Industriegasekonzern Linde-Gewinn zieht vor der Fusion mit Praxair deutlich an – die Blitzanalyse

Linde kann vor der Fusion mit Praxair mehr Gewinn vermelden. Nur die volatilen Wechselkurse machen den Münchenern weiter zu schaffen.
Update: 25.04.2018 - 08:30 Uhr Kommentieren
Linde-Gewinn zieht vor der Fusion mit Praxair deutlich an Quelle: dpa
Linde

Die Industriegase der Münchener sind derzeit gefragt.

(Foto: dpa)

MünchenDer Gasekonzern Linde hat die Zahlen für das erste Quartal vorgelegt.

  • Der Umsatz fiel vor allem wegen des starken Euro um 7,8 Prozent auf 4,04 Milliarden Euro. Bereinigt um Währungseffekte und eine Änderung bei der Rechnungslegung stieg er um 1,4 Prozent.
  • Der operative Gewinn legte um 3,8 Prozent auf 1,08 Milliarden Euro zu. Auf vergleichbarer Basis bedeutet dies einen Zuwachs von 12,1 Prozent.
  • Der Gewinn nach Steuern wuchs um 23,5 Prozent auf 384 Millionen Euro

Der Ausblick für das Gesamtjahr wurde bestätigt. 

Das fällt positiv auf

Operativ hochprofitabel: Linde konnte die Profitabilität deutlich verbessern. Die operative Umsatzrendite stieg um 300 Basispunkte auf 26,7 Prozent. Dazu beigetragen hat vor allem das Effizienzprogramm „Lift“, auch durch den Abbau von Stellen wurden die Kosten gesenkt. Hinzu kamen das gute konjunkturelle Umfeld, Verbesserungen des Portfolios und der Rechnungslegungseffekt: Durch die erstmalige Anwendung des internationalen Rechnungslegungsstandards IFRS 15 fiel der Umsatz etwas niedriger aus – das erhöht die Umsatzrendite.

Besonders gut lief es mal wieder im Kerngeschäft mit Industriegasen. Auf vergleichbarer Basis, also bereinigt um Währungs- und Gaspreiseffekte, wuchs der Umsatz um 2,6 Prozent auf 3,5 Milliarden Euro. Die operative Umsatzrendite stieg auf 30,7 Prozent. Der direkte Vergleich ist schwierig, doch dürfte Linde damit in die Regionen des Fusionspartners Praxair kommen, der bislang als profitabler galt. Auch der Anlagenbau konnte die Umsatzrendite auf 10,0 Prozent verbessern. 

Das fällt negativ auf

Belastung durch Wechselkurse: Linde bekommt den starken Euro und den schwachen Dollar deutlich zu spüren. Die berichteten Umsätze fielen wegen der Währungseffekte in fast allen Regionen und Geschäften.

Zudem schwächelt die Region Amerika weiter etwas. Im vergangenen Jahr hatten hier staatlich verordnete Preissenkungen im Geschäft mit Gesundheitsgasen zu Umsatzrückgängen geführt. Im ersten Quartal stiegen die Erlöse im Segment Amerika zwar auf vergleichbarer Basis um ein Prozent auf knapp 1,1 Milliarden Euro. In Europa und Asien konnte Linde aber stärker zulegen. Zudem wirkten sich die Preisreduzierungen privater Krankenkassen im Gesundheitsgasegeschäft negativ aus. 

Was sonst noch wichtig ist

Linde steht vor der Fusion mit Praxair zum weltgrößten Gasekonzern. Die Amerikaner legen am Donnerstag ihre Zahlen vor. Derzeit prüfen Kartellbehörden in aller Welt, vor allem aber in den USA und Brüssel, den geplanten Zusammenschluss.

Klar ist, dass sich die Unternehmen von Teilen ihres Geschäfts trennen müssen. Daher laufen parallel Verhandlungen mit potenziellen Käufern. Mit Ergebnissen ist im Sommer zu rechnen. „Linde und Praxair gehen weiterhin davon aus, nach dem rechtzeitigen Erhalt aller erforderlichen Genehmigungen den Unternehmenszusammenschluss in der zweiten Jahreshälfte 2018 vollziehen zu können“, hieß es am Mittwoch.

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