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Industrie Der stockende Ausbau der Windenergie beunruhigt Maschinenbauer

Die Flaute gefährdet nach Ansicht des Branchenverbandes Jobs. In wenigen Tagen will der VDMA eine Studie über die möglichen Folgen veröffentlichen.
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Das Wirtschaftsministerium hat kürzlich ein Papier vorgelegt, mit dem die Akzeptanz für den Bau der Anlagen verbessert werden soll. Quelle: dpa
Windräder in Niedersachsen

Das Wirtschaftsministerium hat kürzlich ein Papier vorgelegt, mit dem die Akzeptanz für den Bau der Anlagen verbessert werden soll.

(Foto: dpa)

Düsseldorf, Frankfurt Der ins Stocken geratene Ausbau der Windenergie in Deutschland ruft die Zulieferindustrie auf den Plan. „Die anhaltende Flaute in der Windenergie an Land ist erschreckend“, kritisierte am Freitag der Geschäftsführer des Bereichs Power Systems im Maschinenbauverband VDMA, Matthias Zelinger.

Er verwies auf die zuvor von der Bundesnetzagentur veröffentlichten Zahlen zur jüngsten Ausschreibungsrunde, wonach bei einem Ausschreibungsvolumen von 675 Megawatt gerademal 25 Gebote mit einem Volumen von 204 Megawatt bezuschlagt wurden. Alle sechs Ausschreibungen, die seit Oktober 2018 durchgeführt wurden, seien unterzeichnet gewesen, betonte der Verband.

„Diese Krise der Windindustrie gefährdet Klimaziele, Arbeitsplätze und Wertschöpfung in Deutschland“, erklärte Zelinger. Er kündigte für die kommende Woche die Vorlage einer Studie an, die die Auswirkungen eines anhaltend schwachen Heimatmarktes auf die Wertschöpfung in Deutschland beschreiben werde.

Die Flaute beim Ausbau macht Turbinenherstellern wie Siemens-Gamesa, Nordex oder Vestas zu schaffen. Die Windenergie spielt eine Schlüsselrolle in der Energiewende. Danach sollen bis 2030 Erneuerbare Energie 65 Prozent des Strombedarfs abdecken.

Berlin setzt auf mehr Solarenergie

Im Klimaprogramm hat die Bundesregierung inzwischen einen Wechsel des Ausbau-Schwerpunkts von der Windenergie zur Solarenergie verankert. Die Leistung der Photovoltaik soll bis 2030 nahezu verdoppelt werden.

Rechnerisch bedeutet dies einen Zubau von deutlich über vier Gigawatt pro Jahr, weit mehr als in vergangenen Jahren gebaut wurde. Windenergie an Land soll nicht einmal um 50 Prozent wachsen. Jedes Jahr wären das nur netto – also nach Abriss alter Windräder – gut 1,6 Gigwatt mehr.

Das Wirtschaftsministerium hatte kürzlich ein Papier vorgelegt, mit dem die Akzeptanz für den Bau der Anlagen verbessert werden soll. Wegen des Widerstands von Anwohnern dauern die Genehmigungsverfahren Jahre. Der Chef des Energiekonzerns EnBW, Frank Mastiaux, hatte kritisiert, dass mittlerweile wegen der Genehmigungsverfahren 59 Monate vergingen, bis eine Windkraftanlage errichtet werden könne.

Zur Verbesserung der Akzeptanz wird in dem Regierungspapier vorgeschlagen, dass die Beleuchtung der Anlagen zur Sicherung des Flugverkehrs so verbessert wird, dass die Anwohner weniger gestört werden. Zudem sollen Windräder nur noch im Abstand von 1000 Metern von Siedlungen entfernt errichtet werden dürfen.

Zwar können die Länder niedrigere Abstände erlauben. Der VDMA fordert aber, die „wenig intelligente Abstandsregelung“ ganz zu streichen.

Mehr: Der Flächenverbrauch für Windkraft ist erheblich, der Widerstand von Einwohnern und Naturschützern groß, meint Handelsblatt-Reporter Klaus Stratmann. Das Wachstum der Branche stoße an Grenzen.

  • rtr
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