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Industriedienstleister Bilfinger verlangt von Roland Koch und elf weiteren Ex-Vorständen Schadensersatz

Das Unternehmen will zwölf Ex-Vorstände zur Kasse bitten. Auch der ehemalige CDU-Politiker Roland Koch ist darunter. Es geht um einen dreistelligen Millionenbetrag.
07.05.2019 - 18:09 Uhr Kommentieren
Roland Koch: Bilfinger fordert Schadenersatz von Altvorständen Quelle: dpa
Roland Koch

Der Ex-Vorstandschef von Bilfinger soll sich nicht genügend um ein funktionierendes Compliance-System gekümmert haben.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Der frühere CDU-Politiker und Ex-Bilfinger-Chef Roland Koch muss sich auf schlechte Nachrichten gefasst machen. Wie der Mannheimer Industriedienstleister an diesem Dienstagabend mitteilte, hat sich der Aufsichtsrat um den Vorsitzenden Eckhard Cordes darauf verständigt, Koch und elf weitere Altvorstände des Konzerns wegen angeblicher Pflichtverletzungen zur Kasse zu bitten.

Die Kontrolleure werfen den ehemaligen Managern vor, sich nicht genügend um ein funktionierendes Compliance-System bei Bilfinger gekümmert zu haben. Erst Ende 2018 endete ein jahrelanges Monitoring durch das US-Justizministerium, nachdem der ehemalige Baukonzern mehrmals durch korrupte Geschäftspraktiken aufgefallen war.

Das Unternehmen macht nun einen Schaden in Höhe eines niedrigen dreistelligen Millionenbetrags geltend. „Der Aufsichtsrat geht sehr gewissenhaft und gründlich vor“, erklärte Aufsichtsratschef Cordes. „Die Inanspruchnahme geschieht unter Abwägung aller entscheidungserheblichen Gesichtspunkten.“ Der Konzern habe sich juristisch von mehreren Experten beraten lassen.

Dass Bilfinger Schadenersatz fordern würde, ist schon länger klar. Nun macht der Industriedienstleister seinen Anspruch juristisch geltend. Allen zwölf ehemaligen Vorständen wird damit auch die Gelegenheit gegeben, sich selbst zu den Vorwürfen zu äußern. Betroffen sind alle ehemaligen Vorstände, die in den Jahren 2006 bis 2015 im Amt waren.

Nach Bekanntwerden der Forderung erklärte ein Sprecher Kochs: „Die Unterstellung, dass Herr Koch der Compliance eine zu geringe Bedeutung beigemessen hat, weist dieser mit aller Entschiedenheit als unwahr zurück.“ Der ehemalige Manager habe in seiner Amtszeit von 2011 bis 2014 das Compliance-System vielmehr entscheidend vorangebracht.

Doch erst im Dezember 2019 bescheinigte der US-Monitor Mark Livschitz dem Unternehmen einwandfreies Geschäftsgebaren – obwohl Bilfinger schon seit 2013 unter Beobachtung stand.

Auf der Hauptversammlung am Mittwoch dürften sich auch die Aktionäre von Bilfinger zu dem Thema äußern. Im vergangenen Jahr haben sie fünf ehemaligen Vorständen die Entlastung für 2015 verweigert, nachdem der jetzige Vorstand um den Briten Tom Blades und der Aufsichtsrat dazu aufgefordert hatten.

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