Industriedienstleister Arbeitsgerichts-Prozess um Entlassung von Bilfinger-Chefermittlerin verschoben

Streit bei Industriedienstleister Bilfinger spitzt sich nach weiteren Enthüllungen über mangelnde Aufarbeitung von Korruption im Konzern zu.
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Ein Mann steht in Mannheim am Hauptsitz des Industriedienstleisters Bilfinger vor dem Firmenlogo. Quelle: dpa
Bilfinger

Ein Mann steht in Mannheim am Hauptsitz des Industriedienstleisters Bilfinger vor dem Firmenlogo.

(Foto: dpa)

ManhheimDer für Donnerstag angesetzte Prozessauftakt um die Kündigung der früheren Chefermittlerin des Bilfinger-Konzerns, Marie M., ist kurzfristig vertagt worden. Der Verhandlungstermin vor dem baden-württembergischen Landesarbeitsgericht in Mannheim wird nun voraussichtlich erst Ende Oktober stattfinden, nachdem der Streit in den vergangenen Tagen nach einer Berichterstattung des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“ eine neue Dynamik gewonnen hat. Korruptionsfälle hatten den Konzern in den vergangenen Jahren Millionen gekostet und erhebliche Mängel in der Compliance-Struktur offenbart.

Grund für die Verschiebung sind nach Angaben eines Gerichtssprechers neue Schriftsätze, die beide Streitparteien erst in den vergangenen Tagen eingereicht haben und über die sich das Gericht erst ein Bild machen müsse. Diese Schriftsätze hängen dabei nach Informationen des Handelsblatts unmittelbar mit Berichten des „Spiegel“ vom Wochenende zusammen. Diese thematisieren unter anderem die Arbeit M.s bei der Aufklärung von Korruption bei Industriedienstleister Bilfinger und legen nahe, dass M. bei der Aufarbeitung im Konzern behindert wurde.

Bilfinger legte als Reaktion darauf ein mehrere Dutzend Seiten zählendes Dokument bei Gericht vor, in dem der Konzern M. laut Handelsblatt-Informationen offenbar anlastet, eine Quelle für diese Negativ-Berichterstattung zu sein. Die schriftliche Erwiderung der Anwälte M.s erfolgte demnach umgehend. Gegenüber dem Handelsblatt wollten sich beide Seiten zum Inhalt der Schriftsätze nicht äußern, wie auch das Gericht.

Bilfinger hatte M., die innerhalb des Konzerns die Abteilung für interne Ermittlungen verantwortete, im Frühjahr 2017 gekündigt. Das Unternehmen führte dabei insbesondere an, dass die Chefermittlerin bei der Vergabe von Detektivaufträgen gegen die Ausschreibungsrichtlinien der Firma verstoßen habe.

Bilfinger stützt sich dabei wesentlich auf ein 161 Seiten starkes Gutachten des Wiesbadener Strafrechtler Prof. Dr. Alfred Dierlamm. M. hatte die Vorwürfe stets zurückgewiesen und siegte in erster Instanz vor dem Arbeitsgericht Mannheim, das die Kündigung für unwirksam erklärte. Diese sei überzogen gewesen, eine Abmahnung hätte völlig gereicht, so die Grundaussage.

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