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Industrie Chemiebranche leidet weiterhin unter schwacher Nachfrage

Die Flaute in der Chemieindustrie hält an: Aus dem wichtigsten Auslandsmarkt sind im zweiten Quartal weniger Bestellungen eingegangen – die Produktion ging zurück.
Update: 04.09.2019 - 11:32 Uhr Kommentieren
Chemieindustrie leidet weiterhin unter schwacher Nachfrage Quelle: obs/Accor Hotellerie Deutschland GmbH
BASF-Mitarbeiter

Der Brexit, aber auch weltweite Handelsstreitigkeiten belasten die deutsche Chemiebranche.

(Foto: obs/Accor Hotellerie Deutschland GmbH)

Frankfurt Fehlende Nachfrage der Industriekunden sowie die weltwirtschaftlichen Unsicherheiten machen der deutschen Chemie- und Pharmabranche weiterhin zu schaffen. Schwache Zahlen für das zweite Quartal 2019 haben den Verband der Chemischen Industrie (VCI) veranlasst, bereits zum dritten Mal seine Prognose für das Gesamtjahr 2019 abzusenken.

Besserung sei nicht in Sicht, berichtete der Verband am Mittwoch in Frankfurt. Weil die Chemie viele Vorprodukte liefert, gilt sie als wichtiger Frühindikator für die konjunkturelle Entwicklung der Gesamtwirtschaft.

Die drittgrößte Industriebranche Deutschlands kommt nicht aus der Flaute. Die Produktion ging von April bis Juni im Vergleich zum Vorquartal um 0,7 Prozent zurück. Zum Vorjahresquartal betrug der Rückgang sogar 8,8 Prozent. Als Grund nannte der VCI die fehlende Nachfrage der deutschen Industriekunden, wobei nicht nur der Autosektor schwächelte.

Auch aus dem wichtigsten Auslandsmarkt Europa gingen weniger Bestellungen ein. Der Quartalsumsatz stagnierte im Vergleich zum ersten Quartal bei 48 Milliarden Euro und lag damit 4,3 Prozent unter dem Wert aus dem Rekordjahr 2018.

Für das Gesamtjahr 2019 senkte der VCI bereits zum dritten Mal seine Prognose. Er rechnet nun mit einem Umsatzrückgang um fünf Prozent auf 193 Milliarden Euro. Die Produktion werde bei leicht steigenden Chemikalienpreisen um sechs Prozent zurückgehen.

Noch im Dezember hatte der Verband ein Produktionswachstum von 1,5 Prozent vorhergesagt. Neben den konjunkturellen Schwankungen spielte auch das Produktionsende eines Blockbuster-Medikaments in Deutschland einen Rolle.

„Die Unternehmen rechnen aktuell nicht mehr mit einer Belebung des deutschen und europäischen Chemiegeschäfts“, fasste VCI-Präsident Hans van Bylen die Lage zusammen. „Vom Handel mit den USA und Asien sind wegen der geopolitischen Risiken nur geringe Wachstumsimpulse zu erwarten.“ In Europa belastet zusätzlich die Gefahr eines harten Brexits die Lage.

Noch ist die Branche mit fast 465.000 Beschäftigten hierzulande aber gut ausgelastet und arbeitet bei einer Auslastung von 83,4 Prozent auf einem hohem Niveau. 2018 erzielten die Unternehmen einen Rekordumsatz von 203 Milliarden Euro.

Mehr: Immer weniger Geldgeber investieren in deutsche Start-ups der Chemiebranche. Das liegt nicht nur an den langen Entwicklungszeiten dieser jungen Firmen.

  • dpa
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