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Industriekonzern Kone verabschiedet sich aus Bieterrennen um Thyssen-Aufzugsparte

Der finnische Konkurrent Kone ist vorerst raus aus dem Bieterrennen um die Aufzugsparte von Thyssen-Krupp. Der Ruhrkonzern spricht nun mit zwei Finanzinvestoren.
17.02.2020 Update: 17.02.2020 - 17:16 Uhr Kommentieren
Thyssen-Krupp hat eine Vorauswahl für einen Verkauf seiner Aufzugsparte getroffen. Quelle: dpa
Fahrstuhlschacht

Thyssen-Krupp hat eine Vorauswahl für einen Verkauf seiner Aufzugsparte getroffen.

(Foto: dpa)

Düsseldorf, Frankfurt Thyssen-Krupp hat im Bieterrennen um seine Aufzugsparte dem finnischen Konkurrenten Kone eine Abfuhr erteilt und will nur noch mit zwei Konsortien von Finanzinvestoren weiterverhandeln. Nach sorgfältiger Bewertung eines umfangreichen Kriterienkatalogs habe sich das Unternehmen zu diesem Schritt entschieden.

Dabei handele es sich einerseits um Blackstone, Carlyle und Canadian Pension Plan Investment Board sowie andererseits um Advent und Cinven, teilte der Konzern am Montag mit. „Ziel ist es, kurzfristig eine Einigung über einen Mehrheits- oder Vollverkauf zu erzielen.“ Während Thyssen-Krupp damit für Kone theoretisch eine Hintertür offen ließ, erklärten die Finnen kurz darauf die Gespräche für beendet.

Der finnische Hersteller Kone hatte es zuvor mit einem Gebot von rund 17 Milliarden Euro in die Endrunde geschafft. Im Vergleich zu den Finanzinvestoren, deren Angebote sich im Bereich zwischen 15 und 16 Milliarden Euro bewegen sollen, hätte Kone damit einen deutlichen Aufschlag gezahlt. Branchenexperten hatten darauf verwiesen, dass Thyssen-Krupp gute Argumente haben müsse, um vor seinen Aktionären im Fall einer Abfuhr an Kone den Verzicht auf eine Differenz von rund 1,5 Milliarden Euro zu rechtfertigen.

Arbeitnehmer hatten jedoch bereits deutlich gemacht, dass sie einen Verkauf an einen Konkurrenten wegen des zu erwartenden Arbeitsplatzabbaus kritisch sehen. Ihre Zustimmung zu dem Verkauf gilt als entscheidend, da entsprechende Vereinbarungen der IG Metall mit dem Konzernvorstand bestehen. Thyssen-Krupp hatte befürchtet, dass es zu einer langwierigen Prüfung durch die Kartellbehörden kommt – mit ungewissem Ausgang.

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    Gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters erklärte Kone-Chef Henrik Ehrnrooth: „Wir waren zuversichtlich, dass Wettbewerbsfragen kein Hindernis gewesen wären.“ Für seinen Konzern sei der Fall aber nun erledigt. Es sei der Moment gekommen, an dem das Risiko zu groß erschien. Daher sei man zu dem Schluss gekommen, mit der eigenen Strategie fortzufahren. „Für uns ist es immer wichtig, nicht etwas zu unternehmen, das die eigene starke Position gefährdet.“

    Kone erklärte, man sei nach wie vor der Ansicht, dass eine Zusammenlegung der Geschäfte mit Thyssen-Krupp Elevator strategisch überzeugend gewesen wäre. „Jede Akquisition, die Kone verfolgt, muss jedoch mit Bedingungen und Konditionen einhergehen, die allen Stakeholdern wie Aktionären, Mitarbeitern und Kunden gerecht werden.“ Die Aktie von Thyssen-Krupp gab zeitweise um fast drei Prozent nach, die von Kone um fünf Prozent.

    Der Ruhrkonzern betonte, die Verhandlungen mit den beiden Bieterkonsortien nun zu priorisieren und dabei eine Wertmaximierung anzustreben. „Falls keine Einigung mit einem Bieter erreicht werden kann, stellt ein Börsengang unverändert eine Option dar. Dieser wäre dann ab dem Frühsommer möglich.“

    Mit den Erlösen aus dem Verkauf des profitablen Aufzuggeschäfts will Thyssen-Krupp-Chefin Martina Merz die Restrukturierung der übrigen Sparten des Ruhrkonzerns finanzieren. Kern der Strategie ist die Fokussierung auf die Werkstoff-Geschäfte, weite Teile des Anlagenbaus und der Komponentenfertigung stehen ebenfalls vor dem Verkauf.

    Die Stahlsparte hingegen braucht milliardenschwere Investitionen, um technologisch wieder zur Konkurrenz aufzuschließen. Noch im März will Thyssen-Krupp für den Bereich eine Strategie vorlegen, bis dahin gibt es eine Art Stillhalteabkommen mit der IG Metall.

    Mehr: Die schlechte Autokonjunktur drückt auf die Ergebnisse von Thyssen-Krupp. Der Ruhrkonzern verliert im ersten Quartal mehr als 370 Millionen Euro.

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