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IAA 2011 VW-Gala mit kleinen Misstönen

Schon vor Beginn der IAA-Pressetage hat der Volkswagen-Konzern bei seinem Konzernabend gezeigt, womit er auf der weltgrößten Automesse punkten möchte. Doch das Interesse galt ganz anderen Fragen.
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Ballsporthalle in Frankfurt: Volkswagen eröffnet mit einem Markenabend unter dem Titel

Ballsporthalle in Frankfurt: Volkswagen eröffnet mit einem Markenabend unter dem Titel "Driving Diversity" die IAA als Leitmesse der Autoindustrie zumindest inoffziell.

(Foto: dpa)

FrankfurtDer Konzernabend steht unter dem Motto „Driving Diversity“ und Volkswagen-Chef Martin Winterkorn wird nach der gut einstündigen Produktschau sagen: „Bei Volkswagen gibt es Vielfalt wie bei keinem zweiten Autobauer.“ Die Bandbreite seiner Palette hat der Konzern noch ausgeweitet mit dem Auto, das er ganz zu Beginn des Abends den fast 2.500 Gästen präsentiert: dem VW Up. 3,54 Meter lang und 1,64 Meter breit ist der Kleinstwagen mit vier vollwertigen Sitzen, der zu einem der Stars dieser Messe werden soll. Gleich zehn Exemplare fahren im Kunstnebel kreuz und quer über die Bühne der Frankfurter Ballsporthalle. In einem Video-Einspielfilm spricht VW-Chefdesigner Walter de Silva von einem „Auto für wirklich jedermann, einem echten Volkswagen“.

Der neue Volkswagen-Kleinwagen

Der neue Volkswagen-Kleinwagen "Up", der bereits ab 13.09.2011 bestellt werden kann. Der Preis in Deutschland startet bei 9.850 Euro.

(Foto: dapd)

Zumindest vom Einstiegspreis her hat er recht. Der wird in Deutschland bei 9.850 Euro liegen, wie Chefentwickler Ulrich Hackenberg ankündigt. Messen muss er sich also mit dem Renault Twingo, dem Peugeot 107, dem Toyota Aygo oder dem Hyundai i10. Mit dem Lupo und dem Fox konnte sich Volkswagen in diesem Segment nicht nachhaltig durchsetzen. Mit dem Up soll sich das ändern. „Das ist ein richtiger Erfolgswagen“, beschwört Hackenberg. Mit verschiedenen Varianten und den Schwestermodellen von Konzernmarken wie Seat und Skoda will Volkswagen eines Tages 500.000 Kleinstwagen im Jahr verkaufen.

VW: Erfolg ist nicht nur Rendite

Wie vielfältig das Volkswagen-Reich ist, zeigen die Konzernmarken, die als nächstes an der Reihe sind: Bentley und Bugatti. Das britische Cabrio und der Flitzer mit eingearbeitetem Porzellan sprechen eine wesentlich betuchtere, sehr überschaubare Kundschaft an. Das gilt auch für den Supersportwagen von Lamborghini mit 570 PS.

Volksnäher sind da die Marken Skoda und Seat. Beide zeigen Konzeptfahrzeuge. Die tschechische Tochter präsentiert ihr Auto Mission L, das zwischen Fabia und Octavia angesiedelt ist. Tänzer in glänzenden Overalls mit Kapuzen und besetzt mit Leuchtdioden setzen das Modell in Szene. Die Aufgabe für Skoda ist klar: Die Marke soll neue Märkte erobern, sprich die Schwellenländer. Auch Audi führt eine Studie vor: den elektrisch angetriebenen A2.

Audi-Chef Rubert Stadler zeigt beim Markenabend den neuen Audi A2 Concept. Unter dem Motto

Audi-Chef Rubert Stadler zeigt beim Markenabend den neuen Audi A2 Concept. Unter dem Motto "Driving Diversity" wurden die IAA-Neuheiten von Volkswagen, Audi, Bentley, Bugatti, Lamborghini, Porsche, Seat und Skoda vorgestellt.

(Foto: dapd)

So robust wie nie

Vorstandschef Chef Martin Winterkorn im Up, dem neuen Kleinstwagen aus dem Hause Volkswagen. Quelle: dpa

Vorstandschef Chef Martin Winterkorn im Up, dem neuen Kleinstwagen aus dem Hause Volkswagen.

(Foto: dpa)

Zu kaufen gibt es hingegen die Neuauflage des Porsche 911. Auf der Bühne zu sehen sind erst die sechs Vorgängerversionen des Sportwagens und dann zum Abschluss der Schau der aktuelle Flitzer. Er ist wichtig fürs Image der Marke, die inzwischen weit mehr Gelände- als reinrassige Sportwagen verkauft.

„Volkswagen ist so robust wie nie“, sagt Konzernchef Martin Winterkorn. Doch auf einige Belastungsproben würde er sicherlich gerne verzichten. Vor wenigen Tagen wurde bekannt, dass das Zusammengehen von VW und Porsche sich verzögert. Da hilft es auch nicht, dass die beiden Betriebsratschefs, Uwe Hück von Porsche, der sich einst mit Händen und Füßen gegen den Einstieg der Wolfsburger wehrte, und Bernd Osterloh von VW, einträchtig nebeneinander stehen. Osterloh will sich die Stimmung an seinem 55. Geburtstag nicht verderben lassen. „Das ist aus meiner Sicht völlig problemlos.“

Der neue Porsche 911 Quelle: Pressefoto

Der neue Porsche 911

(Foto: Pressefoto)

Ganz entspannt sehe er auch die Partnerschaft mit Suzuki, die von den Japanern am Morgen aufgekündigt worden war. Volkswagen hatte die Japaner am Wochenende des Vertragsbruchs bezichtigt, der seit Monaten schwelende Konflikt eskalierte. VW-Patriarch und -Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch sowie Entwicklungschef Hackenberg sind auf das Thema weniger gut zu sprechen und wollen sich nicht dazu äußern. Statt wie in der Vergangenheit Interesse an anderen Marken zu bekunden, sagt Piëch: „Wir sind groß genug.“ Ihm wäre in Sachen Suzuki wohl etwas weniger Vielfalt und Vielstimmigkeit lieber, denn die Misstöne häufen sich.

Blick auf ein Modell des VW-Messestandes auf der IAA Quelle: Pressefoto

Blick auf ein Modell des VW-Messestandes auf der IAA

(Foto: Pressefoto)

Für Osterloh hingegen ist klar: „Das ist nicht zu Ende. Wann wir Anteile kaufen und verkaufen, entscheiden wir immer noch selbst.“ Finanzvorstand Hans Dieter Pötsch gibt offen zu, was schon länger kein Geheimnis mehr ist: „Das läuft nicht so, wie wir uns das vorstellen.“ Er wünscht sich vernünftige Gespräche mit dem Partner und signalisiert Bereitschaft dazu. Pötsch betont: „Wir werden uns präzise an den Vertrag halten.“

Auch Volkswagen-Chef Martin Winterkorn verdeutlicht: „Wir sind einer der Hauptaktionäre. Wir haben eine langen Atem.“ Für die gegenwärtigen Probleme mit Porsche und Suzuki gelte: „Wir suchen andere Möglichkeiten. Es gibt viele Wege nach oben.“

Dabei demonstriert der Up, dass Volkswagen auch ohne den auf Kleinwagen spezialisierten Partner Suzuki auskommen könnte. Der Up beweist für Winterkorn: „Wir können auch klein“, wie er jüngst gesagt hatte. Und der Wagen ist ganz ohne Suzuki entstanden.

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