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Impfstoffhersteller Astra-Zeneca hat seine Moderna-Anteile offenbar vorschnell verkauft

Der Impfstoffhersteller ist wohl zu Beginn der Corona-Rally beim Konkurrenten Moderna ausgestiegen. Heute wäre der Anteil ein Vielfaches wert.
01.03.2021 - 14:53 Uhr Kommentieren
Der US-Hersteller setzt wie die deutsche Firma Biontech und ihr Partner Pfizer auf die mRNA-Technologie. Quelle: dpa
Coronavirus-Impfstoff von Moderna

Der US-Hersteller setzt wie die deutsche Firma Biontech und ihr Partner Pfizer auf die mRNA-Technologie.

(Foto: dpa)

London, New York Astra-Zeneca ist offenbar schon zu Beginn der Corona-Pandemie beim Impfstoff-Konkurrenten Moderna ausgestiegen. Der britisch-schwedische Pharmakonzern habe seinen Anteil von 7,7 Prozent an der US-Biotechfirma für 1,2 Milliarden Dollar verkauft, berichtete die Londoner Tageszeitung „The Times“ am Montag. Keine der beiden Firmen äußerte sich auf Anfrage zu dem Bericht.

Es ist unklar, wann genau der Anteilsverkauf stattfand. Der Preis deutet jedoch darauf hin, dass die Transaktion bereits in der ersten Jahreshälfte 2020 passierte, bevor Modernas Aktienkurs in schwindelerregende Höhen stieg. Aktuell hat die US-Firma einen Börsenwert von mehr als 60 Milliarden Dollar. Astra-Zeneca hätte für den Anteil also deutlich mehr erzielen können, wenn das Unternehmen mit dem Aktienverkauf noch gewartet hätte.

Die beiden Firmen arbeiten seit 2013 zusammen. Astra-Zeneca hatte damals 240 Millionen Dollar in Moderna investiert, um Zugriff auf deren mRNA-Technologie für die Therapie von Krebs und Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu erhalten. Der britische Konzern stellte in Aussicht, bei Erreichen bestimmter Ziele weitere 180 Millionen Dollar in das damalige Start-up zu investieren.

Im August 2016 gab Astra-Zeneca eine zweite Investition von 140 Millionen Dollar bekannt. Damit erhöhte sich der Anteil auf neun Prozent, die Briten wurden zu einem der größten Anteilseigner von Moderna.

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    Seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie sind die beiden Firmen Konkurrenten im Rennen um einen Impfstoff. Moderna setzt wie die deutsche Firma Biontech und ihr Partner Pfizer auf die mRNA-Technologie. Astra-Zeneca hat in Zusammenarbeit mit der Universität Oxford einen Vektor-Impfstoff entwickelt.

    Die Impfstoffe beider Firmen sind inzwischen in wichtigen Märkten zugelassen. Während Moderna große Hoffnungen darauf setzt, mit dem Impfstoff das eigene Ergebnis zu verbessern, will Astra-Zeneca ihn vorerst zum Selbstkostenpreis abgeben.

    Grafik

    Im jüngsten Jahresbericht von Astra-Zeneca findet sich kein Hinweis auf Moderna. Der Gewinn aus dem Anteilsverkauf dürfte jedoch zu den Cash-Reserven von 7,8 Milliarden Dollar zum Jahresende beigetragen haben.

    Astra-Zeneca ist derzeit dabei, den größten Pharma-Deal seit Jahren umzusetzen. Im Dezember hatte der Konzern verkündet, den US Spezialisten für seltene Krankheiten, Alexion, für 39 Milliarden Dollar zu kaufen. Die Übernahme soll im dritten Quartal abgeschlossen sein. Der Zukauf soll sicherstellen, dass der Umsatz bis 2025 jedes Jahr zweistellig wächst.

    Im vergangenen Jahr verzeichnete die Firma mit Sitz im englischen Cambridge einen Umsatzsprung um neun Prozent auf 26,6 Milliarden Dollar. Der Gewinn nach Steuern stieg um 158 Prozent auf 3,1 Milliarden Dollar. An der Börse hat der einstige Anlegerliebling dennoch zu kämpfen. Der Aktienkurs liegt nach einer zwischenzeitlichen Rally im vergangenen Jahr nur noch knapp über Vor-Corona-Niveau.

    Auch wenn Astra-Zeneca keine Anteile mehr an Moderna hält, haben die beiden weiterhin eine strategische Allianz im Bereich der Herz-Kreislauf- und Krebskrankheiten.

    Mittlerweile sind unter den wichtigsten Investoren von Moderna nur noch Investmentfonds und Finanzinvestoren. Der größte Anteilseigner ist mit 7,8 Prozent der auf Life-Sciences spezialisierte Investor Flagship Pioneering, gefolgt von dem Vermögensverwalter Baillie Gifford mit 6,14 Prozent. Die Vanguard Group hält 5,9 Prozent und Blackrock 5,2 Prozent. Alle anderen Investoren liegen bei zwei Prozent oder weniger.

    Mehr: Pharmakonzerne arbeiten mit Hochdruck an modifizierten Impfstoffen gegen Mutanten.

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