Industriekonzern Finanzinvestor Cevian will Einfluss bei Thyssen-Krupp ausbauen

Finanzinvestor Cevian strebt einen zweiten Sitz im Aufsichtsrat an. Unterdessen sucht Thyssen-Krupp weiter nach einem neuen Aufsichtsratsvorsitzenden.
Update: 16.08.2018 - 02:26 Uhr Kommentieren
Thyssen-Krupp: Finanzinvestor Cevian will Einfluss ausbauen Quelle: dpa
Stahlwerk Thyssen-Krupp

Hochöfen in Duisburg Bruckhausen Der Thyssen-Krupp-Großaktionär Cevian beharrt auf einem Umbau des Traditionskonzerns.

(Foto: dpa)

Frankfurt/MainDer schwedische Finanzinvestor Cevian will laut einem Pressebericht seinen Einfluss beim Industriekonzern Thyssen-Krupp ausweiten. Cevian strebe dazu einen zweiten Sitz im Aufsichtsrat an, schreibt die „Börsen-Zeitung“ (Donnerstag) unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen aus dem engen Umfeld des Kontrollgremiums. Voraussichtlich zur nächsten Hauptversammlung des Industriekonzerns im Januar 2019 werde Cevian einen zweiten Vertreter einbringen.

Eine Gelegenheit dazu könnte sich dem Blatt zufolge aber auch schon früher bieten. Im Aufsichtsrat sind seit dem abrupten Rücktritt von Ex-Chefkontrolleur Ulrich Lehner im Juli, über den das Handelsblatt berichtet hatte, und nach dem für Ende August geplanten Ausscheiden von Ex-Telekom-Chef René Obermann zwei Posten vakant.

Für den Aufsichtsratsvorsitz suche der Nominierungsausschuss unter Leitung des Bochumer Professors Bernhard Pellens und unter Einbindung der beiden Großaktionäre extern einen unabhängigen Kandidaten, heißt es. Den Platz von Obermann dagegen könnte nun offenbar Cevian besetzen.

Seit Anfang August ist der Sitz an der Spitze des Kontrollgremiums von Thyssen-Krupp verwaist. Lehner warf nach monatelangem Streit mit den Großaktionären frustriert hin, mitten in einer schweren Unternehmenskrise. Mehr als 150.000 Mitarbeiter sind in Sorge.

Für eine schnelle Lösung in der Personalfrage gibt es Hindernisse. Vor Lehner war bereits Vorstandschef Heinrich Hiesinger zurückgetreten; beide hatten ihren Rückzug mit der mangelnden Unterstützung durch die Krupp-Stiftung als größten Aktionär begründet.

Das macht mögliche Nachfolger misstrauisch, im besten Fall erhöht es ihren Redebedarf. Beteiligte berichten dem Handelsblatt, dass Kandidaten viele Fragen haben. Warum genau trat Hiesinger zurück? Warum Lehner? Wie sehen die Großaktionäre die Zukunft von Thyssen-Krupp?

Thyssen-Krupp steht seit längerem unter Druck, bessere Ergebnisse zu liefern. Der fortgesetzte Konflikt mit Großaktionär Cevian sowie Uneinigkeit im Aufsichtsrat über die Strategie hatten zuletzt eine Führungskrise ausgelöst. Mitgründer des Finanzinvestors Cevian, Lars Förberg, forderte wiederholt mehr Freiraum für einzelne Sparten.

Dabei gab es zuletzt moderatere Töne, nachdem Förberg vorher Thyssenkrupp und die Führung um Hiesinger scharf kritisiert hatte. Weiteren Druck könnte der US-Hedgefonds und Thyssen-Krupp-Großaktionär Elliott aufbauen, der ebenfalls eine Neuausrichtung fordert. Ebenso wie Cevian will aber auch er nicht von Zerschlagung reden. Dennoch geistert das Thema durch den Raum.

  • mur
  • dpa
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