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Industrie Siemens reagiert zurückhaltend auf die Krise bei General Electric

Es scheint, als sei Siemens endgültig am gebeutelten Rivalen GE vorbeigezogen. Doch die Münchener haben mit ähnlichen Problemen zu kämpfen.
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Der Siemens-Vorstandsvorsitzende reagiert verhalten auf die Krise des Erzrivalen General Electric. Quelle: dpa
Joe Kaeser

Der Siemens-Vorstandsvorsitzende reagiert verhalten auf die Krise des Erzrivalen General Electric.

(Foto: dpa)

München Bei Siemens beobachten sie die Krise des Erzrivalen genau. Über Jahrzehnte war General Electric das schier unerreichbare Vorbild. Doch seit der US-Konzern ins Wanken geraten ist, haben sich die Vorzeichen umgekehrt: An der Börse sind die Münchener derzeit mit knapp 90 Milliarden Euro sogar höher bewertet als der amerikanische Konkurrent. Doch Siemens-Chef Joe Kaeser hat intern die Devise ausgegeben: keine Triumphgefühle.

Die Zurückhaltung hat mehrere Gründe. In der Kraftwerkssparte hat Siemens mit ähnlichen Problemen zu kämpfen wie GE, der Markteinbruch bei großen Gasturbinen trifft alle Anbieter.

Zudem hält Kaeser GE schon seit Längerem nicht mehr für den Hauptkonkurrenten. Das sind für ihn vor allem die fokussierten Spezialisten zum Beispiel aus Asien, die oft höhere Margen erzielen als die Mischkonzerne alter Prägung.

Und schließlich hat Kaeser derzeit genug im eigenen Haus zu tun: Zum 1. April startet die neue Struktur mit drei operativen und drei strategischen Unternehmen. Die Geschäfte bekommen auf diesem Weg mehr Eigenständigkeit – und sollen selbst wie ein fokussierter Spezialist agieren. Die volle Konzentration gelte derzeit den Kunden und dem Umbau, heißt es in Unternehmenskreisen.

Doch gerade bei seinem Umbau dürfte sich Kaeser von der Krise bei GE bestätigt sehen. „Es zeigt sich, dass es gut ist, immer vor der Welle zu schwimmen“, sagt einer aus dem Umfeld.

Siemens hat den Umbau in Richtung einer Holding rechtzeitig selbst angestoßen. „Es ist etwas ganz anderes, ob man aus freien Stücken die Dinge gestaltet, weil man stark und erfolgreich ist, sagte Kaeser kürzlich dem Handelsblatt. „Oder ob man getrieben wird und nur eine Möglichkeit übrig bleibt.“

Der Effekt zeigt sich nach Einschätzung in Industriekreisen am Beispiel der Medizintechnik. Siemens hat Healthineers bereits an die Börse gebracht, GE plant einen ähnlichen Schritt. Doch behielten die Münchener zunächst 85 Prozent der Anteile – und damit die Kontrolle. Die Amerikaner wollen dagegen die Mehrheit abgeben – weil sie so die Verschuldung des Konzerns drücken können.

Skeptiker befürchten, dass Kaeser eine spätere Zerschlagung eingeleitet haben könnte. In der neuen Struktur kann sich Siemens relativ einfach von den Mehrheiten an Siemens Gamesa, Healthineers, dem geplanten Zugriesen Siemens Alstom oder einem der operativen Unternehmen trennen.

Kaeser hört das nicht gerne. „Zerschlagung ist jedenfalls die negative Beschreibung eines Sachverhalts, den man auch als positives Schaffen neuer Perspektiven sehen kann.“

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