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Industriekonzern Kurssturz bei Thyssen-Krupp: Finanzchef wirbt bei Mitarbeitern um Vertrauen

Nach dem Verkauf der Aufzugsparte werden die Anleger ungeduldig, der Aktienkurs fällt auf ein Rekordtief. Finanzvorstand Dietsch schreibt an die Mitarbeiter.
06.03.2020 - 20:29 Uhr Kommentieren
Langfristig orientierte Anleger wollten sehr konkret wissen, wie stark die Bilanz nach der Entschuldung sein werde, sagt Finanzchef Dietsch. Quelle: AFP
Thyssen-Krupp-Zentrale in Essen

Langfristig orientierte Anleger wollten sehr konkret wissen, wie stark die Bilanz nach der Entschuldung sein werde, sagt Finanzchef Dietsch.

(Foto: AFP)

Düsseldorf Thyssen-Krupp-Finanzvorstand Johannes Dietsch wirbt bei den Mitarbeitern angesichts des Aktienkurs-Verfalls um Geduld und Vertrauen. „Ich bin fest davon überzeugt, dass Thyssen-Krupp eine gute Zukunft hat, auch ohne das Aufzuggeschäft“, schrieb der Manager in einem der Nachrichtenagentur Reuters am Freitag vorliegenden Brief an die Mitarbeiter.

Der Konzern werde solide finanziert sein, wenn im Zuge des Verkaufs der Aufzugsparte die Finanzschulden deutlich reduziert und ein Großteil der Pensionsverpflichtungen ausfinanziert seien. Und er werde mit Restrukturierungen und Investitionen den Firmenwert nachhaltig steigern. „Wir wollen uns so aufstellen, dass wir wieder einen Gewinn ausweisen können“, schrieb Dietsch.

Thyssen-Krupp hatte in der vergangenen Woche den einzig nennenswerten Gewinnbringer, die Aufzugsparte, für gut 17 Milliarden Euro verkauft.

Investoren drängen auf eine klare Strategie, wie und womit der Konzern künftig Geld verdienen will. Der Aktienkurs war am Freitag auf ein Rekordtief gefallen. Dietsch verwies auf die Vorstellung der Strategie im Mai. „Da bleiben wir bei unserem Prozess. Dieser Zeitplan reicht augenscheinlich nicht allen. Das trägt zu einer zusätzlichen Verunsicherung der Investoren bei, und die wiederum führt zu Abschlägen beim Aktienkurses.“

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    Auch die Ratingagenturen würden ihre Einschätzungen vor einem Abschluss der Elevator-Transaktion nicht signifikant verbessern, betonte der Finanzchef. Langfristig orientierte Anleger wollten sehr konkret wissen, wie stark die Bilanz nach der Entschuldung und mit weniger Pensionslasten sein werde. „Vor allem wollen die sehen, in welche Geschäfte wir wieviel Geld investieren und welchen Cash-Flow wir daraus erwarten. In der Zwischenzeit gibt es eine Menge Leute, die auf fallende Kurse bei Thyssen-Krupp wetten.“

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    Derzeit hielten sich Anleger mit einem langfristigen Engagement zurück. „Das müssen wir aushalten. Dabei hilft uns natürlich, dass wir mit der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung, mit Cevian, Harris und GIC, dem Staatsfonds aus Singapur, eine Reihe von langfristig orientierten Anlegern unter unseren Aktionären haben.“

    Mehr: Mehr als 17 Milliarden Euro erlöst der Ruhrkonzern mit dem Verkauf seiner Aufzugsparte. Mit dem Verkauf geht Vorstandschefin Merz ein Opfer ein.

    • rtr
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