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Industrie Chemiespezialist Altana hält Wachstumskurs

Der Chemiekonzern ist trotz der schwierigen Lage in der Branche 2018 gewachsen. Vorstandschef Martin Babilas ist auch für das laufende Jahr optimistisch.
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Im abgelaufenen Jahr steigerte der Spezialchemiekonzern seinen Umsatz um drei Prozent auf 2,3 Milliarden Euro. Quelle: Altana AG
Altana-Zentrale in Wesel

Im abgelaufenen Jahr steigerte der Spezialchemiekonzern seinen Umsatz um drei Prozent auf 2,3 Milliarden Euro.

(Foto: Altana AG)

FrankfurtDer Altana-Konzern hat seinen Wachstumskurs auch im schwierigen Chemie-Jahr 2018 fortgesetzt und will 2019 weiter zulegen. Steigende Rohstoffkosten sorgten bei dem Spezialchemiehersteller im Besitz von BMW-Erbin Susanne Klatten allerdings für Ertragseinbußen.

Vorstandschef Martin Babilas zieht trotz des insgesamt herausfordernden Umfeldes im Chemiegeschäft eine positive Bilanz. Er sieht Altana weiter auf dem Kurs eines langfristigen profitablen Wachstums.

Im abgelaufenen Jahr steigerte der Weseler Spezialchemiekonzern seinen Umsatz um drei Prozent auf 2,3 Milliarden Euro. Währungsbereinigt legte er vier Prozent zu und dürfte sich damit leicht über dem Branchenschnitt bewegen. „Unsere ambitionierten Umsatzziele haben wir damit erreicht“, so Babilas.

Ähnlich wie für viele Konkurrenten war das Jahr 2019 dabei auch für Altana „ein Jahr mit zwei Gesichtern.“ Auf eine relativ starke Entwicklung im ersten Halbjahr folgte eine unerwartet deutliche Abkühlung im zweiten Halbjahr.

Insbesondere die Nachfrage aus der Automobilindustrie und aus China schwächten sich ab. Hinzu kamen spürbar steigende Rohstoffpreise. Zudem hat Altana die Ausgaben für Forschung und Entwicklung überproportional gesteigert.

Die Ertragsentwicklung konnte daher mit dem Umsatz nicht Schritt halten. Der Betriebsgewinn (Ebit) sank um 12 Prozent auf 264 Millionen Euro, der Nettogewinn um ein Fünftel auf 187 Millionen Euro. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) lag mit 431 Millionen Euro um acht Prozent unter Vorjahr.

Die Ebitda-Marge verschlechterte sich von 20,9 auf 18,7 Prozent, bewegt sich aber weiter im Zielkorridor von 18 bis 20 Prozent. Babilas sprach mit Blick auf die Rohstoffkosten eher von einer Normalisierung gegenüber der besonders günstigen Konstellation in den beiden Vorjahren.

Auch mit Blick auf 2019 bleibt der Altana-Chef – ähnlich wie viele seiner Kollegen aus der Chemiebranche – vorsichtig. „Das insgesamt herausfordernde Umfeld begleitet uns weiterhin. Die weltwirtschaftliche Dynamik hat sich abgeschwächt.“

Alles in allem sieht er den Konzern trotzdem auf einem moderaten Wachstumskurs mit einem erwarteten Umsatzplus von einem bis fünf Prozent. Die Prognose sei dabei mehr als sonst von hoher Marktunsicherheit begleitet, so Babilas. „Die Herausforderungen bewegen sich auf einem ähnlichen Niveau wie 2018, aber dem begegnen wir aus einer Position der Stärke.“

Hohe Ausgaben in Forschung und Entwicklung

Der Weseler Konzern, der sich über die Holding Skion vollständig im Besitz von BMW-Erbin Susanne Klatten befindet, versteht sich als reiner Chemiespezialist. Größter Teilbereich mit 1,07 Milliarden Euro Umsatz ist die Tochter Byk, die Additive für Lacke und Kunststoffe sowie zugehörige Instrumente für die Qualitätssicherung produziert.

Darüber hinaus produziert Altana Spezialpigmente etwa für Autolacke, Dichtstoffe, Isoliermaterialien für die Elektroindustrie sowie im Geschäftsbereich Actega auch Klebstoffe und Speziallacke für die Verpackungs- und Druckindustrie. Dieses Segment verbuchte 2018 mit sechs Prozent das stärkste Wachstum, während das Pigment-Geschäft aufgrund der schwachen Autokonjunktur nahezu stagnierte.

Grafik

Mittelfristig setzt Altana auf relativ hohen Ausgaben für Forschung und Entwicklung sowie auch ergänzenden Zukäufen. Nach einer Akquisitionspause 2018 könnten sich hier nach Einschätzung des Altana-Chefs aufgrund der reduzierten Bewertungen im Chemiesektor wieder neue Möglichkeiten ergeben. Finanziell ist der Konzern dafür bestens gerüstet, mit einer nahezu schuldenfreien Bilanz.

Parallel dazu bewältigt Altana derzeit ein relativ umfangreiches Sachinvestitionsprogramm mit Ausgaben von jeweils knapp 190 Millionen Euro in den vergangenen beiden Jahren. Unter entstehen neue Kapazitäten für Additive in Texas und Schanghai. Ausgebaut werden zudem die Kapazitäten für Dichtungsmassen am Standort Bremen. Dort soll zudem auch ein Innovationszentrum für den Geschäftsbereich Actega entstehen.

Große Hoffnungen verbindet Babilas zudem mit dem Engagement beim israelischen Digital-Druck-Spezialisten Landa, der die Markteinführung einer völlig neuen Digitaldruck-Technik vorbereitet. „Wir sind zuversichtlich, dass das eine bahnbrechende neue Technologie sein wird“, sagte Babilas. Erste Umsätze erwarte man für dieses Jahr. Altana ist mit einem Drittel an Landa beteiligt und fungiert zugleich als Technologiepartner für die Entwicklung von Druckfarben.

Im vierten Quartal beteiligte sich der Weseler Konzern zudem an einem weiteren israelischen Drucktechnik-Start-up. Die Firma Velox arbeitet an einer Technologie zum Bedrucken von dreidimensionalen Produkten wie gefüllten Zahnpastatuben.

Derartige Partnerschaften, glaubt Altana-Chef Babilas, werden in Zukunft immer wichtiger werden. Denn die Entwicklung neuer Geräte und der dazugehörigen Materialien müsse immer stärker Hand in Hand gehen.

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