Die Teile würden kostenlos ausgetauscht.

Mercedes E-Klasse
5 von 37

Nach Europa und China folgt nun nur eine Woche später ein weiterer Rückruf in den USA: Mercedes muss hier noch einmal 147.000 Wagen zurückrufen. Grund dafür ist eine mögliche Brandgefahr der Autos.

Porsche
6 von 37

Porsche ruft den chinesischen Aufsichtsbehörden zufolge in der Volksrepublik mehr als 14.500 Fahrzeuge zurück. Grund seien Fehler an den Nockenwellen der Autos, teilte die nationale Qualitätsprüfstelle auf ihrer Internetseite mit. Betroffen sind demnach unter anderem mehrere Importmodelle des Sportwagens Panamera sowie zwei des Geländewagens Cayenne.

Die Autos seien zwischen April 2009 und September 2011 gebaut worden. Die chinesische Behörde erklärte, die Fahrzeuge stellten ein Sicherheitsrisiko dar, Porsche tausche das fehlerhafte Bauteil kostenlos aus. Die Volkswagen -Tochter hatte im vergangenen Jahr ihren Absatz in China kräftig gesteigert.

Jeep
7 von 37

Der Autohersteller Fiat Chrysler ruft wegen möglicher technischer Probleme mit den Seiten-Airbags weltweit Geländewagen zurück. Bei insgesamt 228.181 Jeep Cherokees von 2014 und 2015 solle ein Software-Upgrade durchgeführt werden, teilte das Unternehmen mit.

Mit gut 168.000 Fahrzeugen entfalle der Großteil auf die USA. Der Konzern wisse von keinen Unfällen im Zusammenhang mit dem Problem.

Seit 2008 sind branchenweit mehr als 53 Millionen Fahrzeuge von dem Defekt betroffen. In Deutschland liegt die Zahl der Rückrufe dem Kraftfahrt-Bundesamt zufolge allerdings bisher weit unter einer Million. Von den deutschen Herstellern muss BMW die Luftkissen austauschen lassen. Daneben müssen hierzulande unter anderem auch Pkw von Toyota, Mazda, Honda, Nissan und General Motors in die Werkstätten gebracht werden.

  • rtr
Startseite

Mehr zu: Honda - Airbag-Skandal wird teurer als gedacht

0 Kommentare zu "Honda: Airbag-Skandal wird teurer als gedacht"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%