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Industriekonzern Thyssen-Krupp läutet letzte Bieterrunde für Elevator ein – Kone schafft es in die Endrunde

Der Industriekonzern dünnt das Feld der potenziellen Käufer seiner Aufzugsparte weiter aus. Der finnische Rivale kommt in die letzte Bieterrunde.
12.02.2020 Update: 12.02.2020 - 11:51 Uhr Kommentieren
Der Konzern will sich von seiner profitablen Aufzugsparte trennen. Quelle: Reuters
Aufzug von Thyssen-Krupp

Der Konzern will sich von seiner profitablen Aufzugsparte trennen.

(Foto: Reuters)

Düsseldorf, Frankfurt Der Verkauf der Aufzugsparte von Thyssen-Krupp liegt auf der Zielgeraden. Wie das Handelsblatt aus konzernnahen Kreisen erfuhr, hat das Essener Industrieunternehmen die letzte Bieterrunde eingeläutet und das Feld der Interessenten weiter ausgedünnt.

Der finnische Hersteller Kone hat es dabei mit einem Gebot von rund 17 Milliarden Euro in die Endrunde geschafft. Im Vergleich zu den Finanzinvestoren, deren Angebote sich im Bereich zwischen 15 und 16 Milliarden Euro bewegen sollen, zahlt Kone damit einen deutlichen Aufschlag.

Zu den potenziellen Käufern gehören neben Kone verschiedene Konsortien, die jeweils von den Fonds Cinven/Advent und Carlyle/Blackstone angeführt werden. Das Konsortium um Blackstone bietet 16 Milliarden Euro für Elevator, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf zwei Insider. Auch der Investor Brookfield gilt als interessiert.

Am Mittwoch endete die Angebotsfrist. In den kommenden Wochen können die ausgewählten Interessenten ihre Angebote nachbessern. Dieses Vorgehen sorgt vor allem unter den Finanzinvestoren für Unmut, die darin vor allem Preistreiberei sehen.

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    Aufsichtsratschef Siegfried Russwurm habe das Vorgehen intern verteidigt, hieß es in Konzernkreisen. Sollte die Transaktion eine Woche länger dauern und dann einige hundert Millionen Euro mehr bringen, sei das vertretbar, soll er gesagt haben. Sowohl Kone als auch Thyssen-Krupp wollten sich zu den Vorgängen nicht äußern.

    Dass Kone einen deutlich höheren Preis anbietet als die anderen Interessenten, hängt mit der Komplexität einer möglichen Fusion von Kone und Thyssen-Krupp Elevator zusammen. So rechnen Experten etwa mit dem Widerstand der Kartellbehörden in Europa und den USA.

    Zudem hatten die Arbeitnehmer bereits deutlich gemacht, dass sie einen Verkauf an einen Konkurrenten wegen des zu erwartenden Arbeitsplatzabbaus kritisch sehen. Ihre Zustimmung zu dem Verkauf gilt als entscheidend, da entsprechende Vereinbarungen der IG Metall mit dem Konzernvorstand bestehen.

    Kartellrechtlich gilt Thyssen-Krupp als gebranntes Kind, nachdem der Zusammenschluss der Stahlsparte mit Tata Steel Europe im vergangenen Jahr von der EU-Kommission untersagt wurde. „Thyssen-Krupp will 100-prozentige Sicherheit, dass der Deal fliegt“, heißt es in Finanzkreisen.

    Kone bietet Vorabzahlung

    Im Fall eines Verkaufs an Kone könnte sich der Prozess über Jahre hinziehen. Um Thyssen-Krupp die Sorge eines Scheiterns zu nehmen, bieten die Finnen eine milliardenschwere Vorabzahlung an. Auch will Kone das Europageschäft von Thyssen-Krupp unmittelbar an den Finanzinvestor CVC weiterreichen, um sich so die Prüfung durch die EU-Kommission zu ersparen.

    Doch Konkurrenten wie Schindler aus der Schweiz haben bereits Widerstand angekündigt – und mit einer Klagewelle gedroht. „Wir nehmen die Bestrebungen von Kone sehr ernst“, sagte Verwaltungsratsmitglied Alfred Schindler in einem am Mittwoch veröffentlichten Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters.

    „Wir gehen davon aus, dass weitere Wettbewerber Klagen einreichen würden, weil ein Zusammenschluss von Kone mit Thyssen-Krupp Elevator zu groß wäre. Da können wir kein Auge zu drücken“, fügte er hinzu. „Wir würden voraussichtlich Klagen in Europa, den USA, Kanada, China und möglicherweise auch Australien einreichen.“ Diese Verfahren würden mindestens drei bis vier Jahre dauern.

    Neben einem Verkauf wird in Essen auch über einen Börsengang der Aufzugsparte diskutiert. Die Option gilt zwar als die am wenigsten wahrscheinliche, hat aber Befürworter bei der IG Metall. Für sie wäre wohl auch der Verkauf an einen Finanzinvestor eine bittere Pille: So heißt es in Finanzkreisen, die Fonds wollten einen Teil des Kaufpreises über die Aufnahme von Schulden finanzieren. Bis zu acht Milliarden Euro neuer Schuldenlast für Elevator seien dabei denkbar.

    Mit den Erlösen aus dem Verkauf des profitablen Aufzugsgeschäfts will Thyssen-Krupp-Chefin Martina Merz die Restrukturierung der übrigen Sparten des Ruhrkonzerns finanzieren. Kern der Strategie ist die Fokussierung auf die Werkstoff-Geschäfte, weite Teile des Anlagenbaus und der Komponentenfertigung stehen ebenfalls vor dem Verkauf.

    Die Stahlsparte hingegen braucht milliardenschwere Investitionen, um technologisch wieder zur Konkurrenz aufzuschließen. Noch im März will Thyssen-Krupp für den Bereich eine Strategie vorlegen, bis dahin gibt es eine Art Stillhalte-Abkommen mit der IG Metall.

    Erwartet wird, dass der geplante Stellenabbau in der Sparte stärker ausfallen könnte als bislang angekündigt. Erst am Sonntag hatte sich Thyssen-Krupp von seinem Stahlchef Premal Desai getrennt, der zuvor eine vorsichtige Wachstumsstrategie für den Bereich vorgelegt hatte.

    Auslöser für die Trennung seien unterschiedliche Vorstellungen über die Ausrichtung des Stahlgeschäfts gewesen, erklärte der Ruhrkonzern in einer Mitteilung vom Dienstagabend. „Die vom Stahlvorstand im vergangenen Dezember ausgearbeitete Strategie ist unverändert richtig“, so Konzernvorstand Klaus Keysberg. „Deren Umsetzung – so, wie angekündigt – hat für uns höchste Priorität.“

    Mehr: Der Ruhrkonzern treibt seinen Umbau voran. Eine Schlüsselrolle hat dabei die Stahlsparte, die ab März von Bernhard Osburg verantwortet wird.

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